Heer

Gemeinsam kämpfen können

Gemeinsam kämpfen können

  • Übung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
3 MIN

Das sichere und zügige Erreichen eines Verfügungsraumes ist elementar in einer Operation. Deshalb übt die 1. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 aus Bad Reichenhall genau dieses komplexe Verfahren in der Nähe ihres Standortes. Solche Übungen sind für die Soldatinnen und Soldaten ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung.

Blick von oben: Nadel- und Laubbäume mit Raureif, einige Militärfahrzeuge und getarnte Zelte erscheinen als grüne Flächen.

Übungen sind Teil der Gefechtsausbildung und Tarnung kann überlebenswichtig sein. Ganz deutlich ist der Unterschied zwischen getarnten und nicht getarnten Fahrzeugen zu sehen.

Bundeswehr/Gebirgsjägerbataillon 231

Soldatinnen und Soldaten der 1. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 sammeln sich zu einer Befehlsausgabe durch den Kompaniechef. Der Auftrag ist das Beziehen eines Verfügungsraumes, also eines Bereichs, in dem sich die Truppe für weitere Aufträge der Führung zur Verfügung hält. Dort wird auch der Gefechtsstand aufgebaut. Bevor die Kompanie jedoch mit all ihren Fahrzeugen und dem gesamten Personal in diesen Raum kommt, wird dieser durch den Erkundungstrupp begutachtet: Er soll leicht zu verteidigen sein, Schutz und Deckung vor feindlichem Beschuss bieten und schwer durch die gegnerische Aufklärung zu entdecken sein. Keine leichte Aufgabe. Ist der passende Verfügungsraum gefunden, legt der Kompaniechef fest, wie er erreicht wird. Zuerst wird die Reihenfolge und der Abstand der Fahrzeuge bestimmt, dann werden Sicherungsbereiche zugeteilt. Die meisten Gefechtsfahrzeuge haben dreh- und schwenkbare Waffensysteme und erhalten jeweils einen eigenen Bereich zum Sichern im Uhrzeigersinn. „Zwölf Uhr“ ist immer vorn oder in Fahrtrichtung. All dies wird bei der Befehlsausgabe an die verantwortlichen Zug- und Gruppenführer weitergegeben. Danach geben diese die Fülle an Informationen an die ihnen unterstellten Soldaten weiter, denn jeder muss wissen, was der Kompaniechef für die Übung befohlen hat.

Kurze Nächte und lange Tage

Bewaffnete Soldaten geduckt an einer Straße im Wald. Gesichert werden sie zusätzlich durch ein Fahrzeug mit Maschinengewehr.

Straßen sind wichtige Verbindungswege. Hier rollt der Nachschub und Verwundete werden auf ihnen abtransportiert. Die Straßen zu sichern, ist von großer Bedeutung für eine erfolgreiche Übung.

Bundeswehr/Gebirgsjägerbataillon 231

In Übungen wie diesen sammeln die Männer und Frauen der 1. Kompanie wertvolle Erfahrungen und Eindrücke. Sie sehen, wie viel Platz ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug in Wirklichkeit zum Unterstellen im Wald benötigt, wie es mit Tarnnetzen vor feindlicher Sicht geschützt wird und trotzdem jederzeit für den schnellen Abmarsch vorbereitet sein muss. Das alles fördert das militärische Verständnis jedes einzelnen Soldaten. Die erste Nacht der Übung ist sehr kurz, denn um 4.30 Uhr wird die Kompanie alarmiert: Der erst kürzlich bezogene Verfügungsraum muss schnellstens verlassen werden. Bereits eine Stunde später haben die Soldaten ihr Gepäck verladen und die Fahrzeuge sind bereit zur Abfahrt. In dieser Übung werden die Soldaten der Kampf- und Versorgungstruppe gemeinsam ausgebildet. Das notwendige Zusammenspiel der unterschiedlichsten Fähigkeiten erfordert hohe Auffassungsgabe und Selbstständigkeit jedes Einzelnen: Beim Aufbau des Bataillonsgefechtsstandes müssen die Soldaten der Kampftruppe die Kameraden sichern, die sich um den Aufbau und Betrieb der Fernmeldeverbindungen kümmern.

Feindkräfte jederzeit möglich

Ein bewaffneter Soldat beugt sich über den qualmenden Motorraum eines Militärfahrzeuges, während ein zweiter ihn sichert.

Beim Bergen eines Fahrzeuges aus einer Gefahrenzone gilt höchste Aufmerksamkeit, denn jederzeit ist mit „Feind“ zu rechnen.

Bundeswehr/Gebirgsjägerbataillon 231

Den Höhepunkt dieser Übung bildet eine Übungseinlage, in der ein defektes Fahrzeug im Zusammenspiel mit einer Schnellen Eingreiftruppe aus der Gefahrenzone zu bergen ist. „Mit Feindkräften ist jederzeit zu rechnen“, sagt der Kompaniechef am Ende der Befehlsausgabe. Das haben sich alle Soldaten gemerkt. Beide Übungselemente werden durch die Kameraden in der Kompanie gestellt. Der Führer des Hochgebirgsjägerzugführers ist für den Marsch und die Sicherung der Schnellen Eingreiftruppe verantwortlich und der Technische Zug für die Bergung des ausgefallenen Fahrzeuges. Der Materialbewirtschaftungszug stellt den Transport sicher und der Fernmeldezug muss die Funkverbindung zum Bataillonsgefechtsstand gewährleisten.

Führung ist zufrieden

Gemeinsam gelingt es allen Soldaten der Kompanie das Fahrzeug zu bergen, instand zu setzen und sicher zu den eigenen Linien zurückzuführen. Der imaginäre Feinddruck hat zum reibungslosen Ablauf beigetragen. Parallel zur Übung wird auch die technische Pflege von Handwaffen und Kraftfahrzeugen geprüft. Das möglichst leise Betanken an einem Versorgungspunkt ebenfalls. Geräuschtarnung heißt hier das Zauberwort, auf das die Übungsaufsicht achtet. Doch es gibt nichts zu meckern, denn die Soldaten und Soldatinnen der 1. Kompanie wissen, worauf es ankommt.

Am Ende lauschen die Soldaten der Auswertung des zufriedenen Kompaniechefs. Der Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231, Oberstleutnant Dennis Jahn, ist mit der Leistung seiner Soldaten ebenfalls zufrieden. „Dem großen Ziel, der Einsatz- und Kriegstauglichkeit, ist die 1. Kompanie wieder einen großen Schritt nähergekommen. Machen Sie weiter so!“, sagt er am Ende der Übung. Nun gilt es für die Männer und Frauen des Bataillons an ihre bisherigen Leistungen erfolgreich anzuknüpfen.

von Falko Heyne

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