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„Ich bin stolz darauf, bei der Bundeswehr zu sein“

Berlin, 07.01.2016.
Das letzte Jahr lief für Kugelstoßerin Christina Schwanitz nahezu perfekt. Erst der WM-Triumpf in Peking und dann noch die Wahl zur Sportlerin des Jahres. Die Leistungen der Dresdenerin im vergangenen Jahr schüren natürlich große Erwartungen für die Olympischen Spiele in diesem Jahr. Wie sie mit dem Druck umgeht, und was es für sie persönlich bedeutet, Sportsoldatin zu sein, verrät sie im Interview.

Schwanitz im Porträt mit Deutschland-Flagge

Gold in Peking für Stabsunteroffizier Christina Schwanitz (Quelle: dpa/Azubel)Größere Abbildung anzeigen

Frau Schwanitz, Sie sind zur Sportlerin des Jahres 2015 gekürt worden – was war das für ein Gefühl, als Sie da Ihren Namen hörten?

Das war ein sehr ergreifender emotionaler Moment. Ich habe mich sehr darüber gefreut und war stolz, als mein Name aufgerufen wurde.

Während Ihrer Dankesrede hatten Sie die Lacher auf Ihrer Seite – von wegen „die einzige Frau, die sich über sieben Zentimeter freut" – wie war das denn gemeint?

(Lacht) Na, natürlich nur aufs Kugelstoßen bezogen! Genauer gesagt, auf jene sieben Zentimeter, die in Peking so entscheidend waren. Aber mal im Ernst: Die Leute hatten ihren Spaß und ich finde, bei solchen Anlässen kann man ruhig auch mal was von seiner Persönlichkeit preisgeben. Ich bin zwar Leistungssportlerin, aber ansonsten ein ganz normaler Mensch, der mit beiden Beinen im Leben steht.

Was bedeutet es für Sie, Sportsoldatin der Bundeswehr zu sein?

Ich glaube, das Frauenbild in der Bundeswehr hat sich generell sehr gewandelt. Heute sind Frauen in herausragenden Positionen, als Vorgesetzte wie im Leistungssport, vollkommen akzeptiert. (Die Aufnahme von Frauen in die Sportfördergruppen der Bundeswehr wurde 1992 ermöglicht. Anm. d. Red.) Für mich persönlich sage ich ganz klar: Hätte ich die Bundeswehr nicht, könnte ich meinen Leistungssport nicht betreiben.

Weil die Sponsoren bei Ihnen nicht so Schlange stehen wie in anderen Sportarten?

Richtig! Ich könnte es mir ohne die Unterstützung durch die Bundeswehr schlichtweg nicht leisten. Deswegen trete ich auch gerne als Sportsoldatin in der Öffentlichkeit auf. Bei meiner Wahl zur Sportlerin des Jahres habe ich zum Beispiel ganz bewusst einen Anstecker von der Bundeswehr getragen. Ich bin stolz darauf, bei der Bundeswehr zu sein.

2014 Europameisterin, 2015 Weltmeisterin und nun 2016 Olympiasiegerin?

Also: Wenn es nach mir geht, könnte dieses Jahr genauso weitergehen wie letztes Jahr. Nach meiner Knie-OP im September 2014 war ja auch kaum absehbar, dass 2015 so ein tolles Jahr werden würde. Ich habe allerdings noch immer Probleme mit dem Knie und es kann noch viel passieren bis August. Wie meine Chancen bei den Olympischen Spielen aussehen, kann ich derzeit also nicht einschätzen – so ehrlich muss ich einfach sein.

Wie sieht denn Ihr Dienstplan bis Rio aus?

Ich hab den Plan für die Vorbereitungsphase gerade bekommen. Zunächst stehen jetzt im Januar zwei Wochen im Bundesleistungszentrum Kienbaum in der Nähe von Berlin an. Dahin kehre ich in den nächsten Monaten auch immer wieder zurück, weil die technische Ausstattung dort optimal ist. Danach stehen aber auch Trainingsaufenthalte in wärmeren Regionen wie Südtirol und Südafrika an, wo das Verletzungsrisiko geringer ist.

Und was machen Sie, wenn Sie gerade mal keine Eisenkugel zur Hand haben?

Leistungssport ist schon sehr zeitintensiv. Ich glaube, viele Außenstehende unterschätzen das. Wenn ich aber mal Zeit habe, dann verbringe ich die am liebsten mit meiner Familie. Da die sich aber über vier Bundesländer verteilt, ist auch das nicht so leicht. Ansonsten kümmern mein Mann und ich uns gerne um die Rosen in unserem Garten.

Herzlichen Dank für das Interview Frau Stabsunteroffizier (FA) Christina Schwanitz! Wir wünschen Ihnen auf dem Weg nach Rio alles Gute und werden Sie dabei weiter begleiten.

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Stand vom: 07.01.16 | Autor: Markus Theis


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