Streitkräftebasis

Celina und Moritz suchen die Herausforderung

Celina und Moritz suchen die Herausforderung

Ort:
Delmenhorst

Celina Müller und Moritz Böcker haben sich für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz entschieden. Sie beide sind im Logistikbataillon 161 in Delmenhorst und berichten aus ihrer Grundausbildung.

Celina Müller und Moritz Böcker stehen auf dem Kasernengelände in Delmenhorst.

Celina Müller und Moritz Böcker haben die ersten Tage ihrer Grundausbildung hinter sich. Sie bereuen ihre Entscheidung für den Weg in den Heimatschutz nicht.

Bundeswehr/Thomas Krey

Celina Müller ist 19 Jahre alt und in Köln geboren. Nach der Schule hat sie eine Möglichkeit gesucht, wie sie etwas Sinnvolles für ihr Heimatland tun kann. „Mir ist meine Familie unheimlich wichtig, ich helfe meinem Großvater beim Renovieren seines alten Hauses, unterstütze meine Oma bei der Arbeit auf ihrem Bauernhof. Wenn ich an der frischen Luft arbeiten und ich mich körperlich richtig auspowern kann, fühle ich mich rundum wohl. Für mich ist der Heimatschutz also perfekt.” erklärt die 19-Jährige.

Der 18-Jährige Moritz Böcker ist genau wie Celina Möller Freiwillig Wehrdienstleistender im Heimatschutz. Nach dem Abi wollte er ursprünglich mit einem Freund durch die USAUnited States of America reisen, was wegen Corona jedoch nicht klappte. Bevor er sein Jura-Studium beginnt, wollte Böcker sich eine Abwechslung zum Lernen am Schreibtisch schaffen. „Eine militärische Ausbildung finde ich reizvoll – Pünktlichkeit, Ordnung und Disziplin sind Tugenden, die im Heimatschutz wichtig sind.“, beschreibt Böcker.

Lernen im Homeoffice

„Für uns war es ein kleiner Schock, als wir erfahren haben, dass wir wegen zwei Coronafällen in unserem Zug zwei Wochen nicht in die Kaserne dürfen und von zuhause aus lernen sollen. Wir hatten Angst, dass wir dadurch irgendwie in Verzug geraten, doch unsere Ausbilder haben superschnell reagiert. Für die ersten Tage haben wir Lernunterlagen und Videos bekommen, mit den Ausbildern konnten wir jederzeit telefonieren. Thematisch ging es um die theoretischen Grundlagen von San-Ausbildung, Schießen, Formaldienst. Unsere Fortschritte wurden in Tests abgeprüft. In der zweiten Woche ging es dann ins Homeschooling, mit Videos zum Gefechtsdienst, dem Lernen von Sicht- und Verbindungszeichen – und natürlich immer neuen Tests. Toll, dass die Bundeswehr sich so schnell auf die veränderte Lage eingestellt hat. Aber jetzt sind wir froh, dass wir zurück in die Kaserne dürfen und die Kameraden und Kameradinnen wiedersehen.“

Eine Frau arbeitet in ihrem Zimmer am Computer.

Celina Müller findet Homeschooling cool. „Man hat die Präsentationen direkt vor sich und sitzt nie in der letzten Reihe.“ Jetzt freut sie sich allerdings wieder auf die praktische Ausbildung.

privat
Ein Mann sitzt vor seinem Computer

Moritz Böcker war überrascht, wie gut das Lernen zuhause funktioniert. „Wir haben uns alle gegenseitig motiviert, wenn der Stoff mal zu viel wurde.

privat

Einsatzrealität wird greifbar

„Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer ist total spannend und macht richtig Spaß. Mit der Erste-Hilfe-Ausbildung in der Fahrschule ist das überhaupt nicht zu vergleichen. Wir lernen hier wirklich was fürs Leben, und wir werden in der Praxis sehr effektiv angeleitet. Aber ein bisschen erschreckend ist dieser Ausbildungsabschnitt schon. Plötzlich werden wir damit konfrontiert, dass das hier alles kein Spiel ist und wir tatsächlich darauf vorbereitet sein müssen, im Ernstfall Kameradinnen und Kameraden zu retten. Das stimmt nachdenklich.“

Celina und Moritz üben die Herzdruckmassage an einem Dummie.

Plötzlich spüren Celina und Moritz, dass es bei einem möglichen Einsatz in der Landes- und Bündnisverteidigung
auch um Leben und Tod gehen kann.

Bundeswehr/Pascal Pottmeier
Die Hände von Celina bei Reanimationsmaßnahmen auf dem Dummie.

Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer macht Moritz und Celina Spaß. „Außerdem hilft sie uns auch im zivilen Leben“, sagen sie. Für ihr Engagement werden beide von den Ausbildern gelobt.

Bundeswehr/Pascal Pottmeier

Zum ersten Mal im Schießsimulator

„Diese Woche waren wir zum ersten Mal im Ausbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrwaffen, kurz: AGSHP. Wir waren beide ziemlich aufgeregt vorher, haben dann aber recht unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Bei einem von uns hat sich die Nervosität anfangs im Trefferfeld gezeigt, bei dem anderen hat die Freude überwogen, etwas Neues ausprobieren zu können, was einem so im zivilen Leben kaum möglich ist. Am Ende haben wir beide großen Respekt vor dem Umgang mit der Waffe. Sie gehört zum Handwerkszeug eines jeden Soldaten und jeder Soldatin. Aber wenn man sie in der Hand hält, wird einem die besondere Bedeutung dieses Berufes sehr bewusst.“

Ein Rekrut liegt im Schießsimulator.

Moritz liegt im Schießsimulator der Feldwebel-Lilienthal-Kaserne in Delmenhorst. Die Ausbilder helfen den angehenden Heimatschützern, mit den Abläufen an der Waffe vertraut zu werden.

Bundeswehr/Andrea Hilscher
Eine Rekrutin hält ein Gewehr in der Hand

Celina fokussiert sich, um im Umgang mit der Waffe alles richtig zu machen. Ihre wichtigste Erfahrung in der Grundausbildung: „Die Kameradschaft und das ständige Miteinander sind einzigartig.“

Bundeswehr/Andrea Hilscher

Grundausbildung: Wir haben es geschafft

Über 30 Grad, sengende Hitze und niemand von uns ist umgekippt! Unser Gelöbnis war für uns ein unvergessliches Erlebnis, dass zugleich einen wichtigen Abschnitt in unserer Ausbildung markiert. Jetzt sind wir in die Gemeinschaft der Soldatinnen und Soldaten aufgenommen. In den vergangenen Wochen haben wir viel gelernt, nach unserer Grundausbildung geht es für uns weiter mit der Spezialgrundausbildung in Delmenhorst. Was wir erlebt haben, wie unsere Ausbilder der Heimatschutz bewerten und wie es für uns weitergeht, seht Ihr in diesem Video.

Auf in die Spezialgrundausbildung

„Vor zwei Wochen habe ich zusammen mit neuen Kameradinnen und Kameraden, die ihre Grundausbildung an anderen Standorten absolviert haben, mit der Spezialgrundausbildung begonnen. Ich fühle mich weiterhin jeden Tag bei den Geländeübungen körperlich gefordert und das ist mir persönlich auch wichtig. Sich dem Gelände anpassen, in der Gruppe ein Gebiet erkunden und sichern, mit Handzeichen kommunizieren will geübt sein. Das funktioniert natürlich nur, wenn wir alle den gleichen Zeichenvorrat haben.“

Gefreiter Moritz getarnt im Gelände

Moritz hat seine Spezialgrundausbildung in Delmenhorst begonnen. Er freut sich auf die neuen Lerninhalte.

Bundeswehr/Thomas Krey
Eine Gruppe von Soldaten orientiert sich im Gelände

Moritz und seine Kameraden müssen sich aufeinander einstellen und im Gelände den selben Zeichenvorrat nutzen. Die Heimatschützer werden nach der Ausbildung in den Heimatschutzkompanien eingesetzt

Bundeswehr/Thomas Krey

Die Panzerfaust flößt Respekt ein

Diese Woche steht für uns ganz im Zeichen der Schießausbildung. Die Intensität der Ausbildung hat im Vergleich zur Grundausbildung zugenommen. Ich gebe zu: Auf der Schießbahn bin ich etwas nervös. Das MG-Schießen klappt nicht gleich auf Anhieb und die Panzerfaust flößt mir Respekt ein. Aber die Ausbilder geben uns hilfreiche Anweisungen und wir haben ausreichend Zeit, alles zu üben und Routine zu bekommen. Das gefällt mir. Dadurch gewinnen wir Sicherheit und die Ergebnisse stimmen am Ende auch.

Ein Gefreiter schießt mit der Panzerfaust, der Waffe entweicht dichter Rauch.

Auf der Standortschießbahn Delmenhorst wird die Panzerfaust nur mit Übungsmunition geschossen. Trotzdem sorgt jeder Schuss für mächtig viel Krach und Rauch.

