Radio Andernach auf der Münchner Sicherheitskonferenz - Teil 3

Radio Andernach auf der Münchner Sicherheitskonferenz - Teil 3

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Radio Andernach - Das Thema des Tages

Zwei Bundeswehrärzteteams waren an Bord des Luftwaffenflugs nach China vor wenigen Wochen. Deutsche Staatsbürger wurden aus China evakuiert, nach der rasanten Ausbreitung des Coronavirus vor Ort. Der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner, meinte, sollte der Virus sich auch in Deutschland ausbreiten, wir als Bundeswehr wären gut vorbereitet gegebenenfalls zu unterstützen.

Oberleutnant Christin Junge:

„Die These des Inspekteurs und Arztes:„

Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner:

„Dass die Thematik der Gesundheitsvorsorge, der globalen Gesundheitsvorsorge, dass man das nicht trennen kann von der Frage der globalen Sicherheit.“

Oberleutnant Christin Junge:

„Und warum das so ist, hat Generaloberstabsarzt Baumgärtner auch gleich erklärt.“

Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner:

„Also gesundheitliche Bedrohungen, Pandemien, sind in der Lage, ganze Gesellschaften ins Chaos zu stürzen und zu verunsichern. Und das kann eben dazu führen, dass Gesellschaften implodieren oder eben auch Migrationsstöme angeschoben werden. Oder eben auch, dass sich ganze Länder abschotten. Bis hin zum Einbruch von Wirtschaftsleistungen. Kurzgesagt: Die gesundheitliche Situation muss im Auge behalten werden, wenn man Sicherheit denkt.“

Oberleutnant Christin Junge:

“Es gilt dann einen kühlen Kopf zu bewahren und vorbereitet zu sein. Das meint auch: klare Zuständigkeiten und ein gutes Zusammenarbeiten über Dienststellen hinweg. Und genau aus diesem Grund fordert der Chef des Bundeswehrsanitätsdienstes:“

Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner:

„Dass gerade die Thematik Health Security, dass wir stärker in Richtung der Entwicklung eines One-Health-Ansatzes gehen müssen, sowohl in Deutschland, also, alle Anteile der Gesundheitsfürsorge, der Katastrophenvorsorge zusammendenken und uns dafür vorbereiten eben nicht nur im Rahmen einer normalen, in Anführungszeichen, Pandemiesituation, sondern durchaus auch, und jetzt kommt wieder der Soldat ins Spiel, sondern eben auch auf dem Weg in eine Krisensituation, wo man sich durchaus vorstellen kann, dass ein Gegner auch solche Instrumente nutzt, um eine Gesellschaft zu destabilisieren.“

Oberleutnant Christin Junge:

„Und spätestens dort zeigt sich, dass Sicherheit und das Thema Gesundheit nicht voneinander zu trennen sind. Doktor Baumgärtner als Inspekteur des Sanitätsdienstes weiß natürlich von zahlreichen Übungen auch: gemeinsames Training hilft!“

Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner:

„Ich würde mir natürlich wünschen, jetzt als Fachmann aus dem militärischen Bereich, dass wir innerhalb Deutschlands über alle Länder hinweg und mit dem Bund zusammen und eben dann auch unter Beteiligung der Bundeswehr, eine deutlich stärkere Vorbereitung haben für Eventualitäten, die auf uns zukommen können. Im Grundsatz sind wir schon gut vorbereitet.“

Und wir hoffen natürlich, dass es nicht so weit kommen wird. Das war Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner im Gespräch mit Radio Andernach-Reporterin Christin Junge.

Interview mit der Verteidigungsministerin

Radio Andernach auf der MSCMunich Security Conference 2020: Letzte Woche fand in München die größte internationale Sicherheitskonferenz statt. Thema: Die sogenannte „Westlessness“. Das ist ein Kunstwort aus dem Englischen und heißt so viel wie „die Westlosigkeit“. Also, dass wir, die westlichen Staaten, in der Welt an Bedeutung verlieren.
Gut, das ist erstmal nur eine These. Fakt ist aber: Die westlichen Staaten sortieren sich gerade neu. Europa kümmert sich um eine eigene Verteidigung, demgegenüber stehen dann aber auch nationale Alleingänge. Oberleutnant Christin Junge sprach auf der Konferenz mit unserer Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer.
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