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CIMIC: Grundlagen und Ziele

Deutsche Soldaten im Auslandseinsatz reparieren Schuldächer oder bohren Brunnen – diese Bilder verbindet die Öffentlichkeit mit dem Begriff CIMIC. Doch das ist nur die eine Seite: CIMIC ist keine Entwicklungshilfe, sondern Bestandteil der militärischen Operationsführung.

Soldat baut mit einem Einheimischen einen Brunnen
Kleiner Aufwand, große Wirkung: Wasser ist in Afghanistan ein kostbares Gut. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Sollten Streitkräfte in den Szenarien des Kalten Krieges noch in einem Umfeld ohne Zivilbevölkerung agieren – sie galt schlichtweg als evakuiert – sieht die heutige Einsatzrealität ganz anders aus: Die Bundeswehr muss ihren militärischen Auftrag inmitten der Bevölkerung und im engen Verbund mit internationalen Organisationen erfüllen.

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Inmitten der Bevölkerung

Dazu braucht der militärische Führer vor Ort entsprechende Informationen: Wer sind die lokalen Entscheidungsträger? Welche Ethnien leben im Einsatzgebiet? Welche Organisationen arbeiten hier? Wie ist es um Infrastruktur, Bildung und Gesundheit der Bevölkerung bestellt? Wo lauern vielleicht latente Konflikte? Auf diese und zahllose andere Fragen Antworten zu finden, ist die Hauptaufgabe der CIMIC-Soldaten. Militärisch ausgedrückt: Sie erstellen ein „ziviles Lagebild“ und beraten den jeweiligen Kommandeur bei seinen Entscheidungen.

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Unterstützung des Auftrages

Information ist also alles bei CIMIC. Die Soldaten bauen Netzwerke auf, knüpfen Verbindungen, sprechen mit lokalen Autoritäten und der Bevölkerung. Sie sind im Einsatzgebiet unterwegs, werten aber auch die Medien und das Internet aus. Dabei entwickeln sie auch Ideen für Maßnahmen und Projekte, die der Zivilbevölkerung helfen und der Truppe die Erfüllung ihres Auftrages erleichtern – und sei es durch ein hohes Ansehen im Einsatzgebiet.

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Projekte und Maßnahmen

Maßnahmen helfen schnell: Hat beispielsweise ein Erdrutsch die Verbindungsstraße zwischen zwei Dörfern unterbrochen, rücken Pioniere der Bundeswehr mit schwerem Gerät an. Projekte dagegen sind auf Nachhaltigkeit angelegt. Sie unterstützen zum Beispiel den Wiederaufbau, die Rückkehr von Flüchtlingen oder die Verbesserung des Bildungswesens.

Dabei sind die CIMIC-Soldaten Ideengeber, Berater, Koordinatoren, aber nicht Finanziers: Projekte werden generell fremdfinanziert. Die Spanne der „Geldgeber“ reicht vom Auswärtigen Amt oder dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit über nationale und internationale Organisationen bis hin zu freigiebigen Privatpersonen. Auch Bundeswehrsoldaten in Deutschland und in den Einsatzgebieten spenden oder sammeln Spenden. Ihre Verwendung unterliegt zwei Grundsätzen: „Strikte Neutralität“ und „Hilfe zur Selbsthilfe“.

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Beginn auf dem Balkan

Die „Geburtsstunde“ von CIMIC schlug mit dem Beginn des NATO-Einsatzes SFOR in Bosnien und Herzegowina. Grundsatzdokument des Bündnisses zur Civil Military Cooperation ist die MC 411/1. Sie definiert CIMIC als „The co-ordination and co-operation, in support of the mission, between the NATO Commander and civil actors, including national population and local authorities, as well as international, national and non-governmental organisations and agencies.

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Stand vom: 07.09.18 | Autor: Frank Bötel


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.einsaetze.ueberblick.cimic