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Kommando Territoriale Aufgaben will mehr Reservisten gewinnen

Berlin, 26.02.2016.
Der Bedarf an Reservistinnen und Reservisten in der Bundeswehr wächst. Das gilt auch für den Bereich des Kommandos Territoriale Aufgaben. Das hat jetzt die Initiative ergriffen und unbeorderte Reservisten eingeladen, um sie für den Reservedienst zu motivieren. Die Informationsveranstaltung fand am 20. Februar in Berlin statt.

Reservisten im Wald

Reserve ist gefragt: Bremer Reservisten auf dem Truppenübungsplatz (Quelle: Bundeswehr/Milenkovic)Größere Abbildung anzeigen

Mit rund 10.000 beorderten Reservisten stellt die Reserve etwa die Hälfte des militärischen Personals des Kommandos Territoriale Aufgaben. Sie sind in vielen Bereichen eingesetzt, insbesondere als Verbindungselemente in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit und in den Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien (RSU) sowie aktuell auch in der Flüchtlingshilfe der Bundeswehr.

Brigadegeneral Gerd Kropf ist als stellvertretender Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben zugleich Beauftragter für Reservistenangelegenheiten. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Personalmanagement hatte er über 700 potenzielle Reservisten angeschrieben und zu einer Informationsveranstaltung in das Kommando Territoriale Aufgaben nach Berlin eingeladen. Im Interview zieht er eine erste Bilanz.

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Herr General, zunächst grundsätzlich gefragt: Welche Rolle spielt die Reserve in der territorialen Struktur?

Fast das gesamte territoriale Netzwerk von den Landeskommandos über die Kreisverbindungskommandos, Bezirksverbindungskommandos und RSU-Kompanien besteht aus Reservisten. Und ohne diese Angehörigen der beorderten Reserve – das heißt, der fest eingeplanten Reservisten – wäre das territoriale Netzwerk nicht aufrechtzuerhalten.

Was wir jetzt suchen, sind Angehörige der Allgemeine Reserve, die dann in unsere sogenannte Verstärkungsreserve integriert werden. Ziel ist es, die Durchhaltefähigkeit der Lagezentren in den Landeskommandos und der Operationszentrale hier im Kommando Territoriale Aufgaben zu verstärken.

Porträt von Gerd Kropf

Brigadegeneral Kropf: „Wir brauchen die Reservisten zur Erfüllung unserer territorialen Aufgaben“ (Quelle: Bundeswehr/Kehrberg)Größere Abbildung anzeigen

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Dazu wurden die potenziellen Reservisten angeschrieben und zu einer zentralen Informationsveranstaltung nach Berlin eingeladen. Wer genau wurde da eingeladen?

Wir haben zunächst aus dem Dienst ausgeschiedene Unteroffiziere mit Portepée und Offiziere identifiziert, die in Führungs- und Stabsverwendungen gearbeitet haben. Dabei konnten wir auf die Daten des Bundesamtes für Personalmanagement zurückgreifen; die allerdings aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mehr der Datenpflege unterliegen. So waren viele Adressen nicht mehr aktuell, und wir erhielten von den rund 770 angeschriebenen Personen genau 107 Rückmeldungen. Von ihnen sind 60 der Einladung nach Berlin gefolgt.

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Was waren Zweck und Ziel der Veranstaltung? Und wurden sie erreicht?

Ziel war es, diesen interessierten Kreis auf drei Ebenen zu informieren. Erstens im praktischen Sinne: Welche Arbeit kommt auf Reservedienstleistende in den Operations- beziehungsweise Lagezentren zu? Was wird dort erwartet?

Zweitens ging es um die Rahmenbedingungen: Welche Voraussetzungen gelten für die „wehrrechtliche Verfügbarkeit“, also wer ist überhaupt beorderungsfähig? Dazu trug das Bundesamt für Personalmanagement vor.

Drittens wurde über die finanziellen Grundlagen informiert: Referenten des Bundesamtes stellten das Unterhaltssicherungsgesetz vor und die entsprechenden Zahlungen, die die Bundeswehr im Rahmen einer länger andauernden Reservedienstleistung zahlt.

Damit wurde die Zielsetzung einer umfassenden Information der Teilnehmer dieser Veranstaltung in jedem Fall erreicht.

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Wie haben die Teilnehmer auf die Veranstaltung reagiert und wie hoch war die Motivation, sich tatsächlich aktiv in den Reservedienst einzubringen?

Die Resonanz der Teilnehmer war aus meiner Sicht sehr positiv. Wobei ich auch festgestellt habe, dass einige sehr lange keine Reservedienstleistung beziehungsweise keinen aktiven Dienst geleistet haben. Da gab es einen großen Informationsbedarf, wie der Reservedienst heute aufgestellt ist und was der Unterschied zwischen Beorderung und allgemeinem Reservedienst ist.

Für Fragen und Gespräche standen Vertreter aus den Landeskommandos Bremen, Hamburg, Saarland und dem Bereich Standortaufgaben Berlin sowie Offiziere aus unserer Operationszentrale hier im Kommando Territoriale Aufgaben bereit. An sie konnten sich die interessierten Teilnehmer wenden und sich austauschen. Das wurde von vielen in Anspruch genommen.

Porträt von Gerd Kropf

Brigadegeneral Kropf: „Die Veranstaltung war sehr erfolgreich und stieß auf positive Resonanz“ (Quelle: Bundeswehr/Kehrberg)Größere Abbildung anzeigen

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Das klingt nach einem erfolgreichen Auftakt. Was folgt als nächstes? Wie wird die Initiative weitergeführt?

Jetzt müssen wir abwarten, was tatsächlich rauskommt. Das heißt, alle Interessierten müssen den Einschleusungsprozess über die Karriere-Center durchlaufen. Erst dann können wir uns ein Urteil bilden, wer tatsächlich in die Beorderung einbezogen werden kann.

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Die Veranstaltung bezog sich, wie Sie sagen auf vier Landeskommandos. Wie sieht das in der Fläche aus? Ist die Situation da vergleichbar?

Auf die Fläche bezogen, ist die Situation nicht vergleichbar. Die Personalausstattung der größeren und mittleren Landeskommandos ist im Moment noch relativ gut. Ich sage bewusst „im Moment noch“, denn wir müssen uns ja immer darauf einstellen, auch zwei Aufträge parallel durchzuführen. Beispiel: Wir mussten im Sommer 2013 rund um die Uhr und sieben Tage pro Woche die Lagezentren der betroffenen Länder während der Flut besetzen und müssten – wie aktuell – daneben auch noch die Organisation der Unterstützung in der Flüchtlingshilfe leisten. In einer solchen Lage ist der Bedarf natürlich dann rasch relativ hoch.

Aus diesem Grund wollen wir dieses Projekt auf jeden Fall erweitern auf alle Bundesländer.

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Hotline-Service für Reservisten

Allgemeine Fragen zu Reservisten-Angelegenheiten beantwortet die Bundeswehr unter folgender Telefonnummer:

030 - 18 24 24 24 2

Informationen über freie Stellen liegen dort aber nicht vor.

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Stand vom: 29.02.16 | Autor: Susanne Lopez


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