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Bewegende Trauerfeier für Tiger-Piloten in Fritzlar

Fritzlar, 03.08.2017.

Im Dom der hessischen Garnisonsstadt Fritzlar haben am 3. August zahlreiche Trauergäste von den am 26. Juli in Mali ums Leben gekommenen Soldaten des Kampfhubschrauberregimentes 36 „Kurhessen“ Abschied genommen.

Neben Familienangehörigen, Freunden und Kameraden erwiesen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker sowie der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier den Heeresfliegern die letzte Ehre.

Trauerfeier im Fritzlarer Dom St. Peter
Letzte Ehre: Soldaten wachen an den Särgen ihrer Kameraden. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Der katholische Leitende Militärdekan, Monsignore Rainer Schnettker, begrüßte die Trauergemeinde und versicherte den Familien der ums Leben gekommenen Soldaten, dass sie in Ihrer Trauer nicht alleine seien. Die Verstorbenen seien mit ihren Hubschraubern in Mali eingesetzt gewesen, um anderen Menschen zu helfen. „Dabei haben sie auf besonders tragische Weise den Tod gefunden. Wir stehen hier in Dankbarkeit dafür, dass sie unser Leben begleitet haben“, sagte er.

Nach einem Gebet richtete sich der evangelische stellvertretende Militärdekan, Claus-Jörg Richter, in seiner Ansprache an die Trauergemeinde: „Am 26. Juli erreichte uns die Nachricht vom Absturz des Hubschraubers in Mali und dem Tod der beiden Fritzlarer Kameraden. Solch eine Nachricht ist schwer zu begreifen.“ Beide Soldaten waren seit 2014 in der hessischen Stadt an der Eder stationiert. „Sie liebten die Fliegerei und aus ihrer engen Zusammenarbeit ist schließlich eine enge Freundschaft entstanden“, so Richter.

Anschließend hielten die Angehörigen und Freunde kurz an den Särgen inne und verabschiedeten sich mit einem Blumengruß von ihren Liebsten.

Tapfere Soldaten und herausragende Flieger

Vor ihrer Traueransprache verweilte Ministerin Ursula von der Leyen in kurzer Andacht an den Särgen. Tief bewegt verneigte sie sich vor den Toten.

Die Ministerin sagte: „Wir nehmen heute Abschied von zwei tapferen Soldaten und herausragenden Fliegern, die im Einsatz ums Leben gekommen sind. Wir verneigen uns vor diesem höchsten Opfer, das sie für ihr Land gebracht haben.

Beide Offiziere, Major Jan Färber und Stabshauptmann Thomas Müller, waren Könner und Vorbilder – als Piloten und als Menschen. Wir bleiben ohne sie zurück: tief traurig, sprach- und fassungslos.“

Soldaten tragen zwei Särge bei Trauerfeier im Fritzlarer Dom St. Peter
Große Anteilnahme: Die Trauer vereint Soldaten und Bevölkerung. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Der Verantwortung bewusst

Nachdem Ministerin von der Leyen die Leistungen und Persönlichkeiten beider Piloten skizziert hatte, ging sie darauf ein, wie schwer der Tod der beiden Soldaten wiege: „Ich trage die Verantwortung für alle Soldaten der Bundeswehr – im Grundbetrieb und im Einsatz.

Die Entscheidung, Soldaten in militärische Einsätze zu entsenden, treffen wir, als Abgeordnete des Deutschen Bundestages verantwortungsvoll und sehr bewusst. Und nach vielen Gesprächen mit unseren Soldaten in Mali habe ich ihren Wunsch und ihren Willen gespürt, den Einsatz der deutschen Hubschrauber mit Erfolg zu Ende zu führen.“

Dabei tue es gut, so von der Leyen weiter, die große Anteilnahme und Trauer in Fritzlar zu erleben. Eine ganze Stadt stehe hinter ihren Heeresfliegern. „Für diesen Rückhalt bin ich unendlich dankbar. Heute nimmt jeder für sich, ganz persönlich und doch gemeinsam Abschied von unseren toten Kameraden. Sie fehlen. Doch sie bleiben in der Mitte der Bundeswehr“,sagte sie.

Stadt und Garnison Fritzlar trauern

Der Bürgermeister von Fritzlar, Hartmut Spogat, rang mit der Fassung als er an das Rednerpult tritt. Er war selbst einmal Angehöriger des Heeresfliegerregimentes in seiner Garnisonsstadt und kannte beide Piloten persönlich. „Fritzlar trauert und steht solidarisch an der Seite unserer Soldaten in der Stadtgemeinschaft. Wir müssen heute Abschied nehmen und Trost finden“, sagte er.

Der Regimentskommandeur, Oberst Dr. Volker Bauersachs, entbot seinen toten Kameraden vor ihren Särgen den militärischen Gruß. Danach richtete er sein Wort an die Trauergemeinde: „Wir, die Soldaten des Kampfhubschrauberregimentes 36 „Kurhessen“, nehmen heute Abschied von den aus unserer Regimentsfamilie gerissenen Kameraden. Sie fehlen uns als Menschen, Kameraden und als Freunde.“

Doch, wenn er die Anteilnahme in den Augen seiner Soldatinnen und Soldaten sehe, „gibt uns das Kraft und eint uns“, sagte er.

Soldaten tragen einen Sarg bei der Trauerfeier aus dem Fritzlarer Dom St. Peter
Würdiger Abschied: Soldaten tragen die Särge ihrer Kameraden aus der Kirche. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

„Treu gedient und alles gegeben“

Bauersachs berichtete, dass er sehr viele Kondolenzschreiben erhalten habe, von den Heeresfliegerverbänden im In- und Ausland sowie von vielen Dienststellen der Bundeswehr und befreundeter Nationen. Als Dank dafür und als Würdigung der beiden Toten zitierte er aus dem Kondolenzbuch. Abschließend bestätigte der Regimentskommandeur allen Anwesenden, dass „beide treu gedient und alles gegeben haben. Sie waren im Einsatz in Mali die Lebensversicherung der am Boden eingesetzten Infanterie und bei den UN-Truppen hoch angesehen“.

Die Trauerfeier im Dom endete mit dem Singen der Nationalhymne. Anschließend wurden die Särge in einem Ehrengeleit aus der Kirche getragen. Vor dem Ehrenzug des Wachbataillons hielt der Trauerzug erneut kurz inne. Ein Trommler und ein Trompeter des Musikkorps aus Kassel spielten das Lied „Ich hatt' einen Kameraden“. Damit wurden die Leichname den Familien übergeben.


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Stand vom: 15.12.17 | Autor: Bernd Schwendel


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