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„Allied Spirit“: Gemeinsam stark im Gefecht

Hohenfels, 08.02.2016.
Mehr als 2.000 Soldatinnen und Soldaten aus Kanada, Deutschland, Italien, Lettland, Slowenien und den Vereinigten Staaten ziehen bei „Allied Spirit IV“ an einem Strang. Auf Einladung des Oberkommandos des US-Heeres in Europa üben sie vier Wochen lang auf dem amerikanischen Truppenübungsplatz Hohenfels das taktische Zusammenwirken auf dem Gefechtsfeld.

Deutsche Soldaten mit amerikanischem Soldaten

Kleine Unterschiede in technischen Dingen oder in taktischen Vorgehensweisen werden sofort besprochen. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Den Hauptanteil der Gefechtsübung stellen die US-Streitkräfte mit rund 1.500 Soldaten. Die Leitung dieses Vorhabens liegt in den Händen des 7th Army Joint Multinational Training Command in Grafenwöhr. Bei der Übung soll vor allem das taktische Zusammenwirken auf Brigade- und Bataillonsebene trainiert werden. Das Oberkommando über die insgesamt sieben Bataillone hat in diesem Jahr die Garibaldi-Brigade, ein italienischer Großverband mit Sitz im süditalienischen Caserta bei Neapel. Ihr sind für die Dauer der Übung alle Soldaten der teilnehmenden Staaten unterstellt.

Brigadegeneral André Bodemann, Kommandeur der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“, weist auf eine Besonderheit für die Bundeswehr hin. Zum ersten Mal sei eine deutsche Einheit direkt einem US-amerikanischen Verband unterstellt. Die 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 122 aus Oberviechtach ist ins 2nd Cavalry Regiment, das Partnerregiment der „Zwölfer“, integriert, so der General. Verstärkt wird die deutsche Kompanie mit einem Panzerzug aus dem Panzerbataillon 104 aus Pfreimd.

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„Grantiger Löwe“ war ein Erfolg

Vor einem Jahr, bei der Gefechtsübung „Grantiger Löwe“ der Panzerbrigade 12 auf dem Truppenübungsplatz Bergen, war es noch anders herum. Damals war eine US-amerikanische Kompanie mit ihren Radpanzern vom Typ „Stryker“ den „Zwölfern“ unterstellt.

Der deutsche Kompaniechef, Hauptmann Rayk Engel, führte bei der zweiwöchigen Übung die am stärksten gepanzerte Einheit mit der größten Feuerkraft. „Ich bin hier mit insgesamt 10 Mardern, also zwei Panzergrenadierzügen, Kompanieführung, dann haben wir noch vier Kampfpanzer dabei, also einen Panzerzug. Weiterhin haben wir jeweils für die Marder und die Leoparden Instandsetzung und Bergefahrzeuge dabei. Außerdem 5-Tonner, Geländewagen vom Typ Wolf, was halt notwendig ist, um hier draußen arbeiten zu können“, sagte Engel während der Übung.

Generalmajor William Gayler, der stellvertretende Kommandierende General der US-Army Europe, und Brigadegeneral Christopher Cavoli, Kommandeur 7th Army Joint Multinational Training Command, äußerten sich sehr positiv über die Übung und die erbrachten Leistungen. Besonders wichtig sei es gewesen, dass die Kommunikation zwischen den Soldaten der verschiedenen Nationen funktioniere. Die multinationale Übung sollte auch nach außen demonstrieren, dass man Krisen zusammen bewältigen kann.

Soldaten im Panzer

Panzer auf dem Marsch. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

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Bekämpfung regulärer und irregulären Gegner

Die amerikanischen Manöverplaner haben in das Einsatzszenario von „Allied Spirit“ Lehren aus vielen Missionen und Krisengebieten eingearbeitet. Es sieht vor, dass die NATO ein Land unterstützt, das von einem Nachbarstaat überfallen wurde. Der Gegner sind nicht nur reguläre Truppen, sondern auch Aufständische und Terroristen. Letzteres kennen viele Soldaten aus ihren Einsätzen in Afghanistan oder im Irak. Die gemeinsamen Erfahrungen sollen bewahrt werden. Darüber hinaus wollen und müssen alle NATO-Partner die konventionelle Kriegsführung wieder stärker trainieren, um auch auf staatliche Bedrohungen reagieren zu können.

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Übung steckt voller Herausforderungen

„Das Wetter zehrt ganz schön. Letzte Woche kämpften wir noch mit eisigen Temperaturen, und jetzt haben wir es mit der Nässe und dem Matsch zu tun“, erzählt der Kompaniefeldwebel, Oberstabsfeldwebel Eduard Pröls. Hinzu kämen verschiedene Führungsmethoden, die Fremdsprache, unterschiedliches Material – „lauter Herausforderungen, an denen wir hier auf der Übung wachsen und diese uns für die Zukunft viele neue Erfahrungswerte bringen“, so Pröls. Besonders die Sprache Englisch ist auf allen Ebenen unumgänglich geworden. Dass es natürlich bei einer multinationalen Übung auch zu Problemen kommen kann, liegt auf der Hand. „Allied Spirit“ zeigt aber, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt. Das Ziel der Übung ist die Verbesserung der Interoperabilität.

Bundeswehrfahrzeug unter Tarnnetz

Auf die Tarnung im Gelände kommt es bei allen Streitkräften an. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

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„Gelebte Multinationalität“

„Allied Spirit IV ist eine gute Gelegenheit zu üben – gemeinsam mit den Amerikanern, nicht nur weil wir eine Partnerschaft haben, sondern weil wir eben auch versuchen müssen, die Dinge zusammenzubringen, die noch nicht so laufen“ , so der stellvertretende Kompaniechef Hauptmann Mathias Stürmer. Kleine Unterschiede in technischen Dingen oder in taktischen Vorgehensweisen müssten noch optimiert werden, so Brigadegeneral Bodemann. Dass auf solcher einer großen Übung nicht alles nach Plan läuft, ist Jedem klar. Trotz herausfordernder Bedingungen sind die Frauen und Männer hochmotiviert und empfinden die „gelebte Multinationalität“ als Besonderheit. Hauptmann Stürmer zieht ein erstes, positives Fazit: „Die Stryker agieren wahnsinnig professionell und die Kameradschaft wird hier auf der Übung wirklich groß geschrieben.“

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Stand vom: 09.02.16 | Autor: Constanze Wörsdörfer


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