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Individuelle Qualifikation und Dienstposten müssen übereinstimmen!

Berlin, 04.03.2016.
Die Zahlen zur Personallage 2015 belegen eindeutig: Die Bundeswehr ist ein attraktiver Arbeitgeber.

Soldat steckt Kabel um

Gefragter Fachmann: Ebenso wie die Wirtschaft sucht auch die Bundeswehr IT-Spezialisten. (Quelle: Bundeswehr/Pfeil)Größere Abbildung anzeigen

Fast 97 Prozent aller Stellen für Soldaten auf Zeit – rund 13.000 Soldaten - sind über alle Laufbahngruppen hinweg besetzt worden. Der Bedarf für den Offiziersnachwuchs wurde vollständig gedeckt.

Von insgesamt 106.000 Bewerbern für die Bundeswehr wurden rund 25.000 eingestellt. Hinter diesen erfreulichen und zugleich doch etwas nackten Zahlen stehen die Menschen, die der Bundeswehr Gesicht und Fähigkeit geben. Aus ihren Reihen entscheiden sich außerdem viele für den Weg des Berufssoldaten.

Insgesamt eine hervorragende Mitteilung, die trotzdem noch einen kleinen Wermutstropfen enthält: Ebenso wie die zivile Wirtschaft hat die Bundeswehr noch offene Stellen für Spezialisten.

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Schwerpunkt bilden

Ein Schwerpunkt liegt hier unter anderem bei IT-Spezialisten. Gerade vor dem Hintergrund der Cyber-Bedrohung bemerkte Staatssekretärin Katrin Suder vor kurzem bei einer Anhörung im Verteidigungsausschuss: „Die Bundeswehr als große und vernetzte Institution muss auf Angriffe im Cyberraum vorbereitet sein und adäquat reagieren können.“ Die ausreichende Anzahl der nötigen Experten hierzu sei nicht aus der Truppe allein zu rekrutieren.

Für diese Bereiche die wenigen gut ausgebildeten Fachleute zu bekommen ist ein ständiger Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt, der sich durch den Wandel der Altersstruktur in Zukunft weiter verschärfen wird. Dabei müssen Arbeitgeber neue Wege gehen und die Ausgestaltung ihrer Anforderungen überdenken. Auch die Bundeswehr hat begonnen, Arbeitsplätze und deren Anforderungen flexibler zu gestalten, um Bewerbern einen einfacheren Zugang zu ermöglichen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte diese Notwendigkeit bereits Anfang 2014 angemerkt: „Wir müssen überprüfen, ob sämtliche Eignungsmerkmale noch richtig definiert sind.“

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Orientierung an den Erfordernissen

„Für Menschen, die sich bei der Bundeswehr einbringen wollen, dürfen wir nicht unnötige Hürden aufbauen“, stellte von der Leyen ebenfalls schon damals fest. Was demnach vor zehn Jahren richtig war, kann heute wegen gewandelter Grundbedingungen schon anders aussehen. Das jeweilige Aufgabenprofil eines Dienstpostens hat also Einfluss auf die Anforderungen an den Stelleninhaber.

Um lebenserfahrene hochmotivierte Reservisten für spezielle Tätigkeiten zu gewinnen, steht bei ihnen die aufgabenorientierte Verknüpfung von Hauptberuf und soldatischem Wirken im Vordergrund. Ein Beispiel:

Als Leiter des Kreisverbindungskommandos organisiere ich viel, baue dazu das notwendige Netzwerk auf und erweitere es und nehme im Auftrag des Landeskommandos repräsentative Pflichten wahr“, sagt Oberstleutnant der Reserve Heiner K., Leiter Kreisverbindungskommando (KVK) Saarlouis und im Zivilberuf Rechtsanwalt. Genau wie in seinem Haupterwerb liegt der Schwerpunkt in der Büro- und Managementfähigkeit. „Die Verknüpfung dieser Leitungstätigkeiten in der Kanzlei mit dem militärischen Aspekt des Leiters KVK machen Spaß. Meine Zeit muss ich aber gut einteilen zwischen Familie, Freizeit, Geld verdienen und Leiter KVK“, merkt er an.

Soldaten auf Truppenübungsplatz

Hohe körperliche Anforderungen: Doch nicht jeder muss eine Granatmaschinenwaffe bedienen. (Quelle: Bundeswehr/Twardy)Größere Abbildung anzeigen

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Der Auftrag bleibt klar

Für alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr ist weiterhin eine grundlegende „körperliche Leistungsfähigkeit“ gefordert, die unter anderem die Basis der Auftragserfüllung ist. Hier sind grundsätzlich keine Änderungen vorgesehen. Um die gewollte Flexibilität zu erreichen, kann es in der Einzelfallbetrachtung Ausnahmen für die Dienstfähigkeit geben.

Die weit überwiegende Anzahl der Anträge auf Ausnahmegenehmigungen bezieht sich auf Reservistendienst Leistende, die ihren Dienst in Form einer Stabsdienstverwendung im Inland versehen. Da in den dortigen Leitungsverwendungen vorrangig Managementfähigkeiten, Kontaktpflege und Verankerung in der gesellschaftlichen Struktur im Vordergrund stehen, können die Anforderungen anders gewichtet werden als die an Soldaten der Kampftruppe. Dies zeigt sich auch in der hohen Rate von Ausnahmegenehmigungen für Reservistendienst Leistende im Inland, die in fast neun von zehn Fällen erteilt werden. Ihre doppelte Erfahrung aus zivilen Kenntnissen und militärischer Ausbildung als Grundlage ihres Dienstes spielt bei diesem Personenkreis eine wesentlich wichtigere Rolle als beispielsweise Einschränkungen der Sport- oder Marschbefähigung.

Die wenigen Ausnahmeanträge für eine Auslandsverwendung von Reservistendienst Leistenden beinhalten die besondere Prüfung der speziellen Anforderungen des vorgesehenen Einsatzdienstpostens. So erlaubt eine büroartige Verwendung in einem Feldpostamt in einem gesicherten Lager eher eine Ausnahmegenehmigung als für einen Soldaten auf Patrouille.

Soldaten machen Sport

Dienstsport: Eine grundlegende körperliche Leistungsfähigkeit bleibt für alle Soldaten unverzichtbar. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

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Den richtigen Ansatz fortsetzen

Die Bundeswehr hat einen wichtigen Weg eingeschlagen, um sich dem Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt zu stellen. Das Verhältnis von 4:1 von Bewerbern zu Einstellungen und eine so hohe Personaldeckung sprechen eine klare Sprache.

Trotzdem gilt es verstärkt Spezialisten anzusprechen und einzustellen. Deshalb kann es auch hier nach Einzelfallbetrachtung seltene Ausnahmen für die Dienstfähigkeit der Soldatinnen und Soldaten geben. Bei fast 44.000 ärztlichen Untersuchungen im Jahr 2015 wurden bei nur 0,04 Prozent Ausnahmegenehmigungen erteilt. Diese betreffen beispielsweise IT-Fachpersonal für besondere technische Berufe oder auch hochspezialisierte Fachärzte, die berufsbezogen in Krankenhaus eingesetzt sind.

Das zeigt deutlich den weiterhin hohen Anspruch der Bundeswehr an ihre Bewerber, insbesondere für den aktiven militärischen Dienst.

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Stand vom: 04.03.16 | Autor: Norbert Stäblein


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