Schiffswachtmeister

Schiffswachtmeister

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Oberleutnant Maren Bestehorn: Genau, die Mutter der Kompanie, der Spieß, ist hier der Schiffswachtmeister. Auf dem EGVEinsatzgruppenversorger Bonn war das Oberstabsbootsmann Andreas. Und eins lernt man gleich am ersten Tag: Einfach so in ein fremdes Büro - hier heißt es Kammer reingehen ist nicht drin, deshalb direkt richtig: 

Bootsmann Sebastian Simme: Klopfen. Bootsmann Simme in die Wachtmeisterei. 

Oberleutnant Maren Bestehorn: So geht das hier nämlich und Oberstabsbootsmann Andreas erklärt am besten mal selbst, was der Schiffswachtmeister an Bord so zu tun hat:

Oberstabsbootsmann Andreas: Also der Schiffswachtmeister das ist der Konterpart zum Kompaniefeldwebel im Heer, also die Mutter der Kompanie. Ich bin für die Innendienstbearbeitung, für die Zusammenhaltung des Unteroffiziercorps mit Portepee und ohne Portepee zuständig und führe auch diese Soldaten. Personalführung mache ich zudem vom Mannschaftsdienstgrad bis zum Oberstabsbootsmann. Die Offiziere lasse ich dabei außenvor, denn dafür ist der erste Offizier zuständig.

Oberleutnant Maren Bestehorn: An Bord auf See hat er aber vielleicht mit etwas anderen Herausforderungen als Spieß zu Wasser zu kämpfen. Uns hat er erklärt:

Oberstabsbootsmann Andreas: Also die Herausforderung ist beispielsweise, dass hier immer jeder Tag anders als der andere ist. Man plant zwar einen Tag, aber wenn man beispielsweise andere Schiffe trifft oder wenn der Serial-Plan, also der Fahrplan, den wir operativ vorgegeben kriegen, sich ändert, dann muss man umplanen. Seefahren ist live, immer neu und immer anders. Da muss man sich auf die Sachen einstellen, die man von außen operativ gesagt bekommt. Da kann man schon mal sagen, man plant den Tag mal nur neben Aktenbearbeitung oder Urlaubskarteien und dann kommt ein Seeversorgungsmanöver dazwischen. Das muss man in Kauf nehmen.

Oberleutnant Maren Bestehorn: Oberstabsbootsmann Andreas ist aber ein klassischer Spieß, also Schiffswachtmeister, er hat die Lage im Griff. Wir wollten aber trotzdem auch noch wissen, was aus seiner Sicht das Beste an seiner Arbeit ist: 

Oberstabsbootsmann Andreas: Das Beste ist, dass ich nur dem ersten Offizier und dem Kommandanten unterstellt bin und das meine direkten Vorgesetzte sind. Im Endeffekt gefällt mir auch, dass man die Personalführung der Unteroffiziere macht und alle etwas von einem wollen. Deswegen ist man hier sehr gefragt, beispielsweise, wenn es um Beratung geht. Meistens ist man ja auch einer der älteren Portepeeunteroffiziere. 

Oberleutnant Maren Bestehorn: Man hört´s raus in seiner Stimme find ich ihm macht das Spaß mit der Bordbesatzung. Und er hat es schon angesprochen, mit seiner Erfahrung, ist er ein wichtiger Ratgeber auf See.

von Maren Bestehorn