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Ein Herz für kranke Kinder und ihre Familien

Ein Herz für kranke Kinder und ihre Familien

  • Bundeswehr und Gesellschaft
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Datum:
Ort:
Hamburg
Lesedauer:
3 MIN

„Schenken ist ein Brückenschlag über den Abgrund deiner Einsamkeit“, sagte einmal der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Diesen Gedanken fassten auch die Angehörigen der 4. Kompanie des Aufklärungslehrbataillons 3 aus Lüneburg auf. Am 18. Juli reisten einige von ihnen in das Hamburger Kinderhospiz „Sternenbrücke“. Die Abordnung trug einen Umschlag mit Geld und Spendenurkunde bei sich.

Ein Soldat überreicht unter dem Symbol einer Sternenbrücke eine Urkunde an eine Frau. Im Hintergrund steht ein weiterer Soldat.

Im Einsatz gesammelt: Hauptfeldwebel Moritz von der Ohe (r.) überreicht gemeinsam mit Stabsfeldwebel Frank Melson an Hospizreferentin, Christiane Schüddekopf, die Spendenurkunde über 4.000 Euro.

Bundeswehr/Michael Stenzel

Den einsatzerfahrenen Soldatinnen und Soldaten ist deutlich anzumerken, dass der Ort ein Gefühl der Beklemmung hervorruft. Das hält sie aber nicht von ihrem Vorhaben ab. Während des letzten Einsatzes in Litauen bei der Enhanced Forward Presence Battlegroup haben sie während eines Sportevents Geld gesammelt – für das Kinderhospiz Hamburg, in dem schwerkranke und sterbende Kinder leben. 4.000 Euro kommen zusammen, eine wertvolle Spende für die Kleinen und ihre leidgeprüften Familien.

Schöne Momente schaffen, um den Abschied zu erleichtern

Ein Stein in Schmetterlingsform steht vor einem Zaun. Im Hintergrund sind Kerzen zu sehen.

Im Garten der Erinnerung stehen viele Lichter und kleine Erinnerungsstücke an verstorbene Kinder. Sie symbolisieren nicht nur das Loslassen und Erinnern, sondern helfen den Hinterbliebenen, sich weniger allein zu fühlen.

Bundeswehr/Michael Stenzel

Die Rührung und Dankbarkeit war der Hospizreferentin und Vorsitzenden des Fördervereins des Kinderhospizes, Christiane Schüddekopf, bei der Übergabe der Spende anzusehen. Ganz offen erzählte sie, dass sich das Kinderhospiz zu einem guten Teil aus Spenden finanziert. Vor allem gehe es um eine Langzeitbegleitung der Familien. Das Hospiz biete den Familien eine kurze Auszeit aus dem oft anstrengenden und aufreibenden Alltag und damit eine Entlastung. Es gehe darum, schöne Momente zu schaffen, die den Familien den Weg zum endgültigen Abschied voneinander erleichtern sollen. Wichtig sei es, Halt zu geben, wenn sonst kein Halt spürbar sei. „Im Fokus steht das Leben der Kinder und wenn es dann zu Ende geht, gehört das dazu“, so die Hospizreferentin. Es tue den Familien gut, zu wissen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind, sondern dass es hier Menschen gäbe, die Ähnliches erfahren. „So fällt der Austausch miteinander leichter – gerade dann, wenn eine Familie selbst noch gar keine Worte für ihr Schicksal findet und diesem dennoch unweigerlich ausgeliefert ist.“

Der Erinnerung einen Raum geben

Eine Frau und ein Soldat stehen vor einer Engelsskulptur in einem Garten.

Hospizreferentin Christiane Schüddekopf erklärt das Ritual des Abschiednehmens. Wenn alle Lichter brennen, tragen die Eltern das Licht ihres verstorbenen Kindes in den Garten der Erinnerung.

Bundeswehr/Michael Stenzel

Wie sehr auch der Abschied und die Erinnerung dazu gehören, ist im „Garten der Erinnerung“ spürbar. Überall an diesem Ort stehen kleine Lichter. Namen stehen darauf – Kindernamen. Es sind die Namen derjenigen Kinder, die den Kampf gegen ihre Krankheit verloren haben. Hier bekommt die Erinnerung an sie ihren Raum. Christiane Schüddekopf findet auch an diesem Tag bewegende Worte, um den Soldaten zu erklären, wie das für viele Eltern so wichtige Ritual des Abschiednehmens hier zelebriert wird. „Es brennen dann alle Kerzen und das neue Licht kommt hinzu. Die Eltern tragen das Licht.“ Es gehe dabei auch darum, so Schüddekopf, zu fühlen, dass die Eltern in dieser Zeit, in diesem Moment nicht allein sind. Es sei der große Schmerz, der so geteilt werden könne, wenn Worte fehlen. Und Worte fehlen an diesem Ort oft.

Hoffen auf Nachahmer

Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass die Soldaten dem Kinderhospiz „Sternenbrücke“ etwas spenden. Bereits zu Weihnachten 2020 hatten die Soldaten der Kompanie gesammelt und von dem Erlös der Sammlung Geschenke für die Kinder gekauft. Die Entscheidung, erneut für das Kinderhospiz zu spenden, kam für die Soldaten daher nicht überraschend. Überraschend war allerdings die Summe, die dabei zusammenkam. Von der Ohe hofft, dass das Beispiel der Soldaten aus Lüneburg Nachahmer findet: „Ich hatte die Überlegung, ein Sportevent zu machen, wie man das aus Einsätzen kennt“, beschreibt von der Ohe. Gemeinsam mit der Vertrauensperson, Stabsfeldwebel Frank Melson, wurde daraus schnell ein Projekt mit Reichweite. „Dann hat alles relativ schnell eine Eigendynamik bekommen.“ Mit eindrucksvoller Wirkung.

von Andreas Dressler

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