Bundeswehr/Thomas Krey
Ein Gefreiter lädt eine Panzerfaust mit Übungsmunition

Gefreiter Moritz lädt die Panzerfaust. Er soll ein fiktives Ziel – das Heck eines Panzers – in 200 Metern Entfernung treffen. Die Waffe, die je nach Munition rund 13 Kilo wiegt, kann einen feindlichen Kampfpanzer zerstören.

Bundeswehr/Thomas Krey

Checkpoint-Ausbildung: Die Abläufe müssen stimmen

Seit sechs Wochen läuft unsere Spezialgrundausbildung in Delmenhorst und ich gebe zu, momentan wäre ich lieber zusammen mit meiner Familie im Urlaub. Aber da muss ich jetzt durch. Zähne ein bisschen zusammenbeißen und auf das konzentrieren, was wir in dieser Woche lernen müssen. Wir müssen Personen und Fahrzeuge am Checkpoint kontrollieren. An sich nicht schwierig, aber hier kommt es auf die richtige Reihenfolge der einzelnen Arbeitsschritte an. Die muss man einfach mehrmals hintereinander einüben, damit sie richtig sitzen.

Nutzen Sie bitte nachfolgend die Pfeiltasten (links/rechts) um zum vorherigen/nächsten Slide zu springen. Nutzen Sie die Tabtaste um innerhalb des aktiven Slides Elemente (wie Links) anzuspringen.

Ein Fahrzeug fährt am Checkpoint auf ein Haltesignal zu.

Fahrzeugkontrolle am stationären Checkpoint: Diese Aufgabe kann auch auf die künftigen Heimatschützer zukommen. Kommt es zu kritischen Situationen, müssen sich die Soldatinnen und Soldaten auf einander verlassen können.

Bundeswehr/Thomas Krey
Zwei Soldaten überprüfen eine Frau im Rahmen einer Personenkontrolle.

Bei der Personenkontrolle untersucht die Gefreite Kuhlmann eine Frau auf versteckte Gegenstände. Gesichert wird sie dabei durch den Gefreiten Moritz Böcker.

Bundeswehr/Thomas Krey
Porträt eines Soldaten mit Gewehr in der Hand.

Üben, wenn andere Urlaub machen. Moritz Böcker denkt viel an seine Familie, mit der er jetzt gerne Zeit verbringen würde. „Aber die Ausbildung ist auch spannend und macht Spaß.“

Bundeswehr/Thomas Krey

Sie verlassen jetzt das Slide Modul. Drücken Sie die Tabtaste zum Fortfahren oder navigieren Sie andernfalls einfach weiter mit den Pfeiltasten.

Ausbildung im Gelände: Theorie und Praxis gut verzahnt

„Wir haben auf dem Gelände eines früheren Munitionslagers übernachtet und sind hier auch gleich morgens in die Ausbildung zum Thema Kampfmittelbedrohung gestartet. Ich war überrascht, wie detailreich, spannend und abwechslungsreich der Theorieteil gestaltet war. Das hätte ich so niemals erwartet. Anschließend konnten wir unser Wissen sofort in der Praxis überprüfen: Wir sollten im Gelände versteckte Minen finden und bei der Meldung möglichst exakt beschreiben. Das war ein bisschen so wie bei einer Schnitzeljagd – jeder freut sich, wenn er als erster etwas findet und melden kann. Im Hinterkopf ist dabei natürlich immer der Gedanke an die realen Gefährdungen solcher Kampfmittel präsent. 

Gefreiter Moritz Böcker meldet im Rahmen der Ausbildung, welche Kampfmittel er im Wald entdeckt hat.

Moritz Böcker ist fasziniert von der Ausbildung rund um das Thema Kampfmittelbedrohung.

Bundeswehr/Andrea Hilscher
Ein Gefreiter hockt auf dem Waldboden, um mögliche Kampfmittel zu identifizieren. Kameraden notieren ihre Beobachtungen.

Genaues Beobachten und vorsichtiges Bewegen im Gelände müssen die Gefreiten nach der Theorieausbildung üben. Dabei können sie sich mit den unterschiedlichen Kampfmittelbedrohungen vertraut machen.

