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Resolute Support – der Einsatz am Hindukusch

Berlin, 23.01.2017.

Bereits seit 2002 sind deutsche Soldaten in Afghanistan. 13 Jahre hat die International Security Assistance Force, kurz ISAF, ihren Beitrag zur Sicherheit im Land am Hindukusch geleistet. Ihr folgte am 1. Januar 2015 die Beratungsmission Resolute Support.

Zwei Soldaten sichern das Gelände
Die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 geben den Anstoß zum Engagement der Weltgemeinschaft in Afghanistan. (Quelle: Bundeswehr/Koch)Größere Abbildung anzeigen

Das internationale Engagement in Afghanistan hat bisher viel erreicht. Die afghanischen Sicherheitskräfte, kurz ANDSF, haben heute eine Stärke von etwa 350.000 Mann. Seit Januar 2015 tragen sie selbstständig die Verantwortung für die Sicherheit im Land. Allerdings benötigen sie nach wie vor Unterstützung.

Train, Advise and Assist: Ausbildung, Beratung und Unterstützung

Mit der NATO-Mission Resolute Support, kurz RS, soll ihnen dafür das Rüstzeug gegeben werden. Im Gegensatz zum Kampfeinsatz ISAF stützt sich die Mission auf drei Säulen: Train, Advise and Assist (TAA) – also Ausbildung, Beratung und Unterstützung. Die RS-Kräfte stehen quasi in der zweiten Reihe und unterstützen die ANDSF dabei, ihrer Sicherheitsverantwortung nachzukommen.

Camp Marmal – Sitz des Train Advise Assist Command North

Das Camp Marmal ist das größte Feldlager der Bundeswehr außerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Es liegt in der Nähe der afghanischen Stadt Masar-i Scharif am Fuße des Marmalgebirges. Es hat eine Größe von etwa zweieinhalb mal anderthalb Kilometer. In ihm befindet sich das Train Advise Assist Command North, kurz TAAC N.

Rund 800 deutsche Soldaten leisten zusammen mit ihren Kameraden aus insgesamt 21 Nationen für mehrere Monate ihren Dienst in Masar-i Scharif, einige von ihnen zeitweise auch in Kundus. 150 Soldaten leisten ihren Dienst in der Hauptstadt Kabul.

Logo RS und TAAC North
Die NATO-Mission Resolute Support dient der Ausbildung, Beratung und Unterstützung (engl: train, advise, assist) der afghanischen Sicherheitskräfte. (Quelle: Bundeswehr/Schachel)Größere Abbildung anzeigen

Von 6.000 Soldaten bei ISAF auf 2.000 bei Resolute Support

Das Camp Marmal hat sich verändert, einige Bereiche wirken fast verlassen. Noch vor einigen Jahren – zu ISAF-Zeiten – waren mehr als 6.000 Soldaten in diesem Feldlager stationiert. Heute sind es noch rund 2.000.

Die Mission RS gliedert sich in sechs regionale Kommandos sowie das Hauptquartier in Kabul. Die Bundeswehr fungiert als Rahmennation im Norden des Landes und stellt neben elementaren Unterstützungsleistungen für die Partnernationen auch den Kommandeur – einen deutschen Brigadegeneral. Seit November 2016 wird die Mission RS im Norden Afghanistans durch Brigadegeneral André Bodemann geführt. Er ist gleichzeitig der Führer des deutschen Einsatzkontingentes RS.

Resolute Support: Eine Mission, drei Phasen

Das Grundkonzept von Resolute Support ist das „Nabe- und Speichenmodell”. Die Hauptstadt Kabul ist in diesem Modell die „Nabe”. Die „Speichen” sind strategisch wichtige Städte, verteilt im gesamten Land.

Die Mission ist in drei Phasen gegliedert. In der ersten Phase soll RS in den Hauptquartieren und höheren Kommandobehörden der afghanischen Sicherheitskräfte in den „Speichen” wirken. Deutsche Soldaten sind in ihren Funktionen zur Ausbildung, Beratung und Unterstützung eingesetzt.

In einer zweiten Phase soll die Anzahl der NATO-Kräfte weiter verringert und die internationalen Truppen geschlossen in der Hauptstadt Kabul stationiert werden.

In der letzten Phase ist die Rückverlegung der Truppen von Resolute Support vorgesehen.

Transportfahrzeug Dingo fährt im Konvoi
Der ISAF-Einsatz endete am 31. Dezember 2014. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Keine exakten Zeitlinien

Die exakte Zeitlinien sind noch nicht festgeschrieben. Sie richten sich nach dem Entwicklungsstand der Sicherheitskräfte und nach der Sicherheitslage im Land.

Mitte März 2016 begann ein neuer Auftrag für die Soldaten des TAAC N: Die Ausbildung, Beratung und Unterstützung des Stabes der 20. Division des 209. Korps (sogenannte 20. Pamir Division) der Afghan National Army, kurz ANA, in Kundus.

Es ist kein dauerhafter Auftrag. Er ist anlassbezogen und zeitlich begrenzt. Soldaten mehrerer Nationen leisten im Wechsel ihren Dienst im Camp Pamir, etwa acht Kilometer südlich der Stadt. Die Berater und die Unterstützungskräfte sind im Camp eingesetzt. Dazu gehören Sprachmittler, Sicherungskräfte und ein kleines Team an Sanitätern.

„Safe Haven” in Kundus

Die Soldaten in Kundus leben und arbeiten im Camp Pamir und dort wiederrum in einem separaten, besonders geschützten Bereich mit festen Unterkünften – dem sogenannten „Safe Haven”. Eine hohe Mauer schützt den Bereich vor Ausspähversuchen und unbefugtem Zutritt. Am Tor sichern Soldaten der Force Protection die Zufahrt.

Darüber hinaus nehmen auch im Camp Shaheen in Masar-i Scharif, in dem sich auch die afghanische Pionier- und Fernmeldeschule befindet, in Kabul im afghanischen Generalstab und im Verteidigungsministerium sowie als Berater der afghanischen Luftwaffe deutsche Soldaten ihren TAA-Auftrag wahr.

Der Fortschritt der afghanischen Sicherheitskräfte ist deutlich sichtbar – auch wenn nach wie vor Unterstützung durch RS-Kräfte erforderlich ist.


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Stand vom: 15.12.17 | Autor: Katharina Zollondz


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