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Cold Response: Multinationalität auf dem Gefechtsstand

Vaernes, Norwegen, 02.03.2016.
2014 wurde die 11. Luchtmobiele Brigade der niederländischen Streitkräfte in die deutsche Division Schnelle Kräfte (DSK) integriert – ein Novum in der Geschichte der Bundeswehr und ein starkes Zeichen des Vertrauens. Zwei Angehörige der Brigade nehmen derzeit mit der Luftlandeaufklärungskompanie 310 aus Seedorf an der Übung Cold Response in Norwegen teil.

Soldaten im Gespräch

Profis unter sich: Deutsche und Niederländer sind ein eingespieltes Team. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Im Gefechtsstand der Special Operations Task Group 30 arbeiten sie mit ihren deutschen Kameraden an der Operationsplanung. Oberleutnant Koen H. und Wachtmeister 1. Klasse (Oberfeldwebel) Roy S. sind erfahrende Aufklärer. Und die enge Kooperation mit den Deutschen ist für sie längst ganz normal. „Die 310 ist unsere Schwesterkompanie“, sagt Oberleutnant H. „Die machen in der Luftlandebrigade 1 das gleiche wie wir in der 11. Luchtmobielen.“

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Erprobte Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit ist allein im letzten Jahr bei drei großen Übungen erprobt worden. Zuletzt bei Trident Juncture im Herbst. „Damals war einer unserer Leute bei den niederländischen Kameraden“, ergänzt Hauptmann Max S. „Das ist jetzt quasi der Gegenbesuch.“

S. leitet die „ZIVA“. Hinter dem Akronym verbirgt sich die „Zelle Informationsverarbeitung und Auswertung“. Dorthin gelangen die von den verschiedenen Sensoren der Aufklärungskompanie gewonnenen Informationen, werden ausgewertet und der Führung zur Verfügung gestellt. Bei Cold Response kümmert sich Hauptmann S. auch um den Aufbau des gemeinsamen Gefechtsstandes und die Planung.

Bei der Planung von Einsätzen folgen Niederländer und Seedorfer dem so genannten „Military Decision Making Process“, kurz MDMP. Diese Vorgehensweise ist Standard bei den Spezialkräften der NATO, und weil die Luftlandeaufklärungskompanie 310 diesen Standard beherrscht, ist sie in besonderem Maße für die Zusammenarbeit mit den Spezialkräften geeignet.

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Kooperation schafft Vertrauen

„Dabei werden auch die niedrigeren taktischen Ebenen ganz intensiv in den Entscheidungsprozess eingebunden“, erklärt Oberleutnant Koen H. „Alle Optionen kommen auf den Tisch und werden je nach Lage durchgesprochen. Alle bringen ihre Fachexpertise ein, die Abwägungsphase fällt gründlicher aus.“ Dann werden die Handlungsempfehlungen dem Kommandeur vorgelegt. Und der entscheidet auf dieser Grundlage.

Bezogen auf die üblichen Aufträge der Aufklärer würden sich also Fragen zur Annäherung an die befohlenen Ziele oder die absehbar effektivsten Sensoren ergeben. Auch die Verweildauer im Einsatzgebiet, die Größe der Trupps und etwaige Folgeaufträge spielen regelmäßig eine Rolle.

„Bei uns ist MDMP schon lange Standard“, sagt Oberfeldwebel S. Aber mittlerweile gebe es hinsichtlich der Vorgehensweise kaum mehr Unterschiede zwischen Deutschen und Niederländern. „Außer in gewissen Details bei der taktischen Herangehensweise. So etwas diskutieren wir natürlich und versuchen, voneinander zu lernen.“ Auch die Deutschen schauen genau hin, wenn es um die Fähigkeiten der Niederländer geht, bestätigt Hauptmann S. Und durch die regelmäßige Zusammenarbeit entstehen enge Verbindungen und Netzwerke, von denen alle profitieren.

Gerade diese enge Kooperation bringt die Partner letztlich voran. „Wenn es zum Einsatz kommt, wissen wir genau, mit wem wir es zu tun haben“, sagt Oberleutnant H. mit Blick auf die deutschen Kameraden. „Wir kennen ihre Vorgehensweise und haben Vertrauen in ihr Können. Das gilt umgekehrt genauso. Und das steigert die Qualität unserer Arbeit.“

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Stand vom: 02.03.16 | Autor: Markus Tiedke


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