Bundeswehr

Ende der Ausbildung: Auf den Punkt genau abliefern

„Am Ende unserer Spezialgrundausbildung in Delmenhorst stand ein militärischer Wettkampf auf dem Ausbildungsplan, der es in sich hatte. Über eine Zeit von 24 Stunden mussten wir ganz unterschiedliche Aufgaben lösen. Es ging um das Orientieren im Gelände, wir mussten bei eingeschränkter Sicht Handfeuerwaffen zerlegen und zusammensetzen, dann auf die Hindernisbahn – mehrfach. Anschließend mussten wir noch einen Nachtsicht-Parcours bewältigen. Zum Einsatz kam auch das Ausbildungsgerät „Duell Simulator AGDUS“. Es dient beim Schießen mit Manövermunition zur Simulation des Schusses und gegebenenfalls eines Treffers. Insgesamt unglaublich anstrengend, weil wir nicht zum Schlafen gekommen sind.“

Nutzen Sie bitte nachfolgend die Pfeiltasten (links/rechts) um zum vorherigen/nächsten Slide zu springen. Nutzen Sie die Tabtaste um innerhalb des aktiven Slides Elemente (wie Links) anzuspringen.

Soldaten mit Gewehr im Rahmen der Ausbildung auf der Hindernisbahn.

Am Ende der Ausbildung zahlt sich die Anstrengung der vergangenen Monate aus. Auf der Hindernisbahn spürt Moritz Böcker den Zuwachs an Kraft und Ausdauer.

Bundeswehr/Thomas Krey
Soldaten sichern und unterstützen sich gegenseitig auf der Hindernisbahn.

Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen sind wichtig, um die Herausforderungen zu bewältigen. Auf der Hindernisbahn arbeiten die Soldatinnen und Soldaten eng zusammen.

Bundeswehr/Thomas Krey
Zwei Soldaten helfen sich beim Anlegen des Ausbildungsgeräts AGDUS

Der „Duell Simulator AGDUS“ dient beim Schießen mit Manövermunition zur Simulation des Schusses und gegebenenfalls eines Treffers. So können die Soldaten realitätsnah ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten überprüfen.

Bundeswehr/Thomas Krey

Sie verlassen jetzt das Slide Modul. Drücken Sie die Tabtaste zum Fortfahren oder navigieren Sie andernfalls einfach weiter mit den Pfeiltasten.

„Aber es war toll, zum Abschluss der Ausbildung nochmal richtig gefordert zu werden, schließlich ist das für lange Zeit die letzte militärische Herausforderung. Im Rückblick muss ich sagen, dass die AGA (Grundausbildung) für mich die größere Herausforderung war. Körperlich anstrengend, geistig fordernd und ein starker Kontrast zum zivilen Leben. In der SGA (Spezialgrundausbildung) hatten wir dann schon mehr Freiheiten, den ersten Dienstgrad und sehr breite, in die Tiefe gehende Ausbildungsinhalte. Das war spannend und schön. Aber, das muss ich auch sagen, es gab Momente des Kasernenlebens, die ich mir nicht unbedingt zurückwünsche. Trotzdem: Das Militärische wird künftig fester Bestandteil meines Lebens sein.“

Endlich: Willkommen in der Heimatschutzkompanie

„Geschafft. Sieben Monate AGA (Grundausbildung) und SGA (Spezialgrundausbildung) in Delmenhorst liegen hinter mir. Jetzt beginnt die letzte Phase, die Einschleusung in die Heimatschutzkompanie Rheinland – in sehr angenehmem Rahmen. Wir sind während des Lehrgangs in Winterberg untergebracht, die Unterkünfte erinnern fast schon an ein Hotel. Aber die Tage sind lang, wir sitzen viele Stunden im Unterrichtsraum und lernen alles, was für unsere künftigen Aufgaben als Reservisten wichtig ist. Dabei vermisse ich die grünen Elemente sehr. Auf meine Zeit in der Heimatschutzkompanie freue ich mich und bin sicher, dass das Militärische künftig immer eine Rolle in meinem Leben spielen wird. Aber jetzt werde ich erst einmal einige Monate in einer großen Anwaltskanzlei arbeiten und im April mit dem Jura-Studium beginnen. Wieder ein neuer Lebensabschnitt.“

Soldaten der Heimatschutzkompanie Rheinland sitzen beim Essen in der Truppenküche.

Moritz Böcker und seine Kameraden werden jetzt auf den Dienst in der Heimatschutzkompanie Rheinland vorbereitet.Eine gute Truppenküche und die schöne Umgebung sorgen für eine gute Atmosphäre.

Bundeswehr
Eine Stube in der Kaserne Winterberg.

Bequem und komfortabel findet Moritz Böcker seine Stube in Winterberg. Die Lehrgangswochen im Rahmen seiner Ausbildung sind trotzdem anstrengend.

Bundeswehr
von Celine Müller und  Moritz Böcker  E-Mail schreiben