Heer

Gedenken an Ermordete vom 20. Juli 1944

Gedenken an Ermordete vom 20. Juli 1944

  • Gedenktag
  • Heer
Datum:
Ort:
Strausberg
Lesedauer:
2 MIN

Am 76. Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Adolf Hitler haben das Kommando Heer und die Stadt Strausberg der Ermordeten rund um den 20. Juli 1944 gedacht. Bürgermeisterin Elke Stadeler und Oberst Sascha Zierold vom Kommando Heer legten Blumensträuße am Gedenkstein von Oberst Graf Stauffenberg in der Von-Hardenberg-Kaserne ab. Sie verharrten in einer Schweigeminute.

Eine Frau im dunklen Kostüm und ein Soldat im grauen Dienstanzug halten jeweils einen kleinen Blumenstrauß in den Händen.

Die Bürgermeisterin der Stadt Strausberg, Elke Stadeler, und Oberst Sascha Zierold vom Kommando Heer legen am Ehrenmal für Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg in der Von-Hardenberg-Kaserne Blumen nieder.

Bundeswehr/Alexander Evert

Rückblende: Vor Sechsundsiebzig Jahren hatten einige aufrechte Soldaten versucht, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten und somit den Krieg zu beenden. An der Spitze der Verschwörer stand Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Das Vorhaben scheiterte, der Tyrann überlebte und ließ die Frauen und Männer des Widerstandes hinrichten. Gemeinsam mit Stadeler und weiteren Vertretern der Stadt gedachten die Soldaten des Kommandos Heer am 20. Juli der Männer und Frauen des deutschen Widerstandes.

Anfangs vom Nationalsozialismus durchaus angetan änderte Stauffenberg seine Gesinnung im Laufe des Krieges. Er war von der Notwendigkeit der Beseitigung Hitlers überzeugt. Auf dem Kriegsschauplatz in Nordafrika schwer verwundet, kümmerte er sich nach seiner Genesung seit Oktober 1943 um den Personalersatz der Wehrmacht. Täglich hatte er die stetig steigenden Verlustzahlen vor Augen. Der Offizier hielt eine Fortsetzung des Krieges für ein Verbrechen. Zusammen mit General Friedrich Olbricht, Oberst Henning von Tresckow und einem engen, sorgfältig ausgewählten Kreis von Mitverschwörern ging Stauffenberg daran, die Planungen für militärische Maßnahmen im Falle innerer Unruhen (Operation Walküre) in einen Staatsstreichplan umzufunktionieren. Zugleich war Stauffenberg der einzige aus dem Widerstand, der durch seine Funktion persönlichen Zugang zu Hitler hatte.

Das gescheiterte Attentat

Am 20. Juli 1944 ließ Stauffenberg im Führerhauptquartier in Ostpreußen die Bombe per Zeitzünder explodieren. Er musste lebend nach Berlin zurückkommen, um den Umsturz vom Bendlerblock in Berlin aus zu führen. In hektischer Aktivität versuchte er die Wehrmachtdienststellen im Reich zu überzeugen, dass jetzt die Zeit zum Handeln gekommen sei. Im Laufe des Tages wurde das Scheitern des Staatsstreichs jedoch offensichtlich. Stauffenberg und seine drei engsten Mitverschwörer wurden in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1944 im Hof des Bendlerblocks, dem Sitz des damaligen Allgemeinen Heeresamtes, von einem regimetreuen Verband erschossen.

Nach dem missglückten Attentat kam es zu ungefähr 700 Inhaftierungen und mehr als 110 Hinrichtungen. Die Familienangehörigen der Attentäter wurden in Sippenhaft genommen. Etwa 5.000 weitere Verhaftungen erfolgten während der Aktion Gitter im August 1944. Neben den Verschwörern fielen damit zahlreiche andere Oppositionelle der NSNationalsozialismus-Justiz zum Opfer, die schon länger das Missfallen des nationalsozialistischen Regimes erregt hatten, aber nicht in das Attentat verwickelt waren.

Diesen ermordeten Widerstandskämpfer wird immer Respekt für ihr Tun entgegengebracht werden.

von Lance Gira