Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Aus dem Einsatz > Syrien-Einsatz: Tornados entsprechen den Anforderungen

Syrien-Einsatz: Tornados entsprechen den Anforderungen

Berlin, 20.01.2016, Presse- und Informationsstab BMVg.
Die internationale Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat von der Bundeswehr die Fähigkeit gefordert, gestochen scharfe Luftbilder zu liefern, die bei Tag erflogen werden und in ein gemeinsames Führungsinformationssystem eingespeist werden können. Dieses dient einem aktuellen Lagebild und dem Schutz der eingesetzten Piloten.

Zwei Tornados beim Start

Start frei: Zwei Aufklärungstornados heben in Incirlik ab. Ihre Ausstattung entspricht den Anforderungen der internationalen Koalition gegen den IS. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Deshalb hat die Bundeswehr von vornherein entschieden, Aufklärungstornados in der Avionik-Variante A3 zu entsenden. Diese ist zur schnellen Datenübertragung mit dem modernen System Link 16 ausgestattet. Spezialisiert auf den – derzeitig nicht geforderten – Einsatz bei Nacht ist dagegen eine andere Version des Tornados in der Avionik-Variante A1. Diese verfügt jedoch nicht über Link 16.

Die deutschen Tornados werden nur bei Tag eingesetzt, um die benötigten hoch auflösenden Luftbilder zu liefern. Hierfür erstellen die an den Luftoperationen beteiligten Staaten regelmäßig eine Liste mit Aufklärungszielen. In Puncto Nachtsichtfähigkeit besteht bei der Variante A3 ein Defizit: Die Cockpitbeleuchtung blendet die Besatzung, wenn sie mit Restlichtverstärker fliegt. Hier sind langfristige Verbesserungen geplant.

Karte: Einsatzgebiet Syrien

Die deutschen Tornado-Jets sind im türkischen Incirlik stationiert. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Für den Einsatz im Rahmen der Anti-IS-Operation Counter Daesh wird eine kurzfristig verfügbare Interimslösung realisiert. Die Umrüstung erfolgt vor Ort im türkischen Incirlik, wo die Maschinen stationiert sind.

Auch danach werden die Maschinen aber höchstwahrscheinlich nur am Tag eingesetzt. Schon während des ISAF-Einsatzes in Afghanistan sind die dort von April 2007 bis Ende 2010 stationierten deutschen Tornados ihre Aufklärungsmissionen stets am Tag geflogen, obwohl sie eine Nachtsichtfähigkeit besessen haben.

nach oben

Fragen und Antworten zum Tornado-Einsatz

Was wird durch die Koalition im Rahmen der Aufklärung angefragt?

Bisher werden durch die Koalition Objekte zur Aufklärung durch das Waffensystem Tornado beauftragt, welche in den Planungsprozess der Operationsführung der Operation Inherent Resolve zur Bekämpfung der Terrormiliz Islamischer Staat einfließen. Um welche Objekte es sich dabei im Einzelnen handelt, unterliegt militärischer Geheimhaltungsbestimmungen.

Welchen Wert haben unsere Aufklärungsergebnisse?

Der Einsatz der Tornados wird in der gesamten Koalition sehr geschätzt und hoch anerkannt, wovon sich zuletzt der Inspekteur der Luftwaffe bei seinem Besuch in Incirlik am 19.Januar persönlich überzeugen konnte. Unsere Aufklärungsergebnisse sind ein wesentlicher Beitrag für eine detaillierte Lagebilderstellung.

Können Tornados bei Nacht fliegen?

Selbstverständlich besitzen wir mit dem Tornado in der Aufklärungsrolle die Fähigkeit bei Nacht zu fliegen und Einsatzaufträge zu erfüllen. Richtig ist aber auch, dass der Bauzustand der Tornados, die wir im Einsatz fliegen, modifiziert werden muss, um durch das Tragen einer Nachtsichtbrille das Situationsbewusstein der Besatzung bei Nacht zu erhöhen. Wir haben uns entschieden, die Variante ECR und IDS Tornado im Bauzustand ASST A3 (Avionic System Software Tornado) in den Einsatz zu schicken. Damit haben wir die beste Einbindung des Flugzeugs in das Datennetzwerk, das sogenannte LINK 16, das die Darstellung der Luftlage eigener Kräfte in Echtzeit erlaubt.

Müssen wir uns bei den Tornados Sorgen um die Landesverteidigung machen?

Definitiv nicht. Unsere Tornados sind mit der Umrüstung auf ASSTA 3 auf dem modernsten Stand und mit ihren Aufklärungssensoren für ihre Rolle bestens ausgestattet.

Wie erfolgt die Rettung unserer Flugzeugbesatzungen, wenn sie notlanden beziehungsweise das Luftfahrzeug aufgeben müssen?

Im Falle einer notwendigen Rettung kommen festgelegte Mechanismen aus dem Gesamtspektrum „Personnel Recovery“ zum Tragen. Dies umfasst im internationalen wie nationalen Verständnis in einem ganzheitlichen Ansatz alle diplomatischen, zivilen und militärischen Aktivitäten zur Rettung und Rückführung isolierten Personals. Combat Search and Rescue (CSAR) ist aus diesem Spektrum nur eine, wenn auch die „high-end-Methode“. Die Bundeswehr ist bei CSAR aktuell auf die umfängliche Unterstützung durch multinationale Partner angewiesen.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 21.01.16 | Autor: Frank Bötel


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.aktuelles.aus_dem_einsatz&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7CA6CGQE834DIBR