Transkript zu "Tag 2: Der erste Operationstag"

Transkript zu "Tag 2: Der erste Operationstag"

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RA: Tag 2 der Operation MANKALAN im Süden von Mali. Neben mir der Groundforce Commander der deutschen Kräfte.

Groundforce Commander#en (GC): Tag 2, ein langer Tag, ein spannender Tag, ein intensiver Tag. Er ist relativ früh morgens gestartet.

RA: Früh morgens, also um 07:30. Wer schon mal das Vergnügen hatte in der Wüste bzw. in einer Wüstenregion zu übernachten, wird mit dem frühen Aufstehen keine Probleme gehabt haben, denn es wird früh hell. Halb acht gings mit der Operation los bis in den späten Nachmittag. Und was auf der Operationsplanung für heute stand, fasst der Groundforce Commander zusammen.

GC: Heute standen verschiedene Dinge auf dem Plan, zum einen, hier Schwerpunkt die Unterstützung in der Radiostation, durch unser OpKom-Team und einem Vertreter von Radio Andernach, zusammen mit britischen Kameraden, zusammen mit zivilen Partnern die extra mit Hubschraubern, mit MII 8 aus BAMAKO hergeflogen wurden, so dass britische Kräfte, Seite an Seite mit deutschen Kräften, Zivilisten, zivilen Vertretern, heute in der Radiostation einen wichtigen Beitrag leisten konnten.

RA: Warum gerade die Ausbildung in einer Radiostation ein wichtiger Beitrag hier in Mali ist, kann leicht erklärt werden. Zunächst einmal sind wir in einem 3.Weltland, zum anderen gibt es kaum Möglichkeiten, bei den sich die Bewohner Malis Informationen holen können.

GC: Sodass hier die Menschen, deren primäre Informationsquelle tatsächlich das Radio ist und auch weiterhin gute und qualifizierte Informationen bekommen. So dass wir heute Morgen eben gestartet sind, die TOB verlassen haben, Richtung Süden, Richtung Landesgrenze, sehr schwieriges Gelände heute vorgefunden haben, trotzdem eine Bevölkerung die überall präsent ist. Es ist immer bemerkenswert, wie verlassen die Wüste hier immer aussehen mag, doch es gibt immer Menschen, irgendwelche Viehhirten, Ziegenhirten, kleine Kinder die uns auch begeistert und freudig erwartet und zugewunken haben. So dass wir uns heute Stück für Stück durch die malische Wüste bewegt haben.

RA: Und mit welchen Herausforderungen wir da zu kämpfen hatten, erfahren sie im nächsten Teil der Operation MANKALAN.

(Station Voice von Radio Andernach) Mit Radio Andernach durch den Einsatz

RA: Hitze, Staub, Müll und spitze Steine können zu einer Gefahr für Mensch und Ausrüstung werden. Vor allem aber auch für unsere Fahrzeuge, die wir bei der Operation zur Verfügung hatten.

Groundforce Commander (GC): Durch schwieriges Gelände, viele Gesteinsbrocken, Schieferplatten, scharfkantig und der sengenden Hitze. Tatsächlich hatten wir auch heute wieder bis zu 45 Grad im Schatten, nur dass der Schatten oftmals vergeblich gesucht wurde, hatten wir das ein oder andere Fahrzeug-Problem und das war auch eines der schönen Erlebnisse trotz allem. Auch wenn wir uns hier in einem Gebiet befinden, im Zuge des Nigers, in dem Raum in dem doch auch viele feindliche Kräfte unterwegs sind. Da hatten wir einen Fahrzeug-Ausfall.

RA: Bei dem Fahrzeugausfall handelte es sich um einen Schaden an einem Dingo. Ein Dingo ist ein gepanzertes Radfahrzeug. In diesem Fall ist der Keilriemen während der Fahrt gerissen.

GC: Aber auch hier hat sich mal gezeigt, gerade in der Not, beziehungsweise gerade dann wenn es wirklich gefragt ist, haben uns unsere britischen Kameraden nicht im Stich gelassen, sondern haben ohne eine Minute zu zögern, unterstützt. Sodass wir unsere Recovery Task Force, also letzten Endes, einen Bergetrupp mit einem britischen Bergefahrzeug unter Begleitung von zwei deutschen Schutzfahrzeugen, die uns zugeführt wurden, sodass wir kurz vor Sonnenuntergang - Es war eigentlich eine sehr schöne Szenerie. Die Sonne ist gerade untergegangen über dem Niger im Westen. Sodass wir beim letzten Sonnenlicht das Fahrzeug bergen konnten und dann die letzten 10 km von dort in die TOB, den Raum erreicht haben.

RA: In der TOB waren dann geschulte Hände von Nöten um den Schaden am Dingo schnellstmöglich zu beheben.

GC: Und gerade eben, vielleicht hört man es gerade im Hintergrund die laufenden Motorengeräusche, stehen die britischen Kameraden mit dem GSI Trupp, also Gefechtsschaden-Instandsetzung. Den Experten, den Jungs, die hier unsere Motoren und Fahrzeuge am Laufen halten. Bei Scheinwerferlicht und setzen das Fahrzeug in Stand, sodass wir morgen unseren nächsten Auftrag fortsetzen können. Also das war tatsächlich gelebte Kameradschaft heute, Zusammenarbeit wie man sie sich nur vorstellen kann und das in der malischen Wüste, 1000 Kilometer von zu Hause entfernt. So dass ich jetzt, zufrieden eigentlich auf den Tag zurückblicken kann. 

RA: Die letzten Maßnahmen noch abschließen um dann unter dem Sternenhimmel auf den Feldbetten zur Ruhe zu kommen und Kraft für den morgigen Tag tanken.

von Sara-Christin B.