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Männer mit Verbindungen: IT-Experten im Einsatz

Masar-i Scharif, Afghanistan, 22.01.2016.
Die Führung von Streitkräften ist ohne Fernmeldeverbindungen kaum denkbar. Damit die Kommunikation zwischen allen Führungsebenen reibungslos funktioniert, braucht es qualifiziertes Personal: IT-Feldwebel, die auf die Einrichtung, den Betrieb und die Bedienung von Führungsunterstützungssystemen spezialisiert sind.

Zwei Soldaten bauen die SatKom-Antenne auf

Sprechfunk via Satellit: Binnen Minuten aufgebaut und weltweit nutzbar (Quelle: Bundeswehr/Hoffmann)Größere Abbildung anzeigen

Im Train, Advise and Assist Command North (TAAC North) im Norden Afghanistans sind dies unter anderem Hauptfeldwebel Sascha Z. und seine Kameraden aus Kastellaun. Hauptfeldwebel Sascha Z. ist der Netzwerk-Administrator. Doch vermeintliche Nerds sind weder der 31-Jährige noch seine Kameraden: Sie wirken topfit, tragen kurze Haare und keine langen Bärte.

Sprechen sie jedoch untereinander über ihr Fachgebiet, versteht der durchschnittliche Computer-Nutzer nicht mehr viel: „Micro PoP“, „Tunnel“, „BGAN“, „RBM“, unbekannte Abkürzungen, eigentümlich klingende Fachtermini. Diesen Experten zuzuhören, erinnert mehr an Science Fiction, als an den Dienst in der Bundeswehr. Das verrät jedoch auch: Diese Soldaten sind Spezialisten.

Wer das Team um Hauptfeldwebel Z. im Camp Marmal in Masar-i Scharif besuchen will, muss einen gesondert gesicherten Bereich betreten. Ist man bis dorthin vorgedrungen, fällt einem die Werbung eines bekannten Computerfachmarkts ins Auge. Was dort ein Werbeslogan ist, spiegelt hier augenzwinkernd das Selbstverständnis und fachliche Können der auf Informationstechnik spezialisierten Soldaten wider: Wenn sie sagen, „geht nicht, gibt’s nicht“, oder dass Technik „so muss“, dokumentiert sich darin ihr Vertrauen in ihre Fähigkeiten und Problemlösungen.

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Hoher Bedarf, gute Chancen

Eine so stark spezialisierte Fachrichtung bei der Bundeswehr erfordert eine gute und intensive Ausbildung. Sascha Z. erzählt: „Wir sind IT-Systemelektroniker, IT-Kaufleute, Fachinformatiker oder haben vergleichbare Berufe.“ Die Führungsunterstützer, die zurzeit im 4. Deutschen Einsatzkontingent Resolute Support ihren Dienst leisten, haben ihre Karriere bei der Bundeswehr auf unterschiedliche Weise begonnen: Einige hatten bereits vorher ihren Beruf gelernt und wurden in die Laufbahn der Feldwebel des Fachdienstes übernommen. Andere haben im Rahmen einer zivilen Aus- und Weiterbildungsmaßnahme (ZAW) während ihrer Dienstzeit ihre berufliche Qualifikation erworben.

Gemeinsamer Startpunkt ist die berufliche Qualifikation auf Gesellenebene. „Die Ausbildung auf Meisterstufe wird im Laufe der Dienstzeit als Feldwebel durch Lehrgänge hinzugewonnen“, ergänzt Hauptfeldwebel Z. „Das beinhaltet natürlich auch die Erfahrung, die man im Laufe der Zeit in der Tätigkeit sammelt.“

Der Bedarf an IT-Personal in der Bundeswehr ist in einer zunehmend vernetzten, digitalen Welt sehr groß. Entsprechend groß sind die Chancen, als Soldat auf Zeit später auch in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten übernommen zu werden, der bis zu seiner Pensionierung in den Streitkräften dient.


