Zeremoniell

Feierliches Gelöbnis am 20. Juli: Ein besonderer Tag für die Bundeswehr

Feierliches Gelöbnis am 20. Juli: Ein besonderer Tag für die Bundeswehr

  • Tradition
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Bei einem feierlichen Appell am Gedenktag des Deutschen Widerstandes haben rund 400 Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr im Bendlerblock in Berlin ihr Gelöbnis abgelegt. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht dankte den jungen Soldatinnen und Soldaten für ihre Entscheidung zum Dienst in der Uniform in einer besonderen Zeit.

Passen Sie jetzt Ihre Datenschutzeinstellungen an, um dieses Video zu sehen

Rund 400 Rekrutinnen und Rekruten legten am Gedenktag des Deutschen Widerstandes ihr Treuebekenntnis in Berlin ab. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht würdigte die Entscheidung zum Dienen und erinnert an den Widerstand um Oberst Stauffenberg.

Bei brütender Hitze gelobten die Soldatinnen und Soldaten aus acht Verbänden vor Bundestagspräsidentin Bärbel Bas als Ehrengast, Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sowie ihren Angehörigen und Freunden, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Soldaten auf Zeit schworen das Treuebekenntnis.

20. Juli als Orientierungspunkt

„Orientieren Sie sich in der Zeitenwende, die Ihr Leben, Ihren Dienst prägen wird, ruhig immer wieder an der anderen, historischen Zeitenwende, die die Widerstandskämpfer um Stauffenberg vor 78 Jahren herbeiführen wollten“, gab die Ministerin Lambrecht den Rekrutinnen und Rekruten in ihrer Ansprache zu bedenken. „Jene haben mit ihrer Tat einen Teil der Freiheit erstritten, die Sie heute zu verteidigen geloben. Ein besseres Erbe des 20. Julis gibt es nicht. Heute werden Sie Teil dieses Erbes: Staatsbürger in Uniform als berufene Verteidiger der Freiheit Ihres Landes!“

Bas: „Verteidigungsfall kann auch für Deutschland tatsächlich eintreten“

Auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas wies in ihrer Gelöbnisansprache auf die besonderen Umstände hin, in denen die Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst in der Bundeswehr antreten. „In dieser Zeit bekommt das Gelöbnis eine noch größere Tragweite. Wenn Sie heute Ihre Gelöbnisformel sprechen, wissen Sie: In diesem Moment verteidigen in der Ukraine Soldatinnen und Soldaten ihre Heimat und setzen dafür ihr Leben ein.
Und Sie wissen, dass der Verteidigungsfall auch für Deutschland tatsächlich eintreten kann.“ Sie betonte die Bedeutung des 20. Juli für die Bundesrepublik Deutschland und die Bundeswehr: An keinem Tag sei es passender, ein feierliches Gelöbnis auf die Werte des Grundgesetzes abzulegen.

Angetretene Rekruten und Rekrutinnen im Bendlerblock

Angetreten zum Feierlichen Gelöbnis: Rund 400 Rekrutinnen und Rekruten aus acht Einheiten sind im Bendlerblock in Berlin angetreten

Bundeswehr/Jörg Hüttenhölscher

Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Plötzensee

Wenige Stunden zuvor hatten Verteidigungsministerin Lambrecht, der stellvertretende Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Lederer und weitere Repräsentanten des Bundes, des Landes Berlin und der Stiftung 20. Juli 1944 Kränze in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee niederlegt. Dort hatte das NSNationalsozialismus-Regime tausende politische Gegner hinrichten lassen, darunter viele am Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 Beteiligte.

Gedenken an Umsturzversuch

Mit der alljährlichen Zeremonie am 20. Juli unterstreicht die Bundeswehr ihr Traditionsverständnis. Die Erinnerung an den zivil-militärischen Widerstand ist als Aufstand des Gewissens ein wichtiger Aspekt für das Selbstverständnis der Bundeswehr. Am 20. Juli 1944 versuchte eine Gruppe um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Adolf Hitler mit einem Attentat zu töten.

Der Umsturzversuch scheiterte, Hitler wurde nur leicht verletzt und überlebte. In der Nacht zum 21. Juli 1944 wurden Stauffenberg und weitere Verschwörer festgenommen und im Innenhof des Bendlerblockes standrechtlich erschossen. Seit 1993 sind die Gebäude des Bendlerblockes zweiter Dienstsitz des Verteidigungsministeriums.

6 Rekruten mit Truppenfahne in der Hand stehen sich gegenüber

Stellvertretend für alle Teilnehmenden legen sechs Rekrutinnen und Rekruten an der Truppenfahne ihr Treuegelöbnis ab

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Teilnehmende aus allen Teilstreitkräften

Am Feierlichen Gelöbnis nahmen in diesem Jahr Rekrutinnen und Rekruten aus dem Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung aus Berlin, dem Logistikbataillon 171 aus Burg, dem Logistikbataillon 172 aus Beelitz, dem Versorgungsbataillon 142 aus Hagenow sowie der Marineunteroffizierschule in Plön, der Marinetechnikschule in Parow, der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Heide/Appen und dem Sanitätsregiment 2 in Rennerod teil. Gut 1700 Angehörige und Freunde waren Zeugen des Gelöbnisses.

von Björn Lenz

Mehr zum Thema