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Die Betreuungsmedien: Auf Sendung für Soldaten im Einsatz

Berlin, 27.03.2017.
Radio Andernach, der Sender für Soldaten, und das Bundeswehr-Fernsehen BWTV schlagen Brücken zwischen der Truppe im Einsatz und den Menschen in der Heimat.

Soldat sitzt im Auto und hört Radio Andernach über die App

Per App immer dabei: Auch in Mali läuft Radio Andernach. (Quelle: M. Mathei)Größere Abbildung anzeigen

Koulikoro, Mali, 12.45 Uhr Ortszeit. Es ist heiß. Sehr heiß. Knapp 40 Grad Außentemperatur zeigt das Thermometer an. Oberleutnant Carlos K. wischt sich den Schweiß von der Stirn. Er ist als Führer eines Einsatzkameratrupps in Koulikoro eingesetzt und befindet sich mit seinen Soldaten auf dem Weg in die malische Hauptstadt Bamako.

Mit dabei sind auch die Jungs von Metallica. Zwar nicht live im Fahrzeug, doch dafür dröhnen die Gitarrenriffs von „Nothing else matters“ aus den Lautsprechern. Den Song hat sich Carlos über die App von Radio Andernach gewünscht. Der Oberleutnant ist dankbar für die musikalische Unterstützung aus der Heimat: „Wir hören unterwegs immer Radio Andernach über den Live-Stream. Ansonsten hätten wir nur die lokalen Sender zur Verfügung.“

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Musik, Nachrichten und Grüße

Radio Andernach, BWTV und die dazugehörige Facebook-Seite sind die Betreuungsmedien der Bundeswehr. Ob Masar-i Scharif in Afghanistan, Erbil im Irak oder eben Koulikoro im Süden Malis: Die aktuellste Musik aus den Charts, Nachrichten aus der Heimat, und vor allem die Grüße von den Lieben daheim sorgen weltweit in den Einsätzen der Bundeswehr für heimatliche Gefühle.

So auch bei Carlos. Er ist inzwischen mit seinem Trupp in Bamako angekommen. „…gleich gibt’s liebe Grüße aus der Heimat für Markus in Kabul, also dranbleiben…“ schallt es aus den Lautsprechern von Carlos‘ Fahrzeug, bevor er die Türen schließt.

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Berührende Momente

Die Stimme gehört Oberfeldwebel Pia Dunkel. Die 26-Jährige ist Redaktionsassistenzfeldwebel und sitzt zur gleichen Zeit im Heimatfunkhaus von Radio Andernach in Mayen, Rheinland-Pfalz hinter dem Mikro, führt die Hörer durch den Radionachmittag. Wortbeiträge zur ABC-Abwehr, Musik – von deutschem Schlager bis Progressive House – und fünf Einsatzgrüße hat sie heute in der Sendung. „Am besten kommen bei den meisten Soldaten im Einsatz die Grüße an.“

„Natürlich gibt es WhatsApp und Co. Wenn die Kameraden allerdings die Stimme des eigenen Kindes oder des Partners plötzlich im Radio hören, dann fließen öfters mal Tränen der Rührung“, berichtet Pia. Dann rückt sie ihre Kopfhörer für die nächste Moderation zurecht. Weiter geht’s im Radioprogramm.

Täglich acht Stunden senden die Soldaten von Radio Andernach live aus dem Heimatfunkhaus in der Eifel. Die Morgensendung kommt live aus dem Regionalstudio Afghanistan im Einsatz Resolute Support.

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Brücke in die Heimat

In Afghanistan befindet sich auch Markus gerade. Genauer gesagt in Kabul. Im Büroshelter wartet er am Nachmittag auf „seinen“ Radiogruß von Cousine Nadine und Tante Gabi aus dem heimischen Rheinland. Die beiden haben die Grußworte per E-Mail-Kontaktformular an die Radio Andernach Redaktion geschickt, „da wir uns Markus auf diese Weise ganz besonders verbunden fühlen“, wie sie sagen.

Die Angehörigen in der Heimat können Radio Andernach ebenfalls per Live-Stream oder Handy-App empfangen und dort auch ihre Grüße senden.

Dann ist es soweit: „…lieber Markus wir vermissen dich so sehr, komm bitte heil wieder nach Hause, und jetzt nur für dich, die Stadionhymne des 1. FC Köln.“ Markus lehnt sich in seinem Kabuler Dienstzimmer zurück und lauscht andächtig der Stimme von Moderatorin Pia. Mehr als 5000 Kilometer sind es bis nach Hause. In diesem Moment sind es gefühlt ein paar weniger.

Soldatin beim Einsprechen

On Air: Radio Andernach sendet auch aus den Einsatzgebieten. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Spielfilme, Serien und natürlich Sport

Für heute hat es Markus dann fast geschafft: Bei ihm in Kabul ist bald Feierabend. Auf seiner Stube schaltet er den Fernseher ein. Der Vorspann von „Independence Day: Wiederkehr“ erscheint. „Das ist der Wunschfilm der Woche bei BWTV. Der läuft immer montags. Ich selbst habe auf der Facebook-Seite von BWTV und Radio Andernach für Independence Day abgestimmt“, sagt Markus zufrieden.

BWTV ist der Betreuungsfernsehsender für die Soldaten im Einsatz. Für das Programm verantwortlich ist Major Christian Greiner. Er ist der Chef vom Dienst bei BWTV. „Wir bringen den Soldaten ein auf sie zugeschnittenes Programm in den Einsatz. Die Zugpferde sind sicherlich die Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen wie Fußball und der Formel 1,“ erklärt Major Greiner.

„Hinzu kommen neben Spielfilmen aktuelle Serienhighlights, die Nachrichtensendungen der ARD und Deutscher Welle, sowie Dokumentationen rund um die Bundeswehr. Somit können unsere Kameraden auch im Auslandseinsatz deutsches Fernsehen schauen.“

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Etwas Entspannung im Einsatz

„Insbesondere in Gebieten, wo keine deutschen Fernsehsender zu empfangen sind, sind wir heiß begehrt. Aber nicht nur dort: Die Sportübertragungen von Sky Deutschland sind in den europäischen Einsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen kostenlos und legal nur bei BWTV zu sehen.“

Besonders stolz macht den Major die Live-Übertragung der Handball-WM im vergangenen Januar. „Wir konnten die Spiele als einziger deutscher TV-Sender im Fernsehen zeigen, exklusiv für unsere Soldaten in den Einsätzen.“

Für regen Austausch mit den Zuschauern sorgt vor allem die Facebook-Seite, die seit kurzem wieder online ist. „So können wir jederzeit individuell auf Zuschauerwünsche reagieren. Zum Beispiel haben sich Kameraden aus dem Einsatz vor kurzem die US-Serie Vikings gewünscht. Anfang April läuft die erste Folge“, so Major Greiner.

Oberleutnant Carlos ist mit seinem Trupp mittlerweile wieder im Feldlager angekommen. Endlich zurück aus Bamako. Er schaltet das Radio ab und verschließt das Fahrzeug. Nachbereiten, ausspannen…wie gut, dass auf BWTV jetzt gleich der Tatort läuft.

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Stand vom: 29.03.17 | Autor: Thorben Pfeifer


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