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Resolute Support – der Einsatz am Hindukusch

Berlin, 13.02.2019.

Seit Beginn 2002 unterstützen deutsche Soldatinnen und Soldaten Afghanistan auf dem Weg zu Frieden Stabilität und Entwicklung. 13 Jahre lang hatte die International Security Assistance Force, kurz ISAF, ihren Beitrag zu einem sicheren Land am Hindukusch geleistet. Ihr folgte am 1. Januar 2015 die NATO-geführte Mission Resolute Support. Ihr Auftrag: Ausbildung, Beratung und Unterstützung für die afghanischen Streitkräfte.

Zwei Soldaten sichern das Gelände
Kampfkräftig: Die Adviser der Bundeswehr werden von Schutzkräften gesichert. (Quelle: Bundeswehr/Koch)Größere Abbildung anzeigen

Das internationale Engagement in Afghanistan hat bisher viel erreicht. Seit Januar 2015 tragen sie die Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes. Zurzeit sind „zwei Drittel der Bevölkerung unter dem Schutz der afghanischen Sicherheitskräfte, das heißt der Regierung“, erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen anlässlich ihres jüngsten Besuchs im Land im Dezember 2018.

Bis heute wird die afghanische Regierung von der NATO und befreundeten Nationen unterstützt, um das Land nicht internationalen Terrorgruppen oder radikalen Taliban zu überlassen. Ursula von der Leyen begrüßt dazu eine friedliche und politische Lösung aller beteiligten Parteien.

Von der Leyen im Gespräch mit Soldaten in Afghanistan
Truppenbesuch: Immer wieder informiert sich Ministerin von der Leyen vor Ort über die Lage in Afghanistan. (Quelle: Bundeswehr/Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Wie geht es weiter mit Afghanistan?

Zu der mutmaßlichen Ankündigung eines Teilabzugs der US-amerikanischen Kräfte aus Afghanistan, erklärte von der Leyen: „Bislang gibt es zu dieser Meldung nichts Konkretes. Für uns gilt: Die Bundeswehr ist nie allein unterwegs, sondern immer nur in Bündnissen und Koalitionen.“

Deutschland stellt derzeit das zweitgrößte Einsatzkontingent der NATO-Truppen in Afghanistan. Zusätzlich hat Resolute Support kein Missionsende mit festem Datum. Das Missionsziel richtet sich aber nach der Entwicklung der afghanischen Sicherheitskräfte und der allgemeinen Sicherheitslage.

Zur Perspektive einer möglichen Reduzierung der US-Truppen äußerte sich die deutsche Verteidigungsministerin in den Medien: „Ein Abzug aller Kräfte hätte schwerwiegende Folgen. Die afghanische Regierung ist alleine noch nicht in der Lage, die Sicherheit im Land zu gewährleisten. Die Menschen wären schutzloser gegen die Taliban und von den Versöhnungsgesprächen würde der notwendige Druck genommen. Afghanistan würde schlimmstenfalls wieder Rückzugsgebiet und Ausbildungsort internationaler Terroristen.“

Bei allen Schwierigkeiten gilt: Die Entwicklung der afghanischen Sicherheitskräfte ist sichtbar – auch wenn eine NATO-Unterstützung weiterhin erforderlich ist. Ursula von der Leyen betonte, dass es unerlässlich sei „strategische Geduld zu haben und durchzuhalten, das Erreichte zu verteidigen.“

Logo RS und TAAC North
Multinational: Die NATO-Mission Resolute Support dient der Ausbildung, Beratung und Unterstützung (engl: train, advise, assist) der afghanischen Sicherheitskräfte. (Quelle: Bundeswehr/Schachel)Größere Abbildung anzeigen

Train, Advise and Assist: Ausbildung, Beratung und Unterstützung

Die Resolute Support Mission, kurz RSM, bildet die afghanischen Sicherheitskräfte mit dem Ziel aus, selbstständig für die Sicherheit in ihrem Land zu sorgen. RSM stützt sich auf drei Säulen: Train, Advise and Assist (TAA) – Ausbildung, Beratung und Unterstützung. Die RS-Kräfte unterstützen die ANDSF mit Advisern, den Beratern und Ausbildern.

Die Fähigkeiten, die das Mandat des Deutschen Bundestags den deutschen Soldatinnen und Soldaten bietet, werden weiterhin unverändert in Art und Umfang benötigt.: „Die Bundeswehr leistet Großes hier, damit auch die Taktik der Verbände besser wird. Das sind Schritte nach vorne, ganz ohne Zweifel“, zeigte sich Verteidigungsministerin von der Leyen vom deutschen Engagement überzeugt.

Die NATO-Ausbildung eröffnet den afghanischen Kräften neue Qualifikationen, wie den Aufbau eigener Luftstreitkräfte mit Flugzeugen und Helikoptern. Neben den Advisern stellt die Bundeswehr auch operative Fähigkeiten wie Luftaufklärung mit der Drohne Heron zur Verfügung. Die neuen militärischen Fähigkeiten wirken sich auch auf die Stabilität im zivilen Leben aus: „Das Land ist heute ein anderes als vor 18 Jahren. In Kabul studieren Frauen, die junge Generation ist vernetzt und orientiert sich. Das kann ihr keiner mehr nehmen“, so die Verteidigungsministerin in der Presse.

Blick auf Camp Marmal, im Hintergrund Gebirge
„Stadt“ am Berg: Das Camp Marmal in Nordaghanistan ist das größte Feldlager der Bundeswehr. (Quelle: Bundeswehr/Neumann)Größere Abbildung anzeigen

Camp Marmal – Sitz des Train Advise Assist Command North

Das Camp Marmal ist das größte Feldlager der Bundeswehr außerhalb Deutschlands. Es liegt in der Nähe der nordafghanischen Großstadt Masar-i Scharif am Fuße des Marmalgebirges. Hier befindet sich auch das Hauptquartier für die nordafghanischen Provinzen, das Train Advise and Assist Command North, kurz TAAC-N. Im Camp Marmal in Masar-i Scharif leisten rund 1.000 deutsche Soldaten und 3.000 internationale Kameraden aus insgesamt 22 Staaten ihren Dienst. Etwa 250 weitere deutsche Soldaten sind in der Hauptstadt Kabul, in Kundus und in Bagram eingesetzt.

Die Mission Resolute Support gliedert sich in fünf regionale Kommandos (Süd, Ost, Nord, West und Hauptstadt), ein Kommando Luftstreitkräfte, das Kommando Security Transition, sowie zwei Task Forces. Die Bundeswehr ist die Rahmen- und Führungsnation im Norden des Landes und stellt den Kommandeur im TAAC-N. Seit Ende August 2018 ist das Brigadegeneral Gerhard Klaffus. Er ist gleichzeitig der Führer des deutschen Einsatzkontingentes RS. Hauptauftrag von RSM im Norden ist die Ausbildung, Beratung und Unterstützung des Stabes des 209. Korps der Afghanischen Armee.


  • Weitere Informationen

    Auslandseinsätze

    Öffnet die Einsatzseite auf www.bundeswehr.de

    Afghanistan Spezial: Der ISAF-Einsatz

    Öffnet

    Patenschaftsprogramm afghanische Ortskräfte

    Banner, öffnet die Seite Patenschaftsprogramm für afghanische Ortskräfte auf www.bundeswehr.de

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Stand vom: 15.03.2019 | Autor: Redaktion der Bundeswehr


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