Titan Soldier

Titan Soldier

  • CISM
  • Streitkräftebasis
Datum:
Ort:
Spanien
Lesedauer:
5 MIN

Erstmalig führte der internationale Militärsportverband CISMConseil International du Sport Militaire die Triathlon Weltmeisterschaft auf der „Langdistanz“ durch. Hierbei handelt es sich um den, als IRONMAN bekannten, Triathlon über 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,2 km Laufen. Für das deutsche CISMConseil International du Sport Militaire Triathlon Team war es eine große Ehre ihr Land auf Lanzarote zu vertreten.

Die vier Triathleten vor ihren Fahrrädern.

V. l. Marit Lorenzen (Marine), Frank Lünemann (Luftwaffe), Timo Schaffeld (Luftwaffe) und Cornelia Sander (Heer) vor ihren Fahrrädern.

Bundeswehr/Holger Wollny

Zum ersten Mal führte der internationale Militärsportverband CISMConseil International du Sport Militaire die Triathlon Weltmeisterschaft auf der „Langdistanz“ durch. Der auch als IRONMAN bekannte Triathlon umfasst 3,86 km Schwimmen, 180,2 km Radfahren und 42,2 km Laufen. Auch zwei Soldatinnen und zwei Soldaten sind dabei: Für das deutsche CISMConseil International du Sport Militaire Triathlon Team war es eine große Ehre ihr Land bei der ersten Austragung der CISMConseil International du Sport Militaire World Military Championships Triathlon (Long Distance) “TITAN SOLDIER“, im Rahmen des IRONMAN Lanzarote, vertreten zu dürfen. Die vier deutschen Athleten haben sich durch ihre sportlichen Leistungen der letzten Jahre sowie mehrere Auswahl-Trainingslager für die Teilnahme beim wohl härtesten Wettkampf der Welt qualifiziert. Der Wettbewerb wird normalerweise jährlich im Mai auf der kanarischen Insel Lanzarote ausgetragen und zählt zu den härtesten Triathon-Veranstaltungen auf internationaler Ebene überhaupt. Aufgrund der immer noch anhaltenden Pandemie wurde die diesjährige Austragung auf Anfang Juli verschoben. Athleten aus der ganzen Welt kommen jährlich auf die Kanarischen Inseln, um an diesem anspruchsvollen Rennen teilzunehmen. Darüber hinaus bietet dieses Rennen Qualifikationsplätze für die IRONMAN-Weltmeisterschaft 2021 in Kailua-Kona, Hawaii.

1. Militär-Langdistanz-Weltmeisterschaft

Timo Schaffeld und Conny Sander beim morgendliche Schwimmtraining vor dem Wettkampf.

Timo Schaffeld und Conny Sander beim morgendliche Schwimmtraining vor dem Wettkampf.

Bundeswehr/Holger Wollny

Im Rahmen der 29. Ausgabe des IRONMAN Lanzarote wurde 2021 zeitgleich die 1. Militär-Langdistanz-Weltmeisterschaft ausgetragen. Für das CISMConseil International du Sport Militaire Triathlon Deutschland Team qualifizierten sich die Soldatinnen Marit Lorenzen und Cornelia Sander sowie die Soldaten Frank Lünemann und Timo Schaffeld. Die vier Starter reisten zusammen mit dem Teamleiter Triathlon Holger Wollny bereits einige Tage vor Wettkampfbeginn an, um sich an die Bedingungen, die auf den Kanaren herrschen, zu gewöhnen. Untergebracht wurde das deutsche Team zusammen mit den anderen Nationen, die eine Militärmannschaft gestellt haben, in einem Sporthotel in der Nähe der Wettkampfstätte.

Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft war für das Team in der Pandemiezeit nicht einfach. Die Athleten hatten im vergangenen Jahr mit Schwimmhallen-Schließungen sowie Kontaktbeschränkungen zu kämpfen und mussten ihr Training an die gegebenen Bedingungen anpassen. Dank der Sportschule Warendorf und dem dort ansässigen CISMConseil International du Sport Militaire Organisationsteam um Martin Friedrich konnten einige Unannehmlichkeiten aus der Welt geschafft werden. Durch diese Unterstützung bestand für die Triathleten die Möglichkeit sich neben dem alltäglichen Dienst bestens auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten.

Gegen Wellen, Wind, Berge und die Konkurrenz

Timo Schaffeld kommt aus dem Meer und hat die schnellste Wechselzeit des Tages erreicht?

Timo Schaffeld nach dem Schwimmen mit der schnellsten Wechselzeit des Tages.

Bundeswehr/Jan Eckes

Beim ältesten europäischen IRONMAN Rennen über die Triathlon-Langdistanz ging das Team auf Medaillenjagd. Geschwommen wurde eine 3,86 km lange Runde im offenen Meer. Zunächst ging es gegen die Wellen entlang der Küste bis zur ersten Boje, nach einem kurzen Stück weiter raus ins offene Gewässer drehten die Starter nach rechts ab, um auf dem zweiten Stück mit den Wellen knapp 2.000 m zurückzulegen. Zum Schluss musste wieder Richtung Strand geschwommen werden, wo es dann nach 3,86 km aus dem Wasser und in die erste Wechselzone ging. Als erster deutscher Starter stieg Timo Schaffeld aus dem Wasser, der dann mit der schnellsten Wechselzeit des Tages (2:49 min) aufwartete und durch seinen Wechsel nochmal etliche Plätze gut machen konnte. Frank, Cornelia und Marit versuchten ihr Bestes, um nicht allzu viel Zeit beim Schwimmen zu verlieren.

