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ABC-Abwehrspezialisten bei Enhanced Forward Presence

Rukla, Litauen, 02.08.2017.
Litauen – fern der Heimat. 112 Tage lang Desinfektion, Brandbekämpfung, Ausbildung und Übung. Die 3. Kompanie des ABC-Abwehrbataillons 750 „Baden“ hat in den zurückliegenden fast vier Monaten viel erlebt.

Soldat weist Fahrzeug ein

Multinationale ABC-Abwehrspezialisten bei der Arbeit. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Es warten Aufgaben, die bislang nur auf dem Papier bekannt sind, die bislang noch niemand wahrnehmen konnte: Vor fast vier Monaten, am 28.03.2017, beginnt das gemeinsame Vorhaben in Litauen. Erste Teile der „Dritten“ aus Bruchsal verlegen zu Enhanced Forward Presence in den Nordosten Europas nach Litauen. Die Erwartungen sind hoch. Wie sind die Gegebenheiten vor Ort, wie wird sich die internationale Zusammenarbeit gestalten, die Integration in eine neu aufgestellte Battlegroup von statten gehen? „Eine Zeit die bleibt und vor allem zusammenschweißt“, so der Einheitsführer Hauptmann Groiß.

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Privatsphäre ade

Die ersten Tage und Wochen der 60 Männer und Frauen sind geprägt von organisatorischen Maßnahmen. Bahnverladung in Deutschland, -entladung in Litauen. Beziehen der Unterkünfte – acht bis 16 Personen im Zelt. Den ABC-Abwehrkräften wird viel abverlangt: Minusgrade und tropisch-feuchtes Klima erwartet sie in den kommenden Monaten. Tägliche Entbehrungen, aber vor allem gemeinsames Anpacken, Zusammenrücken und Zusammenstehen. „Die Kompanie ist gewachsen, wir stehen jetzt viel enger zusammen“ so das Resümee des Kompaniechefs im Juli 2017, zurück in der Heimat Bruchsal.

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Gemeinsam üben und trainieren

Mitte April 2017 haben sich die ABC-Abwehrspezialisten aus Bruchsal bereits eingelebt und die erste Herausforderung steht bevor. Ausbildung und Übung, zusammen mit litauischen ABC-Abwehrkräften. Es gilt, einen gemeinsamen Ausbildungsstand herzustellen. Gemeinsam zu üben und zu trainieren. „Wenn es drauf ankommt, müssen Sie funktionieren“, so die deutschen Ausbilder. ABC-Aufklärung und Dekontamination stehen auf dem Ausbildungsprogramm: Verfahren und Techniken werden erklärt und demonstriert, Gemeinsamkeiten besprochen und vertieft. Zusammen lässt sich vieles einfacher erreichen - und die litauischen Soldaten sind hoch motiviert.

Panzer wird per Kran abgeladen

Der Spürpanzer ist da - Bahnentladung in Litauen. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Abwechslungsreicher Dienstalltag

Zwei Wochen später werden auch die eigenen militärischen Fähigkeiten aufgefrischt. Schießausbildung, Kraftfahrweiterbildung sowie Training und Drill am eigenen Gerät stehen auf dem Dienstplan der Bruchsaler „ABCisten“. Auch die Teilnahme an einer „grünen Ausbildungswoche“ mit deutschen Kampfeinheiten ist vorgesehen. Diese üben zur gleichen Zeit im Land. Dabei unterstützen sich die Soldaten, wo es nur geht. Die Tage in Litauen sind besonders abwechslungsreich.

Auch durch zusätzliche Nebenaufgaben wie die Desinfektion von Kühl-, Sanitär- und Trinkwassercontainern wird es nicht langweilig. Insbesondere die Unterstützung beim Wiederaufbau eines Soldatenfriedhofes des 1. Weltkrieges bei Marijampole wird den helfenden Händen in Erinnerung bleiben. An den Wochenenden haben die Soldaten Dienstunterbrechung. Man erkundet die Gegend, besucht nahegelegene Städte. Hauptmann Groiß berichtet zudem von gemeinsamen Grillveranstaltungen im Unterkunftsbereich der deutschen Zelte.

