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Projekt Digitale Kräfte: Der Azubi und der Eurofighter

Wittmund, Ostfriesland, 15.03.2016.
Marcel Schollmanns hat eine große Schwäche. Sie ist knapp 16 Meter lang, bis zu 2.500 Stundenkilometer schnell und „sehr, sehr cool“: der Eurofighter.

Porträt von Marcel Schollmanns

Marcel Schollmanns fährt voll auf den Eurofighter ab. (Quelle: Bundeswehr/Twardy)Größere Abbildung anzeigen

Der 19-jährige Azubi mit den kurzen dunklen Haaren begeistert sich grundsätzlich für alle Militärflugzeuge. Ihn haben schon als Junge die Schnelligkeit, die Waffensysteme und die komplexe Technik von Kampfjets fasziniert. Aber der Eurofighter bleibt sein Liebling. „Er kann einfach alles“, schwärmt er.

Der Bildschirmschoner auf seinem Rechner ist ein Eurofighter, zwei Poster des Flugzeugs hängen in seinem Zimmer und für unterwegs hat er Fotos des Jets auf seinem Mobiltelefon dabei. Das Beste aber ist, „dass ich mit dem Eurofighter arbeiten darf.“

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Kampfjets sind große Computer

2013 hat Marcel Schollmanns eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker bei der Bundeswehr begonnen. Die Ausbildungswerkstatt befindet sich unmittelbar auf dem Fliegerhorst der Luftwaffe in Wittmund. „Kampfjets sind wie große fliegende Computer“, sprudelt es aus dem jungen IT-Spezialisten heraus. „Was die können, ist einzigartig und sehr beeindruckend.“

Schollmanns spätere Aufgabe als Systemadministrator besteht darin, dieses Computersystem zu betreuen, für einen Austausch an Informationen etwa beim Kerosinverbrauch oder beim Flugverhalten zu sorgen. Er spielt neue Karten und Flugrouten auf den Bordcomputer und kann für den Piloten auch Simulationen einspeisen – beispielsweise konkrete Abwehrmanöver und Waffeneinsätze während eines echten Trainingsflugs.

Marcel Schollmanns auf dem Flugfeld

Als Zivilist hat Schollmanns seine Karriere begonnen. Jetzt wird er Soldat. (Quelle: Bundeswehr/Twardy)Größere Abbildung anzeigen

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Zwei Berufe in einem

Marcel Schollmanns wusste zunächst nicht, ob er tatsächlich Soldat werden will und hat sich nach der Realschule bewusst für eine zivile Ausbildung bei der Bundeswehr entschieden. Mittlerweile ist er aber überzeugt: Jetzt, drei Monate vor dem Abschluss seiner Ausbildung, hat Marcel Schollmanns sich für zwölf Jahre als Feldwebel bei der Luftwaffe verpflichtet. „Ich habe hier einfach unheimlich viele Möglichkeiten weiterzukommen“, sagt er. „Das macht die Bundeswehr als Arbeitgeber so spannend. Ich bin Soldat, aber habe gleichzeitig auch einen IT-Beruf – wie zwei Jobs in einem.“

Was das genau bedeutet, kennt Schollmanns von klein auf, denn sein Vater ist Flugbetriebsfeldwebel. Der junge Marcel ist so nicht nur zwischen Kampfjets aufgewachsen, sondern hat auch die Welt gesehen. Die Familie lebte jeweils vier Jahre in Italien und in den USA. „Bis zum Ende der Schulzeit habe ich mein halbes Leben im Ausland verbracht. Das war schon toll.“

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Beim Bund geht's um mehr

Bevor es vielleicht auch für ihn selbst in die weite Welt geht, ist er jedoch erst einmal bei der Taktischen Luftwaffengruppe Richthofen in Wittmund stationiert. Bis zu seiner Führerscheinprüfung hat er dort mit anderen Azubis auf dem Kasernengelänge auch gewohnt. „Das ist ein Angebot für alle Auszubildenden, die nicht in der Nähe wohnen.“ Er teilte sich ein Zimmer mit einem Schulkameraden, die Küche mit weiteren Kollegen. „Wir sind alle schnell selbstständig geworden.“

Der Technik-Fan denkt allerdings nicht nur an seine eigenen Entwicklungschancen bei der Luftwaffe und ist sich der Verantwortung in seinem Beruf bewusst. „Wir fliegen schließlich keine Urlauber umher“, sagt Schollmanns. „Bei der Bundeswehr geht es um mehr. Es geht darum, Bedrohungen fernzuhalten.“

Wenn man darüber hinaus auch noch dem Eurofighter nahe sein kann, bleiben keine Wünsche offen. Außer vielleicht eine Tätigkeit im Ausland: „Ich bin abenteuerlustig“, grinst er. „Wenn man mir jetzt die Möglichkeit bieten würden, in die USA zu gehen, wüsste ich keinen Grund, nein zu sagen.“

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Stand vom: 22.03.16 | Autor: Redaktion der Bundeswehr


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