Heer

Ausnahmezustand im Amt für Heeresentwicklung

Ausnahmezustand im Amt für Heeresentwicklung

  • Amt für Heeresentwicklung
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Datum:
Ort:
Köln
Lesedauer:
5 MIN

„Champions League!“ – so das Fazit des Amtschefs, Generalmajor Bernhard Liechtenauer, über den 47. Empfang des Kölner Dreigestirns am 13. Februar in der Konrad-Adenauer-Kaserne. Für das Amt für Heeresentwicklung war es nun bereits die siebte Einladung, der die höchste Instanz im Kölner Karneval gefolgt ist.

General Liechtenauer stimmte sich gemeinsam mit den militärischen und zivilen Angehörigen und Gästen auf den in dieser Woche beginnenden Straßenkarneval ein. Prominenz im Saal und auf der Bühne machten diese Veranstaltung zu einem großartigen Ereignis, die bei vielen Gästen mittlerweile schon als Geheimtipp gilt. Der Amtschef sei selbst vom „Bazillus Colonia Carnevalis“ befallen, wie er zu Beginn seiner Begrüßung zugab. Ihm war die Freude, dieses Event erstmals an der Spitze des Amtes durchzuführen, deutlich anzumerken.

Das Dreigestirn zu Gast

Akrobatische Aufführung in Karnevalskostümen

Die Prinzengarde Kasbach macht den Auftakt mit ihrem Showtanz.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Ein buntes Programm aus Tanzgruppen und karnevalistischen Auftritten bereitete den Boden für den eigentlichen Höhepunkt: den Auftritt des Kölner Dreigestirns, das in einen „völlig jecken“ Saal einmarschierte.

Zuvor begrüßte JP Weber, der aufgehende Stern im Kölner Karneval – von vielen schon als Nachfolger des legendären „Hans Süper“ vom „Colonia Duett“ gehandelt – die rund 600 anwesenden Gäste. Mit der von Süper „geerbten“ „Flitsch“, einer Mandoline und gleichzeitig dem Markenzeichen von JP Weber, brachte er die Stimmung mit seinem musikalisch-komödiantischen Auftritt zum Kochen.

Eine Person spielt auf einer Gitarre und singt dabei in ein Mikrofon.

JP Weber trat erstmals im „Gürzenich“ der Konrad-Adenauer-Kaserne auf.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Im Saal erwarteten Angehörige des Amtes und der in Köln beheimateten Dienststellen sowie die persönlichen Gäste des Amtschefs nun mit Spannung den Auftritt des Dreigestirns. Neben zahlreichen Präsidenten und Vorsitzenden der Kölner Karnevalsgesellschaften waren darunter auch Karnevalsgrößen wie die Sängerin Marita Köllner und Torben Klein, ehemaliger Sänger und Bassist der „Räuber“. Zu den Kölner Prominenten zählten auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister von Köln-Rodenkirchen, Christoph Schykowski, und der Präsident des 1. FCFinanzen und Controlling Köln, Dr. Werner Wolf.

Und wenn dat Trömmelche jeht…

Menschen feiern in Karnevalskostümen.

Marita Köllner (M.) fühlte sich wohl unter den zahlreichen Gästen.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Soldaten des Amtes aus allen Dienstgradgruppen unter Führung von Oberfeldwebel d.R. Dirk Verbrüggen trotzten dem Tief „Sabine“ und bildeten das Spalier für die Ehrengäste. Dann war es so weit: Der Amtschef begrüßte das Dreigestirn und begleitete es durch das Spalier.

Personen in Karnvalskostümen und Soldaten in Uniformen stehen nebeneinander vor einem Gebäude.

Der Amtschef (M., in Dienstanzug) empfängt das Kölner Dreigestirn mit einem Spalier des Amtes.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Prinz emotional – so konnte man den Auftritt des Prinz Karneval wohl bezeichnen. Das Dreigestirn 2020, gestellt durch das Traditionskorps „Jan von Werth“, wurde durch Prinz Christian II., alias Christian Krath, angeführt. Sichtlich überwältigt über so viel Zuspruch und Applaus bedankte sich der Prinz bei den anwesenden Soldaten und zivilen Gästen, nicht ohne dabei auch an die Soldaten im Einsatz zu denken. Der Prinz war seinerzeit selbst Angehöriger der Bundeswehr und leistete als Angehöriger der Sportfördergruppe in Warendorf seinen Dienst, wie der Amtschef in seiner Büttenrede vermerkte.

Eine Mann singt in einem Karnevalskostüm.

Prinz Christian II. begeistert das Publikum im Saal.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Bauer Frank, alias Frank Breuer, hat ebenfalls eine militärische Vergangenheit: „Auch Bauer Frank, beim Bund hat gedient, sich gelbe Litzen als Fernmelder verdient“, so Liechtenauer in seiner Ansprache an das Dreigestirn. Gemeinsam erinnerte das Trifolium mit Prinz, Bauer und Jungfrau „Griet“, alias Ralf Schumacher, an die Tradition des Kölner Karnevals, indem sie die altbekannten Lieder der „Bläck Fööss“ mit dem begeisterten Publikum anstimmten. Die Combo des Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg, unter Leitung von Hauptfeldwebel Robert Engelberth, spielte zu Beginn des Liedvortrages „In unserem Veedel“ als Hommage an das Motto der diesjährigen Karnevalssession: „Et Hätz schleiht em Veedel“ – das Herz schlägt für das (Stadt-)Viertel. Mit viel Einfühlungsvermögen war die Combo der Garant für die Stimmung im Saal.