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Retter in der Not

Bei einem Schießen des Enhanced Forward Presence-Bataillons Mitte Mai 2017 kommt es dann zu einer echten Herausforderung. Aufgrund der Trockenheit auf dem Übungsplatz Paprade entsteht während eines Gefechtsschießens des Kampfverbandes ein Brand, bei dem ein Pionierpanzer Dachs von den Flammen eingeschlossen wird. Die beiden Brandbekämpfungstrupps der „Dritten“ verhindern aber schlimmeres.

Panzer werden gesäubert

Spezialisten im Einsatz: Tierseuchenprophylaxe. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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IRON WOLF 2017

Das Highlight vor dem Ende der Teilnahme bei Enhanced Forward Presence war das Mitwirken an der im Juni stattgefundenen Übung IRON WOLF 2017. Dabei haben unter anderem litauische ABC-Abwehrkräfte Hand in Hand mit den deutschen Kameraden geübt und sich in verschiedensten Szenarien bewiesen. Organisatorisch waren sie den ABC-Abwehrspezialisten aus Bruchsal unterstellt, die wiederrum in einen Kampfverband integriert waren. Hauptmann Groiß zieht Bilanz: „Zehrend und intensiv sind die Aufträge - das Ergebnis aber kann sich sehen lassen. Die litauischen ABC-Abwehrkräfte haben sich sehr gut geschlagen und sind für die kommenden Monate gut vorbereitet und aufgestellt.“ Insbesondere das internationale Miteinander, so der Kompaniechef, war hervorragend.

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Prophylaxe im „großen Stil“

Die Teilnahme an der Übung endet mit einem neuen Auftrag: Der Tierseuchenprophylaxe. Fahrzeuge, Material, Ausrüstung und vieles mehr wird dekontaminiert und für den Rücktransport nach Deutschland vorbereitet. „Die Bilder hier sprachen für sich“, sagt Hauptmann Groiß im Nachhinein. Nahezu 300 Fahrzeuge der Artillerie, Luftwaffe, der Pioniere sowie von belgischen und litauischen Einheiten wurden in einer separaten Halle durch die Soldaten der „Dritten“ für die Rückverlegung in ihre jeweiligen Standorte vorbereitet. „Das bindet Personal und hat enorme Anstrengungen bedeutet - aber wir haben das geschafft. Ich bin stolz auf meine Männer und Frauen!

Ortsschild wird überreicht

Wieder zu Hause. (Quelle: Bundeswehr/Butz)Größere Abbildung anzeigen

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Wieder zu Hause

Am Abend des 17. Juli 2017 rollt kurz nach 17 Uhr der Reisebus durch die Einfahrt der General Dr. Speidel-Kaserne. Die „Dritte“ ist wieder zu Hause. Mit im Gepäck hatten sie unter anderem auch ein Ortsschild ihrer Patengemeinde Forst. Wenige Tage später nutzte der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Andreas Winter die Gelegenheit, der Kompanie für ihre Arbeit zu danken.

ABC-Abwehr ist mehr als nur Dekontamination – das haben Sie klargestellt und nachdrücklich bewiesen“, so der Verbandsführer. Der Bürgermeister der Gemeinde Forst, Herr Reinhold Gsell, würdigte in kurzen Worten, wie verbunden er und seine Gemeinde mit der 3. Kompanie seien. „Ein enges Verhältnis das beiderseitig enorm gepflegt wird. Danke für Ihren Dienst“, sagte er. Das Ortsschild wurde symbolisch an die Gemeinde zurückgegeben.

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Team Hotel

Inzwischen sind auch die Fahrzeuge und das Material zurück. Für das „Team Hotel“ im Materiallager II bei Karlsruhe geht es nun zur Sache. 16 Waggons, 650 Tonnen Material, Module, Container, Fahrzeuge auf insgesamt fast 380 Metern Länge gilt es zu entladen und nach Bruchsal zu verbringen. Nahezu die komplette, noch im Dienst befindliche Kompanie packt mit an und stellt sicher, dass knapp sechs Stunden später alles rollt. Die Bilder geben einen Eindruck der Arbeit an diesem wettertechnisch sehr unbeständigen Montagnachmittag.

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Stand vom: 03.08.17 | Autor: Oliver Günther


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