Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Aus dem Einsatz > NATO steckt Kurs für Ägäis-Mission ab

NATO steckt Kurs für Ägäis-Mission ab

Brüssel, 25.02.2016, Bundesregierung/NATO.
In der Nacht zum 25. Februar haben sich die Mitgliedsstaaten der NATO in Brüssel auf die Richtlinien zur Seeraumüberwachung in der Ägäis geeinigt.

Karte: Griechenland, Türkei, Zypern

Die Ägäis liegt im Mittelmeer, zwischen Griechenland und der Türkei. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die Türkei, Deutschland und Griechenland hatten diese Maßnahmen dem Bündnis vorgeschlagen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg betonte noch in der Nacht: „Diese Krise betrifft uns alle. Und wir alle müssen Lösungen finden.“

Vorgesehen ist, dass durch die Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2) und in direkter Zusammenarbeit mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex Informationen über die örtlichen Schleusernetzwerke gesammelt werden. Diese Informationen sollen dann nicht nur Frontex sondern auch den Sicherheitsbehörden von Griechenland und der Türkei bereitgestellt werden. Diese können so effektiver arbeiten und die Türkei könnte ablegende Boote direkt stoppen. Da nur Griechenland in der EU ist, beide Staaten aber Mitglieder der NATO sind, wird das Bündnis zur Plattform für die Zusammenarbeit aller Akteure.

Die Schiffe der NATO selbst, die bereits nach der Grundsatzentscheidung der NATO-Verteidigungsminister vom 11. Februar in die Ägäis aufgebrochen waren, werden keine Boote anhalten. Ihr Auftrag ist es lediglich, Schleuserbewegungen zu beobachten, auszuwerten und zu melden.

In Kooperation mit Griechenland und der Türkei kommen die NATO-Einheiten auch in deren Hoheitsgewässern zum Einsatz. Laut Stoltenberg werden türkische und griechische Schiffe ihre jeweiligen Hoheitsgewässer dagegen nicht verlassen.

Die Seenotrettung ist – wie bei EU-Operation Sophia vor der Küste Nordafrikas – nicht ausdrücklich Teil des militärischen Auftrages. Sie bleibt aber weiterhin die ständige Pflicht eines jeden Seefahrers. Die NATO hat deshalb festgelegt, dass Schiffbrüchige durch die Einheiten der SNMG 2 in der Regel wieder in die Türkei zurückgebracht werden. Dieses soll Flüchtlingen den Anreiz nehmen, die gefährliche Überfahrt zu wagen und zudem das Vorgehen der Schlepper behindern.

Die SNMG 2 steht derzeit unter deutschem Kommando. Auf dem Einsatzgruppenversorger Bonn werden sich rund 210 deutsche Soldaten unter der Führung von Flottillenadmiral Jörg Klein an dem Einsatz in der Ägäis beteiligen.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 26.02.16 | Autor: Victoria Kietzmann


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.aktuelles.aus_dem_einsatz&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7CA7GEH9230DIBR