Mottoschal statt Plan Heer

Musiker der Bundeswehr spielen ihre Instrumente.

Combo der Bigband der Bundeswehr aus Siegburg

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Mit Beginn der Karnevalssession ist der Amtschef nun dem Karnevalsfieber verfallen. Generalmajor Bernhard Liechtenauer hat das Amt im September 2019 übernommen, kennt die Tradition des Empfangs jedoch schon aus seiner vorherigen Arbeit auf anderen Dienstposten im Amt, zuletzt als Chef des Stabes. Den offiziellen Teil der Veranstaltung, die Begrüßung zum Jahresempfang, ließ der Amtschef dann auch recht kurz ausfallen, warf den „Plan Heer“ für den Tag zur Seite und sich stattdessen den Mottoschal der Session um den Hals. In seiner Büttenrede zeigte er sich als gebürtiger Franke der rheinländischen Tradition des Kölner Karneval verpflichtet und überzeugte auch die Nichtkarnevalisten vom Spaß am Kölner Karneval.

Ein Soldat und ein Zivilist sprechen miteinander.

Der Amtschef, Generalmajor Bernhard Liechtenauer (l.) fachsimpelt mit dem Präsidenten des 1. FCFinanzen und Controlling Köln, Werner Wolf.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Mutig deklamierte er seine Prognose zu dem fußballerischen Aufeinandertreffen des 1. FCFinanzen und Controlling Köln gegen den FCFinanzen und Controlling Bayern am vergangenen Wochenende mit den Worten: „Dann spiel’n meine Bayern beim Kölner FCFinanzen und Controlling, der Sieg geht nach Bayern – o weh o weh!“ Das kurzzeitige Pfeifkonzert konnte er mit der versöhnlichen Zeile „Mit all den Fans aus Kölschen Veedeln soll’s im Stadion nur rut un wieß wedeln!“ stimmungsmäßig gleich wieder einfangen.

Der Begriff Veedel ist Teil des Karnevalsmottos und soll eine Rückbesinnung auf die Tradition und den Gemeinschaftssinn sein – beides Elemente, die auch den Werten der Bundeswehr entsprechen und deshalb auch den Soldaten hinlänglich bekannt sind. Dem neuen Inspekteur des Heeres dankte der Amtschef in humorvoller Weise dafür, dass er an diesem Empfang – trotz Übergabe des Deutschen Heeres in Strausberg an genau demselben Tag – in Köln feiern durfte: „Ab heute – damit es nun ein jeder weiß – das Heer führt nun Generalleutnant Alfons Mais“.

Ein Soldat spricht in ein Mikrofon.

Der Amtschef, Generalmajor Bernhard Liechtenauer, fordert das Publikum heraus.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

In seiner Begrüßung der zahlreichen zivilen und militärischen Gäste hob General Liechtenauer besonders das Bundessprachenamt aus Hürth hervor, das mit dem Delegationsleiter Oberstleutnant Marc Popanda und 30 Lehrgangsteilnehmern aus sechs Kontinenten der Einladung gefolgt war. Während der Veranstaltung konnte man das Staunen der Gäste ob der Darbietungen handfest greifen.

Exerzieren mit „Stippeföttche“

Menschen in Uniformen und in Karnevalskostümen stehen in einem Saal und schauen zur Bühne.

Rund 600 Gäste verfolgen die Darbietungen der Auftrittsgruppen.

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Im Mittelpunkt standen jedoch die namhaften Kölner Karnevalsvereine, deren hochkarätige Repräsentanten mit ihrer Anwesenheit der Veranstaltung ihre Ehre erwiesen. Die Auftritte der Tanzgruppen aus dem Kölner Umland, die Prinzengarde Kasbach und die Magic Dancers aus Remagen sorgten für großen Unterhaltungswert. Ein besonderes Highlight bereitete die Große Erpeler Karnevalsgesellschaft mit ihrer Prinzengarde vor, als sie den Amtschef, den Personalratsvorsitzenden, Oberstleutnant Lutz Meier, die militärische Gleichstellungsbeauftragte, Stabsfeldwebel Walburga Magdolen, und Stabsfeldwebel Jürgen Lange vom Organisationsteam zum „Wibbeln“ auf die Bühne baten. Das Exerzieren mit „Stippeföttche“ wird vielen Gästen in Erinnerung bleiben. Auch das Tanzpaar „Schiff Ahoi“ aus Vernich überzeugte mit seiner artistischen Darbietung. Den krönenden Abschluss des Empfangs bildeten die Hennefer Stadtsoldaten mit zwei einfallsreichen Tanzvorführungen.

Gruppenbild von Personen in Karnevalskostümen

Formaldienst einmal anders

Bundeswehr/Wolf Wüllner

Als Resümee bleibt festzuhalten: Eine überaus gelungene Premiere für den Amtschef des Amtes für Heeresentwicklung und eine hervorragende Einstimmung auf die kommenden „tollen Tage“ im Kölner Karneval. Sichtlich beeindruckt waren Gäste und Protagonisten von der einfallsreichen Dekoration des Festsaales, die das Motto der Session und die Vereinsfarben des aktuellen Dreigestirns widerspiegelte.


von Wilfried Luchtenberg

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