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Netzwerker und Seismographen: Die Interkulturellen Einsatzberater

Mayen, 10.03.2015, Dezernat Interkulturelle Einsatzberatung.
Eine Hürde für die Umsetzung eines militärischen Auftrages in modernen Einsatzszenarien sind die Unterschiede zwischen den Kulturen. Experten der Bundeswehr sind dafür ausgebildet, diese zu kennen und zu berücksichtigen.

Militärs unterschiedlicher Nationen im Gespräch

Auf Tour: Im Auftrag ihres Kommandeurs treffen Einsatzberater lokale Entscheidungsträger. (Quelle: privat)Größere Abbildung anzeigen

Interkulturelle Einsatzberaterinnen und -berater der Bundeswehr unterstützen deutsche militärische Entscheidungsträger dabei, in einem fremden kulturellen Umfeld erfolgreich zu agieren. Denn fremde Sprachen und Kommunikationsregeln, andere ethische Normen oder einfach die Lebensumstände vor Ort erschweren es den Kommandeuren, die Lage richtig zu beurteilen, die richtigen Entschlüsse zu fassen und Maßnahmen auch „kulturell angemessen“ zu befehlen und zu kommunizieren.

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„Gesandte“ des Kommandeurs

Die Interkulturellen Einsatzberater dagegen kennen Land und Leute und die Machtstrukturen und Konfliktlinien in den Einsatzgebieten. Sie identifizieren die lokalen Persönlichkeiten im Verantwortungsbereich, die man benötigt, um beispielsweise eine Stabilisierungsoperation zum Erfolg zu führen. Zu diesen bauen die Einsatzberater „Netzwerke des Vertrauens“ auf, und sie halten die Kommunikationskanäle offen.

Hierfür sprechen sie häufig mit formellen oder informellen Schlüsselpersonen des Gastlandes – oft gemeinsam mit ihrem Kommandeur, meistens jedoch ohne diesen, doch dann stets als dessen „Gesandte“ mit der von ihm verliehenen Autorität.

Soldaten mit Afghanen im Gespräch

Auf Augenhöhe: Einsatzberater müssen Netzwerker sein. (Quelle: privat)Größere Abbildung anzeigen

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Fingerspitzengefühl gefragt

Mit den Informationen aus ihrem Netzwerk und ihren überdurchschnittlichen Vorkenntnissen über die Region unterstützen die Interkulturellen Einsatzberater ihre Kontingente bei der Planung und Durchführung von Operationen und im Umgang mit der Ortsbevölkerung. Sie tragen zudem zu einem realistischen, aktuellen Lagebild und dessen kulturell angemessener Deutung bei. Darüber hinaus sind sie hervorragende „Seismographen“ für lokal aufkommende Spannungen und Krisen und helfen, diese einzudämmen.

Besonderes kulturelles Fingerspitzengefühl ist auch bei der Umsetzung der VN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ gefragt. Diese stellt die besondere Schutzbedürftigkeit von Frauen und Mädchen in bewaffneten Konflikten fest. Deshalb fordert sie deren Schutz und ihre Einbindung bei der Verhütung und Beilegung von Konflikten sowie beim Wiederaufbau. Unterschiedliche Probleme von Männern und Frauen in einem fremden Land deutet nur richtig, wer die Kultur versteht. Deshalb wird der Kommandeur oder die Kommandeurin im Einsatz auch hierzu interkulturell beraten.

Das Dezernat Interkulturelle Einsatzberatung im Zentrum Operative Kommunikation in Mayen rekrutiert für diese Aufgaben Personal aus der Bundeswehr und aus dem zivilen Bereich. Es bereitet sein Personal auf Einsätze vor und arbeitet dabei eng mit der Zentralen Koordinierungsstelle Interkulturelle Kompetenz am Zentrum Innere Führung in Koblenz zusammen.

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Stand vom: 28.08.15 | Autor: Frank Bötel


https://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.einsaetze.ueberblick.einsatzberater