Heer

Anstrengung, Schweiß und Zusammenhalt zahlen sich aus

Anstrengung, Schweiß und Zusammenhalt zahlen sich aus

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Sondershausen
Lesedauer:
2 MIN

Der Feldwebel-/Unteroffizieranwärterlehrgang (FAFeldwebelanwärter/UAL) in Sondershausen soll künftige Unteroffiziere und Feldwebel zu ihrem Dienst als Führungsnachwuchs befähigen. Gelingt es ihnen, auf einer kräftezehrenden zweitägigen Abschlussübung zu beweisen, dass sie bald ihnen unterstellte Soldaten führen und ausbilden können?

Vier jeweils Soldaten sitzen in zwei Ruderbooten auf einem See, im Hintergrund hüglige Landschaft.

Das Eis ist gebrochen. Das Gewässer überqueren die Anwärter unter Eigensicherung, also mit ihrem Gewehren G36 im Anschlag.

Bundeswehr/Sebastian Magunia

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kommen die jungen Teilnehmenden richtig ins Schwitzen. Auf einem 30 Kilometer langen Gefechtsmarsch tragen sie ihren Gefechtsanzug mit kompletter Ausrüstung. Mit Mut und Geschick müssen sie in zwei Tagen beispielsweise bestimmte Geländeabschnitte überwinden und dabei ihren Führungswillen und die Befähigung zum Kampf verdeutlichen. An einem Seil auf der Hindernisbahn rutschen sie zügig über tiefe Schneisen durch den Wald oder steigen in Boote, um unter Sicherung, mit dem ihrem Sturmgewehr G36 im Anschlag, das kalte Gewässer zu überqueren. Die Abschlussübung am Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillon 1 im thüringischen Sondershausen verlangt von den Lehrgangsteilnehmern aus der 1. und 3. Kompanie, dem künftigen Führungsnachwuchs, viel ab.

Das wollen die Ausbilder sehen

Ein Soldat hängt an einer Seilrutsche im Wald und überquert eine tiefe Schneise über gelbem Sandboden.

Per Seilrutsche wird die Schneise zügig überwunden.

Bundeswehr/Sebastian Magunia

Die gesamte Abschlussübung verläuft unter Gefechtsbedingungen. Die Soldatinnen und Soldaten müssen den Feuerkampf führen, neue Räume im Gelände erkunden, Verwundete unter Stress und Zeitdruck versorgen und ihr gelerntes Wissen praktisch anwenden. Die Ausbilder wollen von den Anwärtern sehen, dass sie sich überwinden, dass sie Führungsverantwortung übernehmen, Mut fassen und ihr Soldatengeschick ausprobieren. Die Ausbilder selbst sind einsatz- und teilweise sogar gefechtserfahren. Am Ende der Abschlussübung fällen sie ihr persönliches Urteil: „Glückwunsch allen Absolventen. Sie haben bestanden!“

Der Lehrgang in Sondershausen habe das berufliche Selbstverständnis des Führungsnachwuchses gestärkt: „Das Tragen von Entbehrungen und Zurückstellen individueller Interessen vorzuleben, ist Kern unseres Berufes“, sind sich die Ausbilder einig.

Auf Lehrgang im Norden Thüringens

Mehrere Soldaten marschieren in Reihe am verschneiten Wegrand eines Winterwaldes.

Während des Gefechtsmarsches marschieren die Soldatinnen und Soldaten in einer Schützenreihe. Sie laufen versetzt hintereinander, können sich so gut dem Gelände anpassen und sind weniger auffällig für den Gegner.

Bundeswehr/Sebastian Magunia

Das Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillon 1 in Sondershausen ist der Unteroffizierschule des Heeres unterstellt und für die Organisation von Feldwebel- und Unteroffizieranwärterlehrgängen verantwortlich. Die Einrichtung stellt seit der Aufstellung im Jahr 2013 die Grundausbildung, die Eignungsübung beziehungsweise das Truppenkommando sowie mit dem Feldwebel-/Unteroffizieranwärterlehrgang den sechsmonatigen Grundstein und somit die Basisausbildung für die allgemeinmilitärische Laufbahn der zukünftigen Unteroffiziere und Feldwebel sicher. Das Bataillon besteht aus drei Kompanien. Es kann insgesamt 480 Rekruten beziehungsweise Lehrgangsteilnehmer pro Kompanie und Jahr ausbilden.

Mit dem Unteroffizier-/Feldwebelanwärterlehrgang werden die Grundlagen des beruflichen Selbstverständnisses und die individuelle, soldatische Handlungssicherheit der künftigen Unteroffiziere und Feldwebel geschaffen. Das Heer führt die Ausbildung seiner Unteroffizier-/Feldwebelanwärter in einem zentralisierten Ansatz durch. Im Anschluss an die Grundausbildung werden die daran teilnehmenden Soldaten in ihre zukünftigen Stammtruppenteile versetzt.

von Sebastian Magunia

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