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Festakt zur Deutschen Einheit in Szczecin

Festakt zur Deutschen Einheit in Szczecin

  • Gedenktag
  • Heer
Datum:
Ort:
Stettin
Lesedauer:
2 MIN

Mit einem Festakt hat das Multinationale Corps Nordost in Szczecin den 31. Jahrestag der Wiedervereinigung gewürdigt. An der Zeremonie nahmen Soldaten und Soldatinnen des Corps und geladene Gäste teil, darunter Prof. Dr. Sönke Neitzel, Historiker für Militärgeschichte an der Universität Potsdam. Das Holzbläser-Quintett des Heeresmusikkorps Neubrandenburg spielte.

Zahlreiche Soldaten sitzen in Uniformen in einem Saal. Seitlich steht eine Infotafel.

Vertreter von 25 Nationen nehmen an der Feier in Szczecin zum 31. Tag der Deutschen Einheit teil.

Bundeswehr/MNCNE PAO

Am 1. Oktober feierte das Multinationale Corps Nordost mit seinen 25 Nationen den Tag der Deutschen Einheit. Diese Nationen aus dem Osten, Westen, Norden und Süden des NATO-Bündnisgebietes sind es, die dem Corps an der Nordostflanke der NATO ein Gesicht geben – vereint und gemeinsam an einem Strang ziehend.

Dankbar und demütig

Ein Soldat in Dienstanzug steht hinter einem Rednerpult und spricht, am Rednerpult und neben ihm die deutsche Nationalflagge.

Ohne die Deutsche Einheit gäbe es das Multinationale Corps Nordost nicht, betont der Dienstälteste Deutsche Offizier in Stettin, Oberst Raoul Gruninger, in seiner Festrede.

Bundeswehr/MNCNE PAO

„Ein Umstand, der Dankbarkeit und Demut hervorruft. Ein Privileg, hervorgegangen aus den historischen Ereignissen der Jahre 1989 und 1990. Ohne die deutsche Wiedervereinigung und dem damit einhergehenden Fall des Eisernen Vorhangs gäbe es auch kein Multinationales Corps Nordost – würden wir heute hier nicht sitzen“, so der Dienstälteste Deutsche Offizier in Stettin, Oberst Raoul Gruninger, in seiner Festrede. Wer den 3. Oktober 1990 – den Tag der Deutschen Einheit – verstehen und angemessen würdigen wolle, müsse mit dem 13. August 1961 beginnen, sagte er.

„Solche Emotionen“

Mehrere Soldaten und Zivilisten sitzen in einem Saal in Reihen neben- und hintereinander.

Zum Festakt in Szczecin sind militärische und zivile Gäste aus verschiedenen NATO-Staaten gekommen.

Bundeswehr/MNCNE PAO

Das war der Tag des Baus der Mauer um die drei West-Sektoren Berlins und der Errichtung der blutigen Grenze mitten durch Deutschland. Die Mauer, wie sie umgangssprachlich genannt wurde, war seit ihrer Errichtung 1961 fast drei Jahrzehnte lang der Ort, an dem sich die geopolitische Teilung Europas und Deutschlands manifestierte. Sie war das wohl abschreckendste Symbol des Kalten Krieges. Mit einer Gesamtlänge von 1.378 Kilometern bildete sie auch die Grenze für den Kampf zweier Machtblöcke, deren Rivalität von gegenseitigem Misstrauen, Machtdemonstrationen und einem bis dahin nicht dagewesenen Wettrüsten geprägt war.

„Der Fall der Mauer vor 30 Jahren gehört zu den Glücksmomenten der deutschen Geschichte“, so Gruninger. „Kein anderes Ereignis der jüngsten deutschen Geschichte hat solchen Jubel und solche Emotionen ausgelöst und zu Umarmungen einander unbekannter Menschen allein aus dem Gefühl wiedergewonnener Freiheit geführt.“ Mit dem Fall der Mauer wurde das Tor zur Wiedervereinigung Deutschlands und zur europäischen Einigung aufgestoßen.

Kein Ende der militärischen Gewalt

Ein Zivilist im dunklen Anzug steht hinter einem Rednerpult und spricht, neben ihm die deutsche Nationalflagge.

Prof. Dr. Sönke Neitzel, Militärhistoriker, spricht über die militärischen Konflikte der Gegenwart.

Bundeswehr/MNCNE PAO

An diesen Punkt knüpfte der Historiker und Professor für Militärgeschichte und Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Sönke Neitzel, in seiner anschließenden Rede an. Ausgehend von der Rolle des nun geeinten Deutschlands in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik nahm Neitzel die Zuhörer mit auf seinen spannenden Diskurs hinzu den Herausforderungen militärischer Konflikte der Gegenwart. „Die deutsche Wiedervereinigung nährte die Hoffnung auf ein Ende der Geschichte – einen Sieg der liberalen Demokratien als globales Vorbild und damit eine massive Reduzierung der militärischen Konflikte. Welch eine Illusion“, sagte Prof. Neitzel. Wie recht er mit dieser Aussage hat, wissen gerade die Soldaten unter den Gästen nur zu gut. 

von Alexander Strauss

zum Corps

  • Auf blauem Grund kreuzen sich drei goldene Schwerter, darauf der rote Kopf eines Greifs, darunter drei silberne Wellen.
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