Heer

Zwei Drittel der Geschichte der Bundeswehr mitgestaltet

Zwei Drittel der Geschichte der Bundeswehr mitgestaltet

  • Karriere
  • Heer
Datum:
Ort:
Dresden
Lesedauer:
2 MIN

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, hat auf Schloss Pillnitz 18 Oberste des Deutschen Heeres in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihnen verlassen insgesamt 760 Dienstjahre an Erfahrung und Expertise die Bundeswehr. Der Dank für jahrzehntelanges Engagement gilt auch den anwesenden Ehefrauen und Partnerinnen.

Ein Soldat hält hinter seinem Rücken eine kleine schwarze Schatulle mit einer Metallplakette fest.

Zum Dank für jahrzehntelange Leistung für das Deutsche Heer und die Streitkräfte bekommen alle auf Schloss Pillnitz versammelten Oberste aus den Händen des Inspekteurs des Heeres einen Coin.

bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Sie können auf mehr als 40 Jahre Dienstzeit zurückblicken und gestalteten damit gut zwei Drittel der Geschichte der Bundeswehr mit: 18 Oberste des Heeres. Sie folgten der Einladung ihres Inspekteurs ins Schloss Pillnitz in Dresden. Generalleutnant Mais nahm sich viel Zeit, um einer Tradition folgend zahlreiche Oberste des Heeres persönlich und würdig in den Ruhestand zu verabschieden. Ein militärisch knappes „Wegtreten!“ wäre seiner hohen Wertschätzung den Kameraden gegenüber nicht gerecht, so der Inspekteur.

Kameradschaft schweißt zusammen

An einem Pult steht ein Soldat und spricht zu anderen.

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, lässt 40 Jahre Bundeswehr Revue passieren, in denen die Oberste gedient haben. Nun werden sie verabschiedet.

bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Die Hochphase des Kalten Krieges hat bei den Obersten etwa ein Drittel der Dienstzeit ausgemacht. Diese ersten Jahre prägten sie besonders und sind häufig immer noch präsent. Für die Oberste galt aber während ihrer gesamten Dienstzeit, sich dem Wandel anzupassen, sich neuen Herausforderungen zu stellen und Bewährtes stets mit Neuem gewinnbringend zu kombinieren. Sie erlebten: Strukturanpassungen, Standortunsicherheit, Ausrichtung der Bundeswehr auf die Auslandseinsätze sowie zuletzt die Rückbesinnung auf Landes- und Bündnisverteidigung.

Die Liebe zum Beruf und gemeinsam erfahrene Höhen und Tiefen schweißen dabei zusammen. Und so ist die Kameradschaft wohl auch der Wert, den alle immer in guter Erinnerung behalten werden. Mais resümierte: „Waren die Zeiten als Bataillonskommandeur oder vergleichbar nicht bei den meisten von Ihnen die gefühlt besten, die intensivsten Dienstjahre eines jeden militärischen Werdegangs?“

Dank an die Familien

Mehrere Soldaten und ihre Partnerinnen haben sich für ein Gruppenbild vor Schloss Pillnitz versammelt.

Zur Verabschiedung aus dem Dienst des Heeres sind auch die Ehefrauen und Partnerinnen der Oberste eingeladen.

bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Mit den 18 Obersten verlässt eine unglaubliche Menge an Diensterfahrung und Expertise das Heer, die nur schwer zu ersetzen ist. Reservistendienstleistende und aktive Soldaten, ehemalige Militärattachés, Teilnehmer des Generalstabslehrgangs, ehemalige Bataillonskommandeure, Hubschrauberpiloten, Teilnehmer an Lehrgängen ausländischer Akademien, Angehörige einer bereits aufgelösten Truppengattung – persönliche Verantwortung für ihre Truppe haben sie alle getragen.

„Sie haben das Heer gestaltet und geprägt. Nun beginnt für Sie jedoch ein neuer Lebensabschnitt.“ Mais würdigte die Oberste: „Sie haben sich in besonderer Weise um das Deutsche Heer und die Streitkräfte und damit auch um unser Land verdient gemacht. Dafür spreche ich Ihnen allen meinen Dank und meine Anerkennung aus.“ Er bedankte sich auch bei den mitgereisten Ehefrauen und Partnerinnen. Wie in kaum einem anderen Beruf sind sie es, die den Beruf des Mannes mittragen und maßgeblich unterstützen. Nun gilt es für alle, das Leben neu auszurichten und sich weniger von Zeitplänen, Terminen und Zielvorgaben steuern zu lassen. Mais gab den jetzt ehemaligen Obersten des Heeres seine besten Wünsche für die Zukunft und ein Zitat von Karl Marx mit auf den Weg: „Das Reich der Freiheit beginnt da, wo Arbeit aufhört!“

von Susanne Rehwagen

Mehr lesen