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Mein Beruf: Fachpfleger für Intensivmedizin

Mayen, 09.12.2015.
Hauptfeldwebel Sebastian Göhring ist Pfleger für Anästhesie und Intensivmedizin im Bundeswehrkrankenhaus Berlin – ein Job auf Leben und Tod.

Pfleger legt Mundschutz an

Volle Konzentration: Göhring bereitet sich auf seinen nächsten Einsatz vor. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Wenn Hauptfeldwebel Sebastian Göhring zur Arbeit kommt, weiß er oft nicht, was ihn erwartet: Menschen mit Infektionskrankheiten, reanimierte oder frisch operierte Patienten oder solche, die einen schweren Unfall hatten. Auf der Intensivstation des Bundeswehrkrankenhauses in Berlin kümmert er sich mit seinen 25 Kollegen um jeden. „Das ist eine große Herausforderung, die den Beruf sehr interessant macht“, erzählt der 37-jährige Familienvater.

Als Fachkraft für Anästhesie und Intensivmedizin kümmert er sich einerseits um die Grundpflege der meist Schwerkranken – wie das Waschen, Kämmen und Zähneputzen – aber auch um die medizinische Versorgung, die jeden Tag 24 Stunden geleistet werden muss: Göhring verabreicht beispielweise die ärztlich verordneten Medikamente, tauscht Infusionen, schließt die Patienten an die Überwachungsmonitore an, legt Zugänge, nimmt Blut ab und führt Laboruntersuchungen durch, bilanziert den Flüssigkeitshaushalt und assistiert bei kleineren Eingriffen.

Seine Patienten kommen von allen Stationen des Krankenhauses, neurologische Erkrankungen und Dialysepatienten gehören ebenso zu seiner Klientel wie Herzpatienten. Die morgendliche Visite ist dadurch besonders umfangreich, weil Ärzte verschiedener Fachrichtungen anwesend sind.

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Erst Fernmelder – jetzt Lebensretter

Mit dem Tod von Patienten umzugehen, hat Göhring im Laufe der Zeit gelernt. „Das muss man auch, sonst geht man kaputt. Außerdem gibt es auch viele schöne Situationen in dem Beruf. Etwa, wenn ein zuvor Schwerstkranker unsere Station wieder verlässt.“ Das sei die schönste Anerkennung seiner Arbeit, sagt Göhring. Außerdem kompensiere er sehr viel über seine Familie.

Die medizinische Laufbahn von Sebastian Göhring begann bereits Ende der 90er-Jahre. Nach dem Abitur und dem Grundwehrdienst war er zunächst Fernmelder und als Unterstützungspersonal im Sanitätsbereich im Einsatz. „Das gefiel mir so gut, dass ich die Lehrgänge San-1 und San-2 gemacht habe, wozu auch ein Praktikum im Krankenhaus gehörte.“

Göhring zog im Jahr 2000 nach Berlin, um sich an der Krankenpflegeschule, die damals noch in der Julius-Leber-Kaserne untergebracht war, ausbilden zu lassen – was mit der Feldwebellaufbahn verbunden war.

Zwei Pfleger und Patient

Moderne Medizintechnik prägt den Alltag im Krankenhaus. Doch immer geht es um den Menschen. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

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Jeden Tag neue Herausforderungen

Vier Jahre arbeitete er danach auf der HNO-Station des Bundeswehrkrankenhauses, ein halbes Jahr davon leitet er die Station kommissarisch. Göhring entschied sich, Berufssoldat zu werden und bildete sich berufsbegleitend zum Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin weiter – ein Praktikum auf der Intensivstation hatte ihn auf diese Idee gebraucht.

2008 wechselte er dann – und er bereut diese Entscheidung bis heute nicht. Regelmäßig wird er auch für Einsätze ins Ausland geschickt, wie etwa 2006 in den Kosovo und 2011 sowie 2015 nach Afghanistan. „Das ist das Schöne an meinem Beruf: Jeden Tag wartet eine neue Herausforderung – egal, ob im In- oder Ausland“, ist Göhring zufrieden.

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Sein Weg

Beruflicher Werdegang

1997

Zunächst Grundwehrdienst im Fernmelderegiment 320 in Frankenberg. Dann Wechsel zum Sanitätsdienst und Verpflichtung zum Soldat auf Zeit für vier Jahre.

1998

Sanitätslehrgänge 1 und 2 in Halle/Saale und am Bundeswehrkrankenhaus Amberg.

2000 bis 2003

Ausbildung zum Krankenpfleger am Bundeswehrkrankenhaus Berlin. Weiterverpflichtung für insgesamt 13 Jahre.

2003 bis 2007

Krankenpfleger auf der HNO-Station des Bundeswehrkrankenhauses Berlin. Ernennung zum Feldwebel.

2007

Verpflichtung zum Berufssoldaten

2008

Versetzung auf die Intensivstation des Bundeswehrkrankenhauses Berlin. Berufsbegleitende Ausbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin an der Gesundheitsakademie der Berliner Charité.

seit 2010

Fachpfleger auf der Intensivstation des Bundeswehrkrankenhauses Berlin im Dienstgrad Hauptfeldwebel.

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Stand vom: 06.06.16 | Autor: Angelika Finkenwirth


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