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ILÜ 2018 - Logistische Fähigkeiten im Einsatz

Bergen/ Munster, 10.10.2018.

Sie sind schon im Einsatzland, bevor die Kampftruppe in Aktion tritt: die Logistik. Vor einer großen Tribüne haben das Logistikbataillon 161 und das Spezialpionierregiment ein Modell-Camp aufgebaut.

Ein Stapler Orion 5 hebt einen Container an
Der ORION 5 ist der Star des Container-Umschlags. Er kann Container bis in die dritte Ebene stapeln. (Quelle: Bundeswehr/Christian Thiel)Größere Abbildung anzeigen

So manches kommt mir aus dem Einsatz vertraut und bekannt vor: ein großes Verpflegungszelt, ein Container-Lager, ein Instandsetzungs-Punkt und die bekannten Sanitärcontainer - sie sind wie man es aus dem Einsatz kennt gesperrt, außer Betrieb oder besetzt. Während auf der Tribüne Marschmusik eingespielt wird, geht vor einem großen Geländesandkasten ein Soldat mit einem großen Pfeil in Position. Gleich geht die Vorführung los.

Bühne frei für die Logistik

Nach der unvermeidlichen Einweisung in Gelände, Lage und Kommandostruktur über die große Leinwand, beginnt sich auf der Bühne ein komplexes Bild aufzubauen: am Tanklager fassen zwei Straßentankwagen Kraftstoff, weiter hinten werden Container abgeladen - gleich auf dreierlei Weise: einer wird von einem geländegängigen und geschützten LKW MULTI abgesetzt, ein weiterer Container wird von einem Kran vom LKW gehoben - und der dritte wird von einem Spezialfahrzeug namens ORION 5 angehoben. Der ORION 5 hat einen großen, starken Arm, mit dem er Container mühelos heben und transportieren kann - und sie sogar bis in die dritte Ebene stapeln kann.

Am Instandsetzungs-Punkt arbeiten Männer an einer Panzerhaubitze 2000 - die Reparatur ist abgeschlossen, sie wird nun zum Abtransport vorbereitet.

Ein Soldat steht in einem Modell-Camp
Die Bretter, die die ILÜ bedeuten: wie auf einer Bühne ist ein Modell-Camp aufgebaut, auf dem die Logistik der Bundeswehr zeigt, was sie kann. (Quelle: Bundeswehr/Christian Thiel)Größere Abbildung anzeigen

Viel Bewegung auf Einbahnstraßen

Ein Bus mit Begleitfahrzeugen der Feldjäger rollt ins Camp. Ihm entsteigen die Soldaten eines Panzergrenadierzuges, mit ihren dicken Verlegetaschen treten sie erst an, dann weg: zum Verpflegungszelt. Auf der Bühne rechts werden Gruppenzelte Typ 2 aufgebaut: „Zuu-gleich! Zuu-gleich!“ - das Rufen der Soldaten tönt durch das Camp.

Rollende Tankstelle

Die beiden Straßentankwagen sind nun zu einer anderen Stelle im Camp gefahren und bereiten sich dort darauf vor, Tankstelle zu sein: jeder von ihnen hat eine Zapfpistole. Schon rollen auch die Schützenpanzer Marder eines Panzergrenadierzuges mit Begleitfahrzeugen an und werden betankt. Der Tribünensprecher weist die Zuschauer darauf hin, dass diese Betankung hier zeitlich stark gekürzt dargestellt wird - ein Schützenpanzer Marder kann 650 Liter Kraftstoff tanken, das dauert schon etwas länger.

Deutlich wird erkennbar: alle Bewegungen von Fahrzeugen verlaufen störungsfrei und flüssig, weil das Camp ein System von Einbahnstraßen hat.

Materialumschlag - eine flüssige Bewegung

Nach und nach rollen weitere Fahrzeuge durch die Logistikstraßen: Transporter liefern Material, Ausrüstung, Munition, Verpflegung, diese werden abgeladen und in weiteren Schritten wieder ausgegeben an die Truppe, von dieser aufgeladen und zur im hinteren Bereich der Geländebühne gelegenen Unit-Area verbracht, wo sie an die Truppe ausgegeben werden.

Wer hier von der Tribüne aus konzentriert zusieht, bekommt einen Überblick über das, was die Soldaten hier RSOM nennen: Reception, Staging, Onward Movement, also Materialeingang, Umschlag und Abtransport.

Eine Panzerhaubitze wird auf den Schwerlasttransporter Mammut verladen
Die Dickste trifft auf den Längsten: verladen der Panzerhaubitze 2000 auf den Schwerlasttransporter Mammut. (Quelle: Bundeswehr/Christian Thiel)Größere Abbildung anzeigen

Koloss im Camp

Unter den vielen Fahrzeugen, die in einem flüssigen und geordneten Strom durch das Camp rollen, fällt nun eines besonders auf: ein Schwerlasttransporter Mammut. Er ist gekommen, um die Panzerhaubitze 2000 abzuholen. Mit dröhnendem Motor schiebt sich der Koloss auf den Schwerlastauflieger des Mammut - der Riese könnte selber fahren, aber ein Transport auf dem Mammut ist für die Panzerhaubitze materialschonender. Tief sinken die vielen Reifen des Mammut unter dem Gewicht der Panzerhaubitze in den Kies ein, als sie ab transportiert wird.

Scheinbar wie aus der Bewegung rollen die verschiedensten Fahrzeuge nun auf festgelegte Plätze zu einem Abschlussbild: in der Mitte hebt der ORION 5 einen Container in die Höhe und zeigt die Wappen der beiden Verbände, die uns den Betrieb dieses Modell-Camps vorgeführt haben.


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Stand vom: 15.10.18 | Autor: Philipp Hoffmann


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