Nach dem Wechsel auf das Rad ging es für die Teilnehmer direkt über zehn ansteigende Kilometer ins Landesinnere. Einmal oben angekommen, merkte man schnell wie hart und fordernd die Strecke bei den herrschenden Wetterbedingungen auf Lanzarote wird. Auf den folgenden knapp 30 km stand der Wind sehr gut für die Starter und führte bergab zu Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h.

Der erste Wendepunkt sowie die erste Verpflegungsstelle kamen schnell näher, doch ließen auch Hartes für den Rückweg erahnen. Die kommenden Stunden traten die Athleten kräftig in die Pedale, um gegen den Wind und die zahlreichen Steigungen anzukommen. Der Wind wirkt auf dem Rad als ordentliche „Schnittbremse“ und selbst scheinbar flache Streckenabschnitte erfordern ordentlich Druck in den Beinen. Vom Inselsüden ging es also nach der ersten Wende über die Feuerberge, welche die höchsten Erhebungen Lanzarotes sind bis in den Inselnorden auf den Mirador del Rio. Viele rauen Asphaltpassagen, die den Rollwiderstand merklich erhöhen, erschwerten den Kurs zudem. Von Mirador del Rio führte die Strecke zunächst herunter und dann entlang der Küste. Der letzte Anstieg ins Landesinnere hatte es nochmal in sich und kostete alle Athleten in der mittlerweile brennenden Mittagssonne viele Körner. Ab Kilometer 160 verlief die Radstrecke stetig bergab bis zur zweiten Wechselzone in Puerto del Carmen. Zahlreiche sportbegeisterte Zuschauer verfolgten den abschließenden Marathon (42,2km) auf der Strandpromenade in Puerto del Carmen. Die dritte Disziplin fand bei heißen Temperaturen von über 30 Grad statt und war für die Starter der Abschluss eines erfolgreichen Sporttages. Gelaufen wurden drei Runden mit nochmal 330 Höhenmetern, was zur Folge hatte, dass die Strecke nie wirklich flach war und zu ständigen Schrittwechseln führte. Unterstützt von mitgereisten Freunden, Verwandten sowie den Teamleitern der teilnehmenden Nationen erreichten alle Starter der Militärweltmeisterschaft das Ziel.

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Gruppenbild der vier Triathleten Cornelia Sander, Marit Lorenzen, Timo Schaffeld und Frank Lünemann am Wasser.

V. l.: Cornelia Sander, Marit Lorenzen, Timo Schaffeld und Frank Lünemann.

Bundeswehr/Holger Wollny
Marit Lorenzen läuft bei 35 Grad den abschließenden Marathon. Die Straße ist von Zuschauern gesäumt.

Marit Lorenzen beim abschließenden Marathon (42,2 km) bei 35 Grad Hitze.

Bundeswehr/Holger Wollny
Timo Schaffeld fährt auf dem Rad über die Feuerberge auf Lanzarote – bergauf und immer gegen den Wind.

Timo Schaffeld auf dem Rad über die Feuerberge auf Lanzarote – bergauf und immer gegen den Wind.

Bundeswehr/Jan Eckes

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Ergebnisse können sich sehen lassen

Gegen die Konkurrenz aus den anderen Nationen, die unter anderem mit reinen Langdistanz-Profiathleten, wie beispielsweise bei den Männern Kovacic (SLO), Bryukhankov (RUS), Claeyssen (FRA), Goldovski (RUS) sowie Gosteva (RUS) und Khakimova (UZE) in der Damenwertung, angetreten sind, schlug sich das deutsche CISMConseil International du Sport Militaire Triathlon Team sehr gut. In der Teamwertung, bei der die drei schnellsten Teilnehmer jeder Nation, bestehend aus mindestens einem Mann und einer Frau, gewertet wurden, hat das deutsche Mannschaft den vierten Platz belegt. Es fehlten lediglich vier Minuten zu einer Team-Medaille. In der Einzelwertung gewann Timo Schaffeld seine Altersklasse und qualifizierte sich somit direkt für die Teilnahme bei der IRONMAN-Weltmeisterschaft im Oktober 2021 auf Hawaii. Cornelia Sanders und Marit Lorenzens Zielzeit reichte jeweils für einen Top10-Platz und lässt den Traum von einer Teilnahme auf Hawaii für beide weiterleben. Auch Lünemann kann sich mit seiner Platzierung noch Chancen auf Hawaii ausrechnen. Alle drei warten zurzeit noch auf die abschließende Slotvergabe, die in diesem Jahr aus pandemischen Gründen virtuell stattfindet.

von Holger Wollny  E-Mail schreiben

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