Heer
Das Heer vergisst nie

50 Jahre Gedenken und Erinnern am Ehrenmal des Heeres

50 Jahre Gedenken und Erinnern am Ehrenmal des Heeres

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  • Heer
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Am Ehrenmal des Deutschen Heeres auf der Festung Ehrenbreitstein erinnert das Heer am 17. November 2022 der Opfer von Krieg, Verfolgung und Gewaltherrschaft. Ein halbes Jahrhundert Tradition und Erinnerungskultur an einem besonderen Ort. 

Ein Soldat steht mit militärischem Gruß vor einem weißen Ehrenmal mit Bronzeskulptur an einer Festungsmauer.

Das Ehrenmal auf der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz ist der Zentrale Gedenkort des Heeres. Um die Skulptur im Inneren des Ehrenmals werden Blumenkränze gelegt, die von verschiedenen Einrichtungen als Zeichen der Anteilnahme gespendet werden.

Bundeswehr/Marco Dorow

Sie erzählen ihre eigene Geschichte, die rauen, massiven Festungsmauern von Ehrenbreitstein über der Stadt Koblenz. Eingeschlagen in den Stein erstrahlt das weiße Ehrenmal des Deutschen Heeres. Seit nunmehr einem halben Jahrhundert gedenkt hier die größte Teilstreitkraft der Bundeswehr der Toten vergangener Kriege. Während einer Zeremonie legt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, gemeinsam mit Gästen Kränze nieder. Darunter sind in diesem Jahr Siemtje Möller, die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Verteidigung und Generalleutnant außer Dienst Reinhard Kammerer. 

Feierstunde mit stark aktuellem Bezug

Trotz der räumlichen Entfernung ist der Ukrainekrieg bei der Veranstaltung allgegenwärtig. Der völkerrechtswidrige Angriff auf die Ukraine an den Grenzen der Europäischen Union und dessen Folgen bewegen die Menschen, und somit auch die Angehörigen des Heeres. Der Inspekteur, zahlreiche Soldatinnen und Soldaten sowie geladene internationale Gäste haben sich daher versammelt, um an die Opfer von Krieg, Verfolgung und Gewaltherrschaft, die Toten beider Weltkriege sowie die im Einsatz und in der Ausübung ihres Dienstes gefallenen und ums Leben gekommenen Soldatinnen und Soldaten zu erinnern und um sie zu trauern. Zugleich wollen sie mit der Veranstaltung der Truppe, den Lebenden, für die Ausübung ihres Dienstes ihren Respekt erweisen. 

Trauer reicht über Grenzen hinaus

Das 50. Gedenken auf Ehrenbreitstein ist merklich emotional. Durch die zahlreichen internationalen Gäste wird neben der gemeinsamen Trauer gerade jetzt die starke Verbundenheit befreundeter Nationen deutlich. Spürbar ist das Band, das die Menschen über Grenzen hinaus erreichen, ihnen Trost spenden und ihnen Anerkennung vermitteln soll. Dies konkretisiert der Inspekteur in seiner Ansprache: „Wir stehen in diesem Jahr, seit 247 Tagen, erschüttert und fassungslos vor der Erkenntnis, dass der völkerrechtwidrige Krieg eines Staates gegen seinen Nachbarn nach Europa zurückgekehrt ist. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in der Ukraine, die ihr Vaterland verteidigen. Wir trauern um die Opfer aller Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung. Wir fühlen mit all jenen, die heute das Leid verletzter, toter oder vermisster Angehöriger, Freunde und Kameraden tragen. Wir teilen den Schmerz.“
Die Parlamentarische Staatssekretärin Siemtje Möller blickt als Ehrengast in ihrer Ansprache auf die Bedeutung der Streitkräfte für unsere Gesellschaft und unsere Verbündeten: „In Freiheit leben, ist kein Naturgesetz. Diese Wahrheit wird uns seit einigen Monaten eindeutig vor Augen geführt. Es herrscht wieder ein grausamer Krieg in Europa. Der Freiheitskrieg der Ukraine unterstreicht die Bedeutung auch unseres Heeres für die Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes.“

Mehrere Zivilisten und Soldaten stehen nebeneinander bei einer Zeremonie auf einem Festungsplatz.

Gemeinsam auf der Gedenkveranstaltung: Die Parlamentarische Staatssekretärin Siemtje Möller (M.) nimmt mit weiteren Gästen aus Militär und Politik an der Zeremonie teil

Bundeswehr/Marco Dorow
Ein Soldat mit einem weinroten Barett hält an einem Rednerpult eine Rede.

In diesem Jahr schlägt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, mit seinen Worten die Brücke in den Ukrainekrieg. So betont er die Verbundenheit in Trauer um die Toten und würdigt den Einsatz für Frieden, Recht und Freiheit.

Bundeswehr/Marco Dorow

Jedes Jahr ein gemeinsames Zeichen setzen

Jahr für Jahr zeigen das Heer und seine zahlreichen Gäste: Wir haben euch nicht vergessen. Traditionell wird die Veranstaltung anlässlich des Volkstrauertages durch die eigene Truppe geplant und umgesetzt. Nun trugen Soldaten der Division Schnelle Kräfte wieder die Verantwortung, den Gästen die Möglichkeit zu bieten, gemeinsam zu trauern, sich zu informieren und auszutauschen. Neben den militärischen Gästen aus allen Bereichen der Bundeswehr besuchen jedes Jahr auch ehemalige Soldatinnen und Soldaten, aber auch Angehörige befreundeter Armeen die Zeremonie, darunter ehemalige Generale und Heereschefs sowie hochrangige Vertreter alliierter Streitkräfte. Die Feierstunde selbst wird musikalisch begleitet durch das Heeresmusikkorps Koblenz. Die Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons sind aus Berlin angereist und unterstreichen damit den hohen Stellenwert dieser Veranstaltung für die Bundeswehr und unsere Gesellschaft.

von Peter Müller

Im Wandel der Zeit – 50 Jahre Ehrenmal des Heeres

Soldaten stehen am Ehrenmal des Deutschen Heeres
Gedenkort

Das Ehrenmal des Deutschen Heeres

Das Ehrenmal des Deutschen Heeres erinnert an die gefallenen Soldaten und ums Leben gekommenen Bundeswehrangehörigen.

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