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ABC-Abwehr bei VJTF 2019

Bruchsal, 09.04.2019.

Für die Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) stellt das ABC-Abwehrkommando der Bundeswehr Fähigkeiten zum Schutz vor ABC-Kampf- und Gefahrenstoffen bereit.

Zwei italienische und zwei deutsche Soldaten mit ABC-Masken im Gespräch
Gemeinsam im Einsatz: deutsche und italienische Soldaten. (Quelle: Bundeswehr/Steffan)Größere Abbildung anzeigen

Um dies zu gewährleisten ist bei dem Kräfteumfang und der multinational aufgestellten VJTF Brigade eine ebenfalls multinational gegliederte ABC-Abwehrkompanie erforderlich. Integriert wurden Anteile Niederländischer und Belgischer ABC-Abwehrkräfte, die auch umfangreich in der VJTF Brigade vertreten sind und mit denen bereits eine enge Partnerschaft besteht.

Gut vorbereitet

Die Bruchsaler Einheit wurde 2017 aufgestellt, auf die Anforderungen hin ausgebildet und ausgestattet. Schon 2018 befand sie sich im „Stand-By“ Modus, der nach kurzer Vorwarnzeit die Verlegung und einen Einsatz ermöglichen soll. Die Kompanie durchlief eine umfassende Übungsserie, die ihren Abschluss in der größten NATO-ABC-Abwehrübung bisher, „Coronat Mask“, hatte. Im Zuge der Vorbereitung übte man aber nicht nur unter sich, sondern auch gemeinsam mit den Einheiten der Kampftruppenverbände.

Mehrere Militärfahrzeuge fahren auf der Autobahn
Die Militärfahrzeuge fahren mit jeweils 30 bis 50 Metern zueinander „in Kolonne“. (Quelle: Bundeswehr/Augsburg)Größere Abbildung anzeigen

Aufspüren von ABC-Kampfstoffen

Seit 2019, dem Jahr der sogenannten Stand-By-Phase, steht die Kompanie bereit, innerhalb weniger Tage mit der VJTF in ein Einsatzgebiet zu verlegen. Sie ist im Einsatzgebiet dafür verantwortlich, den Schutz deutscher Soldaten für den Fall eines Einsatzes atomarer, biologischer oder chemischer Waffen zu gewährleisten. Dazu zählt das Erkennen eines solchen Einsatzes unter anderem durch den Transportpanzer Fuchs in der Konfiguration mit ABC-Spürheck, einer Art „mobiles Labor“. Damit kann nicht nur ein Einsatz von ABC-Kampfstoffen festgestellt werden, sondern auch die Freisetzung von industriellen Gefahrstoffen, zum Beispiel bei Unfällen. In Zeiten der hybriden Kriegsführung sind dies Szenarien, die sich nicht mehr ausschließen lassen. Sind solche Gefahrenquellen erkannt, kann die eigene Truppe gewarnt werden. Dies führt dazu, dass rechtzeitig Schutzmaßnahmen eingeleitet werden und das Risiko kontaminiert zu werden minimiert wird. Sind Soldaten, Material oder wichtige Infrastruktur dennoch hiervon betroffen, so sorgen Dekontaminationskräfte für die Beseitigung der Gefahrstoffe und leisten somit einen Beitrag zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft.

Permanent einsatzbereit auf höchstem Niveau

Während der Stand-By-Phase kommt es für die Kompanie darauf an, sich permanent auf höchstem Niveau einsatzbereit zu halten. Um dies zu gewährleisten, ist ständiges Üben und Vertiefen der Ausbildung erforderlich. So wird man auch in diesem Jahr, mit multinationaler Beteiligung, an der ABC-Abwehrübung „Iron Mask“ und als Anteil der VJTF an Übungen wie „Noble Jump“ teilnehmen.

Ein Militärfahrzeug wird von zwei Soldaten in gelben Schutzanzügen mit Wasser abgespritzt
Zwei Soldaten dekontaminieren ein Fahrzeug der Bundeswehr. (Quelle: Bundeswehr/Augsburg)Größere Abbildung anzeigen

Multinationalität als gelebte Einsatzerfahrung

Den multinationalen Übungen fällt eine herausragende Rolle zu, nur so kann die Kompatibilität überprüft und gleiche Verfahren angewendet werden. Die Besonderheit bei den ABC-Abwehrkräften liegt auf der „multinationalen Durchmischung“ bereits unterhalb der Kompanie Ebene. Multinationalität ist für die Soldaten daher keine Neuigkeit mehr, sondern seit langem gelebte Einsatzerfahrung.

Die Stand-By-Phase ist aber nicht das Ende der Einbindung der Kompanie. Auch in der Stand-Down-Phase steht die Kompanie weiterhin alle Einsatzoptionen bereit, dann aber mit einer verminderten Verlegezeit.


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Stand vom: 09.04.19 | Autor: Christian Hofmann


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