Wenn die Deutsche Flugsicherung Uniform trägt

Wenn die Deutsche Flugsicherung Uniform trägt

  • Reserve
  • Luftfahrtamt der Bundeswehr
Datum:
Ort:
Köln-Wahn
Lesedauer:
2 MIN

Auf dem Schreibtisch brummt ein Laptop. Drumherum liegen haufenweise Papiere und Notizzettel verteilt. Vor dem scheinbaren Chaos sitzt gut gelaunt Hauptmann Heiko Teper. „Es ist einiges zu tun und ich habe ja nur eine begrenzte Zeit hier“, lächelt er. Seit dem 16. September leistet der 49-jährige Reserveoffizier seinen Dienst im Referat 1 a Planung/Strategie am Luftfahrtamt der Bundeswehr (LufABw). Eigentlich arbeitet Teper für die Deutsche Flugsicherung GmbHGesellschaft mit beschränkter Haftung (DFS). Dort ist er in München als Leiter Technik für operative Aufgaben der Flugsicherungstechnik von der Kommunikation zwischen Piloten und Lotsen über die Radarinfrastruktur bis hin zu grundlegenden infrastrukturellen Aufgaben verantwortlich.

Heiko Teper dient als Reserveoffizier am Luftfahrtamt der Bundeswehr

Heiko Teper dient als Reserveoffizier am Luftfahrtamt der Bundeswehr

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Am LufABw ist er nun in der Abteilung eingesetzt, die sich mit Grundsatzfragen des militärischen Flugbetriebs beschäftigt. Sein aktuelles Projekt für diese Reservedienstleistung: Er analysiert Konzepte der Europäischen Union zum Programm „Single European Sky“ (SESSchnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst), also der Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums. Durch dieses Programm sollen in Europa einheitlich hohe Sicherheitsstandards, mehr Luftraumkapazität für den Flugverkehr und wirtschaftlichere Arbeitsweisen geschaffen werden.

Externe Expertise für einen einheitlichen Luftraum


Dass dieses Programm sich auch auf den militärischen Flugbetrieb auswirkt, ist offensichtlich. Aber wie es sich auswirkt und welche Anpassungsbedarfe sich daraus für die Bundeswehr ergeben, daran arbeitet Hauptmann Teper in seiner Zeit am LufABw. Und er ist genau der richtige Mann dafür. „Bevor ich nach München kam, war ich für die DFS in Brüssel. Als technischer Programmleiter habe ich dort am Projekt SESSchnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst mitgearbeitet“, erzählt Teper. Schon damals war eine seiner Aufgaben die Koordination der verschiedenen Behörden bei einzelnen Programmschritten. „Die Einbindung des Militärs erfolgte anfangs eher schleppend“, erinnert er sich. Deshalb habe er schon früh für eine engere Absprache zwischen zivilen und militärischen Stellen geworben.

Die weitreichende Expertise von Heiko Teper ist für das LufABw besonders wertvoll, denn die Vereinheitlichung des europäischen Luftraumes ist ein hochkomplexes Themenfeld. Allerdings profitiert auch Teper von seiner Zeit am LufABw: „Heutzutage bin ich hauptsächlich im operativen Tagesgeschäft tätig. Die konzeptionelle Arbeit hier erweitert meinen Horizont und bringt mich zugleich in meinem alten Fachgebiet auf den neuesten Stand.“ Darum ist Heiko Teper bereits zum vierten Mal am Luftfahrtamt.

Win-Win durch Reservedienst


Einige Problemstellungen nimmt er auch mit zur DFS. Dort diskutiert er sie mit anderen Experten und kann Lösungsvorschläge ins LufABw nachreichen. Gerade deshalb empfiehlt Teper seinen Kollegen oft, sich doch auch einmal als Reservist am Luftfahrtamt der Bundeswehr zu bewerben. „Die Arbeitsfelder von DFS und Luftfahrtamt ergänzen sich hervorragend und man kann viel Erfahrung einbringen, aber eben auch viel wieder mitnehmen. Ich kann es jedem Kollegen nur empfehlen“, sagt Heiko Teper. Er will auf jeden Fall im nächsten Jahr möglichst bald wieder in Köln üben.

von Dr. Jan Reichmann