Search and Rescue: Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr

Search and Rescue: Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr

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Der Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr hilft allen Menschen in Not – nicht nur Soldaten. Die meist mit SARSearch and Rescue (Search and Rescue) gekennzeichneten Hubschrauber sind über Nord- und Ostsee ebenso im Einsatz wie im Hochgebirge.

Ein Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D mit der Aufschrift SAR steht auf dem Flugfeld

Seit Jahrzehnten bewährt: Die Bell UH-1D ist das „Arbeitstier“ des SARSearch and Rescue über Land.

Bundeswehr/Jane Schmidt

„Sie sind die Taxis für die Luftretter“, beschreibt Major Michael Wagner salopp die Funktion der Hubschrauber des Such- und Rettungsdienstes der Bundeswehr „Search and Rescue“, kurz SARSearch and Rescue. Der 42-Jährige ist Staffelkapitän der 7. Staffel im Transporthubschrauberregiments 30 der Heeresflieger in Niederstetten, die „SARSearch and Rescue Land“ zugeordnet ist.

SARSearch and Rescue ist nicht MedEvacMedical Evacuation

„Der SARSearch and Rescue-Auftrag ruht auf vier Säulen“, erklärt Wagner. Die erste Säule beinhaltet die Unterstützung der eigenen und verbündeten Streitkräfte, etwa bei NATONorth Atlantic Treaty Organization-Einsätzen. „Da transportieren wir Heeresflieger beispielsweise Soldaten zu Krankenhäusern, die im Auslandseinsatz verwundet und in die Heimat zurückverlegt worden sind. Mit den speziell ausgerüsteten SARSearch and Rescue-Hubschraubern für die Bergrettung holen wir auch verunfallte Gebirgsjäger aus dem alpinen Bereich. Die Medical Evacuation, abgekürzt MedEvacMedical Evacuation, ist allerdings nicht unser Auftrag, wie aber oft fälschlicherweise angenommen wird“, betont Wagner.

SARSearch and Rescue Land fliegt nur innerhalb Deutschlands. Ein Einsatz in Mali beispielsweise wäre für die fliegenden Besatzungen absolut freiwillig und ist auch außerhalb der eigentlichen SARSearch and Rescue-Verwendung grundsätzlich nicht vorgesehen.

 Ein Gebirgsjäger hängt mit einem Verletzten an der Seilwinde eines Hubschraubers

Hoch hinaus: Auch im Gebirge retten die SARSearch and Rescue-Flieger Leben.

Bundeswehr/Sebastian Zäch

Über Land und See

Säule zwei ist die Hilfeleistung für alle in Not geratenen Luftfahrzeuge, unabhängig von ihrer Nationalität, als Teil des deutschen Such- und Rettungsdienstes. So hilft SARSearch and Rescue nach den Richtlinien der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation, kurz ICAO, zum Beispiel bei der Ortung von abgestürzten zivilen Luftfahrzeugen und der Erstversorgung ihrer Besatzung und Fluggäste.

„In der dritten Säule unterstützt SARSearch and Rescue vom Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz den Seenotrettungsdienst in den Seegebieten vor der deutschen Nord- und Ostseeküste, wenn etwa ein Wasserfahrzeug vermisst wird oder sich in einer Notlage befindet“, so der Major weiter. Alle Hubschrauber haben als besondere Ausrüstung permanent eine Rettungswinde.

Unterstützung des zivilen Rettungsdienstes

„Die dringende Eilhilfe, die Säule vier, ist eine Art Amtshilfe für den zivilen Rettungsdienst. Die leisten wir nur, wenn kein ziviler Hubschrauber der Luftrettung zur Verfügung steht, und bei der Rettungsleitstelle in Münster unsere Unterstützung durch die zivilen Leitstellen angefordert worden ist“, erläutert der Staffelkapitän. Dabei kann es sich um einen Verkehrsunfall oder Schlaganfall, aber auch um ein an sich „schönes Ereignis“ wie eine Hausgeburt handeln.

Da fliegt SARSearch and Rescue nicht selten nachts auch von Krankenhaus zu Krankenhaus. Dringende Eilhilfe leistet SARSearch and Rescue am häufigsten: Weit mehr als die Hälfte aller Aufträge fallen in diese Kategorie. „Diese Flüge trainieren die Besatzungen aber auch für ihren Hauptauftrag, die Hilfeleistung“, sagt der Staffelkapitän abschließend.

Ein Hubschrauber vom Typ Sea King mit einer Person am Seil fliegt in der Nähe des Schnellbootes Puma

Über See: Die Marine setzt den Sea King im Rettungsdienst ein.

Bundeswehr/Steve Back

Teamgeist und Geduld

Wer zum Such- und Rettungsdienst der Bundeswehr will, sollte Teamgeist mitbringen und Menschen helfen wollen. An den Nerven zerren schon mal die Wartezeiten während der Bereitschaftswochen, die man aushalten muss. Und nicht jeder ist dem Anblick Schwerstverletzter oder dem Geruch von Brandopfern gewachsen.

Das gesamte SARSearch and Rescue-Team ist hochmotiviert und lebt sein Motto „Wir sind da. Immer!“ Und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. „Die Sieben steht bei uns ja schon drin“, verweist Wagner augenzwinkernd auf die Nummer seiner Staffel.

von Gabriele Vietze