Heer
Division Schnelle Kräfte

Glück ab – ins kühle Nass!

Glück ab – ins kühle Nass!

  • Infanterie
  • Heer
Datum:
Ort:
Hessen
Lesedauer:
2 MIN

Das „Notverfahren Wasserlandung“ ist für die Fallschirmjäger der Bundeswehr eine wichtige Fähigkeit, die regelmäßig geübt werden muss. Aus diesem Grund ist es umso bedeutender, dass zum ersten Mal seit drei Jahren der Sprungdienst Edersee wieder stattfindet, der aufgrund der Coronakrise zweimal ausfallen musste.

Zwei Fallschirmspringer sind im Wasser gelandet. Zwei Schlauchboote bewegen sich in schneller Fahrt auf sie zu.

Boote der Pioniertruppe und der DLRG holen die Springer kurz nach ihrer Landung aus dem Wasser

Bundeswehr/Guido Ritter

Beim Sprungdienst Edersee wird das komplexe Notverfahren Wasserlandung trainiert, indem die Fallschirmjäger mit T10-Automatikschirmen aus einem Transportflugzeug vom Typ M28 Skytruck springen und im nordhessischen Ederstausee landen, wo sie schließlich von Booten der Pioniere und des örtlichen DLRG aus dem Wasser geholt werden. Die Fernmeldekompanie der Division Schnelle Kräfte (DSKDivision Schnelle Kräfte) leitet diese jährlich stattfindende Übung. Zur DSKDivision Schnelle Kräfte gehören unter anderem die 11 Luchtmobiele Brigade der niederländischen Streitkräfte sowie das Kommando Spezialkräfte.

Die Sprunglizenz als Ziel

Aus einem zweimotorigen Propellerflugzeug ist ein Fallschirmspringer gesprungen, dessen Schirm sich gerade öffnet.

Die M28 Skytruck hat zehn Fallschirmspringer an Bord, die in zwei Anflügen abgesetzt werden

Bundeswehr/Guido Ritter

Für die beteiligten Soldatinnen und Soldaten ist der Sprungdienst Edersee eine Herausforderung, die in der Regel nicht nur gespannt erwartet wird, sondern auch zum Erwerb und zur Erhaltung der Sprunglizenz unerlässlich ist. So finden sich dieses Mal auf dem Heeresflugplatz Fritzlar über 160 Fallschirmspringerinnen und -springer ein, um bei Sonnenschein und bis zu 35 Grad Außentemperatur in das kühle Wasser des Edersees abzuspringen.

17 Mal startet die M28 an diesen Tagen, öffnet nach rund zehn Minuten Hinflug die Heckluke, setzt während einer Schleife über dem See zweimal jeweils fünf Springer ab und fliegt dieselbe Strecke nach Fritzlar zurück. Währenddessen säumen zahlreiche Schaulustige das Seeufer an der Schulungsstätte der DLRG in Waldeck, wo die DSKDivision Schnelle Kräfte die Übungsleitung eingerichtet hat.

Fähigkeiten trotz Corona-Pause gut erhalten

Vier Fallschirmspringer schweben über dem Edersee. Im Hintergrund ist das Schloss Waldeck zu sehen.

Am bislang heißesten Tag des Jahres springen die Fallschirmspringer aus 400 Meter Höhe in den Edersee

Bundeswehr/Guido Ritter

Oberst Andreas Steinhaus, seit Kurzem stellvertretender Kommandeur der DSKDivision Schnelle Kräfte und selbst ausgebildeter Fallschirmjäger, springt in guter infanteristischer Manier als erster aus dem Flugzeug. Er zeigt sich im Anschluss an die Übung zufrieden mit der Leistung der Teilnehmenden: „Der Sprungdienst Edersee ist für die Frauen und Männer der springenden Einheiten immer ein Highlight, das bei diesen Wetterverhältnissen natürlich auch viel Freude bereitet.“ Man dürfe dabei aber den ernsten Hintergrund solcher Übungen nicht vergessen: „Im Ernstfall müssen alle ihr Handwerk beherrschen, egal, ob er oder sie im Wasser oder auf festem Untergrund landet. Um das zu gewährleisten, ist die Durchführung dieser und ähnlicher Übungen unerlässlich.“ Dass die Sprungfähigkeiten der Division unter den Einschränkungen der Corona-Hochphasen nicht gelitten haben, zeigt sich dadurch, dass es an den beiden Tagen mit über 160 Absprüngen keinerlei Unfälle oder Verletzungen gab.

von Daniel Kromberg

zum Thema