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Porträt: Wolfgang Fröhlich – der Macher im Hintergrund

Andernach, 21.01.2016.
Wenn es stimmt, dass der erste Eindruck ein bleibender ist, hätte Oberstabsfeldwebel a. D. Wolfgang Fröhlich allen Grund gehabt, dem Bund beizeiten den Rücken zu kehren.

Fröhlich im Porträt

Ein Mann im Unruhestand: Ohne Wolfgang Fröhlich würde es die Ausstellung in Andernach nicht geben. (Quelle: Bundeswehr/Tiedke)Größere Abbildung anzeigen

Als er 1978 bei einer Fernmeldeausbildungskompanie seinen Dienst antritt, stellt sich heraus, dass er Verwandtschaft in der DDR hat – im Kalten Krieg bei den Fernmeldern ein no-go. Drei Tage später ist er seinen Posten wieder los. Aber Fröhlich bleibt dem Bund dennoch treu. Dient bald als Zeitsoldat und Wartungstruppführer an der Raketenschule der Artillerie in Geilenkirchen und wechselt nach deren Auflösung für einige Monate zum PSV-Bataillon 850 (Psychologische Verteidigung) nach Andernach.

Dann wird er Flusspionier, genauer: Bootsmaschinenfeldwebel. „Das war die schönste Zeit“, schwärmt der 57-Jährige im Rückblick. „Wir hatten ein eigenes Schiff, Dusche, immer warmes Essen. Wenn wir bei Übungen die Infanterie übergesetzt haben, kam unser Smut in weißer Kochkleidung mit Tablett zu den Leuten. Kaffee? Milch und Zucker? Die haben fast geheult.“ Der damalige Kommandeur habe die Truppe scherzhaft „bewaffnete Binnenschiffer“ genannt – aber gestört hat das keinen.

Später wird Fröhlich Zugführer bei einer amphibischen Pionierkompanie und so verantwortlich für neun Brücken- und Übersetzfahrzeuge M2, kurz „Amphibien“ genannt, nebst deren Besatzungen. Anfang der 90er Jahre wechselt er wieder zurück zu OpInfo nach Andernach. Hier wird er schließlich administrativer Datenschutzbeauftragter (ADSB) oder „der meist gehasste Mann im Bataillon“, wie er heute grinsend sagt.

In Andernach ist Fröhlich geboren, viele Jahre hat er dort gedient. Und jetzt, seit vier Jahren im Ruhestand – hält es ihn auch nicht die ganze Zeit daheim. Seit seinem Abschied hat der passionierte Schrauber und Motorradfahrer bereits um die 300 Tage Wehrübungen hinter sich.

Seit September 2015 hilft er nun in der Krahnenberg-Kaserne beim Aufbau der militärhistorischen Sammlung. „Organisieren, Handwerkern und dem Chef den Rücken frei halten“, umreißt er seinen Job. Auf die sichtbaren Erfolge an der Wiege der Bundeswehr ist er stolz. Und die nächste Reservedienstleistung ist schon geplant – im Sommer. Dann wieder als ADSB bei ZOpKom in Mayen. Der Reservist, der „meistgehasste Mann“ im Zentrum, ist unentbehrlich.

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Stand vom: 21.01.16 | Autor: Markus Tiedke


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