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Cold Response: Blick auf die anderen Nationen

Namsos, Norwegen, 03.03.2016.
Nahe der kleinen Hafenstadt Namsos an der Mündung des Flüsschens Namsen haben die Gastgeber Anfang der Woche zum Pressetag eingeladen. Vor dem Hafen ankern morgens für einige Zeit zwei Fregatten der norwegischen Marine. Für die versammelte Generalität der Verbündeten zeigen Angehörige einer Spezialeinheit ihr Können bei maritimen Einsätzen.

Norwegische Fregatte im Meer

Die Roald Amundsen der norwegischen Marine in der Bucht von Namsos. (Quelle: Official Marine Corps Photo/Jones)Größere Abbildung anzeigen

Wenig später gibt es ein paar Kilometer flussaufwärts eine Waffenschau. Soldaten verschiedener Nationen zeigen hier Großgerät und beantworten Fragen zur Technik. Die Schweden sind hier ebenso vertreten wie Norweger und Finnen, Amerikaner und Niederländer. Gegen Mittag zeigt sich einer der Stargäste der Veranstaltung – eine kapitale Boeing B-52 Stratofortress der amerikanischen Luftwaffe. Kurz nachdem der strategische Bomber mit einer großen Schleife abgedreht ist, zischt geräuschvoll noch eine Rotte F-16 der norwegischen Luftwaffe vorbei.

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Traditionsreiche finnische Pori-Brigade

Jaakko Lahdenkauppi schaut nur kurz auf. Der Kersantti (Stabsunteroffizier) der finnischen Armee ist mit etwa einem Dutzend seiner Kameraden vor Ort. Sie alle gehören zur Mörserkompanie der traditionsreichen Pori-Brigade. Eines ihrer Fahrzeuge ist ein 120-Millimeter-Mörser „AMOS“ (Advanced Mortar System) auf einem gepanzerten „Patria“-Achtradfahrzeug. Lahdenkauppi kann schnell und kenntnisreich über dieses moderne Waffensystem berichten, dessen zwei Rohre drohend gen Himmel ragen. Aber seine Aufmerksamkeit gilt gerade etwas Anderem.

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Verpflegung unter arktischen Bedingungen

Wie die Verpflegung, so die Bewegung. Das ist in der finnischen Armee nicht anders als bei der Bundeswehr. Und bei anhaltenden Minusgraden unter Feldbedingungen ist „der Mampf“ doppelt wichtig. Die Finnen haben anerkanntermaßen Erfahrung mit arktischen Bedingungen. Unter diesem Gesichtspunkt kommt ihre Verpflegung überraschend zivil daher.

Das „EPA“ der Finnen besteht aus einem Plastikbeutel von knapp einem Kilo Gewicht. „Wir haben sieben Varianten davon. Neuerdings gibt es sogar eine vegane Variante“, sagt der Kersantti und grinst. Auch die umstehenden Kameraden feixen. Im Beutel: Konzentrate, Pülverchen und Trockenbrot – im Grunde nichts Unerwartetes. Prunkstück der Überlebensration sind vier Fertigmahlzeiten, die die Männer sogleich zu Demonstrationszwecken auf ihrem Kocher zubereiten.

Finnische Soldaten bereiten sich Essen zu

Finnische Soldaten bereiten sich ihr „EPA“ zu. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

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Anstrengende Tage in Sicht

Das geht mit dem finnischen Modell überraschend schnell und schmeckt nicht mal übel. „Im Winter brauchen wir wegen der Kälte mehr Energie“, sagt Lahdenkauppi. Kein Problem, die Packungsbeilage weist ja nicht weniger als 4040 Kilokalorien aus. „Das sollte reichen. Je nachdem, wie sehr sie uns herumscheuchen.“ Wenn es ruhig zugehe, käme mancher auch mal mit ein paar Pfund extra zurück. In den kommenden Tagen können die Männer der Pori-Brigade die Energie aber wohl gut brauchen. Gleich nach der Waffenschau rücken sie wieder in den Verfügungsraum ab und schließen sich ihrer Einheit an. „Wir haben hier noch viel vor“, sagt Stabsunteroffizier Lahdenkauppi zum Abschied.

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Stand vom: 03.03.16 | Autor: Markus Tiedke


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