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Umweltschutz

Großes Aufräumen auf dem Standortübungsplatz Stallberg

Großes Aufräumen auf dem Standortübungsplatz Stallberg

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Datum:
Ort:
Viereck-Stallberg
Lesedauer:
2 MIN

Umwelttage gibt es nicht nur an Schulen: Soldaten aus verschiedenen Verbänden der Panzergrenadierbrigade 41 haben gemeinsam mit anderen Helfern angepackt, um den Standortübungsplatz Stallberg von illegal abgelagertem Müll und Resten vergangener Übungen zu befreien.

Auf einer Freifläche stehen mehrere Container mit Abfällen. Im Vordergrund sind alte, verrostete S-Drahtrollen zu sehen.

Am Ende überrascht die pure Masse des gesammelten Abfalls. Die Soldaten und Mitarbeiter sammeln über 60 Tonnen an Unrat und Abfällen.

Bundeswehr/Christian Stark

Lange war es überfällig: Durch den ständigen Übungsbetrieb und vor allem durch regelmäßiges illegales Abladen von Unrat war es auf dem Übungsplatz zu einer Vermüllung mit Gefahren für Mensch und Tier gekommen, die der stellvertretende Bataillonskommandeur des Panzergrenadierbataillons 411, Oberstleutnant Sascha Schick, so nicht länger hinnehmen wollte. Daher entschied er in Zusammenarbeit mit dem Standortfeldwebel, dass sich alle Nutzer des Übungsplatzes zusammenfinden, um im Juni gemeinsam anzupacken.

36 Tonnen Bauschutt und andere Hinterlassenschaften

In einem Waldgebiet liegen alte Autoreifen, Kabel und Bauschutt.

Offensichtlich keine Überbleibsel vergangener Übungstage: Dieser Müll wurde illegal entsorgt und stellt eine Belastung für Flora und Fauna dar.

Bundeswehr/Sascha Schick

Und so fanden sich trotz extremer Hitze die Kameradinnen und Kameraden aus dem Panzergrenadierbataillon 411, dem Jägerbataillon 413, dem Versorgungsbataillon 142, der Sanitätseinsatzstaffel Torgelow sowie des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Torgelow und weitere Helfer zu diesem wichtigen Vorhaben zusammen. Schon nach kurzer Zeit waren alle Beteiligten vom Ausmaß der Verschmutzung überrascht. Schick dazu: „Ob wir hier mit unseren Schützenpanzern trainieren oder während der Grundausbildung ein Biwak aufschlagen – wir nutzen diese Räume nahezu täglich“, so das Zwischenfazit des Oberstleutnants am Ende des ersten Tages. „Trotzdem sind wir schon jetzt überrascht, in welchem Ausmaß der Fremdmüll unseren eigenen übersteigt.“

Und, dass dies keine Übertreibung war, sollte sich am Ende der Aufräumarbeiten bestätigen: Nach insgesamt drei Tagen und einer Gesamtunterstützung von 109 Soldaten inklusive 26 Fahrzeugen konnten die Freiflächen und Wälder von unter anderem 36 Tonnen Bauschutt, 21 Kubikmeter Schrott und weiteren sieben Kubikmeter Sperrmüll befreit werden.

Zu viel privater Abfall

Ein Soldat steht auf der Heckklappe eines Lkw. Auf der Ladefläche ist Schrott und Schutt aufgeladen.

Die Soldaten entfernen ganze Wagenladungen voller Schrott und Schutt vom Standortübungsplatz

Bundeswehr/Sascha Schick

Damit hat die Bundeswehr gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tierwelt sowie zum Schutz der Übungstruppe und der Anwohner geleistet. Am Ende der drei Tage übertraf der Stolz auf das Geleistete die persönliche Erschöpfung eines jeden. Das Unverständnis gegenüber den illegalen Müllmengen jedoch blieb: „Natürlich waren da auch mal Munitionsschrott oder einige wenige leere Munitionskisten dabei. Aber schließlich befinden wir uns auf einem militärischen Übungsplatz, wo fast täglich Soldaten üben oder für Einsätze trainieren“, so einer der fleißigen Helfer. „Doch diese Unmengen an privatem Abfall gehen gar nicht. Hier muss sich was ändern!“

Änderungen für den Naturschutz

Ein orangefarben lackierter Lkw steht im Wald. Mit einer Schaufel greift er Müll auf und lädt diesen auf die Ladefläche.

Zahlreiche Fahrzeuge stehen den Helfern zur Verfügung, um größere Müllansammlungen rasch zu beseitigen

Bundeswehr/Sascha Schick

Was also tun, damit so etwas in Zukunft nicht mehr vorkommt?

Oberstleutnant Schick sieht keine andere Alternative, als den Zugang für Zivilisten weiter einzuschränken. So wurde beantragt, den Bereich des Standortübungsplatzes Stallberg westlich der L321 in naher Zukunft vom „militärischen Bereich“ zum „militärischen Sicherheitsbereich“ umzuwandeln.

Das bedeutet, dass unbefugtes Betreten des Platzes verboten sein wird und strafrechtlich verfolgt werden kann. „Wir grenzen uns natürlich nur sehr ungern ab, aber eine solche Situation darf sich nicht wiederholen. Unsere Verantwortung gegenüber der Natur und unseren Soldaten ist einfach zu groß“, so das abschließende Resümee von Schick.

Die Panzergrenadierbrigade 41 „Vorpommern“ bedankt sich an dieser Stelle nochmals bei allen Helferinnen und Helfern für den geleisteten Einsatz.

von Aleksej Zeleznakov

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