Boxer und Fuchs stehen an einem Zelt

Auch hier sind IT-Fachleute vor Ort: Ein mobiler Gefechtsstand in Nordafghanistan. (Quelle: Bundeswehr/Wallander)Größere Abbildung anzeigen

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Der Einsatz ist auch Fortbildung

Auch in der Bundeswehr erfordert die berufliche Tätigkeit in der IT-Technik die ständige Bereitschaft, sich immer wieder neue Kenntnisse anzueignen. „Neben den im Heimatdienstbetrieb üblichen Systemen, die man gewohnt ist, trifft man im Einsatz auf viele internationale und NATO-spezifische Systeme, die für die Führung von multinationalen Operationen benötigt werden. Das trifft vor allem auf die Informations- und Kommunikationssysteme zu“, berichtet Hauptfeldwebel Z. und lacht: „Das bedeutet, dass ein Auslandseinsatz auch eine Fortbildung ist.“

Seine Kameraden pflichten ihm bei. Sie erleben die multinationale Zusammenarbeit mit den Soldaten anderer Nationen im TAAC North ebenfalls als eine Bereicherung: „Wir arbeiten hier mit Holländern, Kroaten, Amerikanern, Belgiern und Montenegrinern Hand in Hand.“

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Nichts für stubenhockende Nerds

Die Bundeswehr als Armee im Einsatz benötigt nicht nur in Deutschland IT-Spezialisten, sondern eben auch in den Einsätzen. „Unsere Aufgabe hier in Afghanistan ist es unter anderem, schnell verlegbare Informations- und Kommunikationssysteme zur Verfügung zu stellen. Sie werden in mobilen Befehlstellen benötigt“, erklärt Hauptfeldwebel Z. „Dazu gehört für uns, neben der eigentlichen Arbeit mit der Hard- und Software vor Ort, auch die Erkundung eines möglichen Platzes für einen mobilen Befehlsstand.“

Nach der Erkundung, die eine allgemeine militärische Aufgabe ist, beginnt die eigentliche Arbeit: In einem Zelt wird die Informationstechnik – vom Computer bis zum Telefon - aufgebaut und in Betrieb genommen.

Sascha Z. und sein Team aus Kastellaun haben bereits mehrfach an Resolute Support (RS) und bis Ende 2014 auch an ISAF-Einsätzen teilgenommen. Für sie kann das bedeuten, nicht nur einmal aus dem Camp heraus zu kommen, sondern auch über längere Zeit unter einfachsten Bedingungen „draußen“ zu leben und zu arbeiten.

„Unsere Tätigkeit hier ist nicht nur ‚gelb‘ (Waffenfarbe der Führungsunterstützungstruppe), sondern auch ‚grün‘ (Waffenfarbe der Infanterie)“, betont der 31-Jährige. Einerseits nehmen sie infanteristische Aufgaben wahr, indem sie den Platz des Befehlsstandes erkunden und auch sichern, andererseits arbeiten sie auf dem Befehlsstand in ihrer Funktion als IT-Spezialist.

Soldaten bauen die Antenne auf dem Autodach auf

Vom Dach aus geht's: Das Team stellt eine Verbindung zum Satelliten her. (Quelle: Bundeswehr/Hoffmann)Größere Abbildung anzeigen

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Erlebnisse schweißen zusammen

Diese verschworene Gemeinschaft hat dabei schon viel erlebt. „Ein unschönes Erlebnis war sicherlich, als bei einem Erkundungsflug zwischen Kundus und Masar-i Scharif unser Hubschrauber beschossen wurde“, erzählt Hauptfeldwebel Z. „Aber: Im Gelände unter freiem Himmel zu leben und zu arbeiten, das schafft Erlebnisse, die schweißen zusammen und bleiben in Erinnerung.“ Seine Kameraden nicken zustimmend.

Eines der vielen Telefone klingelt, Hauptfeldwebel Z. geht ran: „Ja, verstanden, ich mach‘ ein Ticket auf“, spricht er in den Hörer. Er bestätigt so dem Anrufer in der Sprache eines Informationstechnikers, dass er einen digitalen Arbeitsauftrag an sein Team übermitteln wird. „Die Betreuung der Netzwerksysteme hier im Normalbetrieb des Camps ist natürlich auch eine unserer Aufgaben“, ruft er und widmet sich wieder seiner Arbeit.

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Stand vom: 27.01.16 | Autor: Philipp Hoffmann


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