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Kleines Team für einen großen Flieger

Al-Asrak, Jordanien, 15.01.2018.

Der Airbus MRTT (Multi-Role-Transport-Tanker) ist ein Multitalent: Die Maschine kann zur medizinischen Versorgung, als Passagier-, Fracht- oder Betankungsflugzeug eingesetzt werden.

Airbus MRTT
72 Tonnen Kerosin kann der Airbus an andere Flugzeuge abgeben. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Im Einsatz Counter Daesh wird der MRTT als Luft-zu-Luft-Tanker eingesetzt. Für den technischen Zustand der Maschine trägt der Abfertigende Wart aus dem Technikzug die Verantwortung. Oberfeldwebel Alexander P. ist dieser Abfertigende Wart. Er leitet die Vorflug- und Nachfluginspektionen.

Zu seinen Aufgaben gehören die Störungsbehebung am Flugzeug, die Reparatur und der Austausch technischer Systeme: „Ich bin zuständig für die Außenkontrolle des Flugzeuges, die Triebwerke der Maschine, die Luftbetankungsanlage und dass alle Checks fehlerfrei durchgeführt werden. Vor dem Flug melde ich dem Piloten: Die Maschine ist technisch klar“, beschreibt Oberfeldwebel Alexander P. seine Tätigkeit.

Spezialisten im Einsatz

Der Airbus misst knapp 50 Meter in der Länge: Damit ist der Technikzug aus der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums das kleinste Team für den größten Flieger im Einsatz. Die Spezialisten werden vom Luftfahrzeugtechnischen Offizier geführt. Ihm unterstehen der Abfertigende Wart, der Ladungsmeister, der Fluggerätemechaniker, der Avioniker, der Bodengerätewart und der Betriebsführungsmeister, der die Ersatzteilversorgung koordiniert. Die Aufgabenteilung macht deutlich, wie komplex die Flugzeugtechnik ist.

„Zu meinen weiteren Aufgaben gehört auch die Prüfung des Cockpits. Ich kontrolliere, ob die Batterien genügend Strom haben, die Flugzeuglichter funktionieren und überprüfe die Instrumente der Maschine. Bei den Instrumenten ist besondere Vorsicht geboten, da sich der Staub überall absetzt“, sagt Oberfeldwebel Alexander P. und deutet auf die Wüste.

Soldat überprüft jeden Schalter im Cockpit
Oberfeldwebel Alexander P. ist verantwortlich für die Einsatzbereitschaft des Tankers. (Quelle: Bundeswehr/Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Zwölf Millionen Liter Sprit

„Der Airbus fliegt jeden Tag und funktioniert reibungslos. Aber auch nach all den Dienstjahren haben wir hier im Einsatz viel dazu gelernt“, so Oberfeldwebel Alexander P. Die Fähigkeit der Luftbetankung ist bei Counter Daesh von großer Bedeutung. Der Tanker erhöht die Reichweite und den Einsatzradius der Flugzeuge der Anti-IS-Koalition.

Mit dem „Hose-and-Drogue-System“ wird ein Betankungskorb oder Fangtrichter am Kraftstoffschlauch an die Tanksonde des anderen Flugzeuges geführt und Treibstoff übergeben. Der Airbus kann zeitgleich bis zu zwei Flugzeuge in der Luft betanken.

„Unsere Betankungsfähigkeit wird hier im Einsatz sehr stark nachgefragt. Das ganze System mit Korb und Schlauch wird in jeweils einem Schlauchbehälter aufbewahrt. Einer ist rechts, der andere links unter der Tagfläche angebracht. Die Behälter liegen soweit außen wie möglich, damit der mehr als 22 Meter lange Schlauch nicht vom Abgasstrahl des MRTT beschädigt wird“, erklärt Oberfeldwebel Alexander P.

Das Kerosin für den Airbus wird mit Tankwagen zum Flugzeug gebracht. Maximal kann das Flugzeug 72 Tonnen Kraftstoff aufnehmen und in einer Höhe von 1.500 bis 9.000 Metern abgeben. Bislang wurden die Flieger der Anti-IS-Koalition mit mehr als zwölf Millionen Litern Kerosin versorgt.


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Stand vom: 24.01.18 | Autor: Michael Fuckner


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