Heer

„Ich bin beeindruckt von der enormen Leistung“

„Ich bin beeindruckt von der enormen Leistung“

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Datum:
Ort:
Bad Reichenhall
Lesedauer:
2 MIN

Bergmärsche, Kletter- und Abseilausbildung, Tragtiervorführung und eine dynamische Waffenschau: All das erlebten die Teilnehmenden des Lehrgangs General-/Admiralstabsdienst National (LGAN) bei der Gebirgsjägerbrigade 23 in Bayern. So lernten die Führungskräfte die besonderen Fähigkeiten der Soldatinnen und Soldaten dieser Truppengattung aktiv kennen.

Ein Soldat steht angeseilt an einer Felswand und schaut nach unten.

Ein Teilnehmer des General-/Admiralstabsdienstlehrgang seilt sich an einer Steilwand im Gebirge ab.

Bundeswehr/Oliver Keller

Mitte Juli besuchten die angehenden Generalstabsoffiziere der Führungsakademie Hamburg fünf Tage lang die Gebirgsjäger in Bad Reichenhall. Acht erlebnisorientierte und körperlich fordernde Stationen mit kräftezehrenden Bergmärschen, Klettern und Abseilen musste das Führungspersonal absolvieren.

Eine Gruppe Soldaten marschiert einen asphaltierten Weg in Richtung eines Gipfels.

Eine Gruppe der Lehrgangsteilnehmer steigt zum 1.776 Meter hohen Dürrnbachhorn in den Chiemgauer Alpen auf.

Bundeswehr/Tobias Jesse

„Ich bin beeindruckt von der enormen Leistung, die diese Truppe zeigt. Die Verantwortung, die ein Ausbilder hier übernehmen muss, ist gewaltig“, resümiert Flottillenarzt Dr. Katja Effenberger. Bei der Organisation der ereignisreichen Ausbildungsabschnitte kamen neben den unterstellten Einheiten, wie dem Gebirgsjägerbataillon 231, vor allem Reservisten zum Einsatz, die teilweise schon zum zwölften Mal eine Delegation aus Hamburg begleiteten. „Für die Teilnehmer ist es die erste Reise zur Truppe nach mehr als einem Jahr Ausbildung. Die Vorfreude und die Erwartungen bei den Stabsoffizieren sind sehr hoch“, erklärt der zuständige Projektoffizier, Hauptmann Steven Schmidt, vor dem Eintreffen der Offiziere.

Nicht jeder wird General

Ein Soldat sitzt auf einem Gebirgspferd, weitere Pferde mit Soldaten folgen.

Ein spanischer Lehrgangsteilnehmer reitet auf einem Haflinger des Einsatz- und Ausbildungszentrums für Tragtierwesen.

Bundeswehr/Tobias Jesse

Zurzeit lernen 120 Stabsoffiziere aus 13 Nationen, darunter aus den USAUnited States of America, den Niederlanden, England und Litauen an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Dort absolvieren sie mit den deutschen Soldaten den zweijährigen General-/Admiralstabsdienstlehrgang für NATO-Mitglieder. Schon zu Beginn der Ausbildung steht fest: Nur die Besten werden auch General oder Admiral in ihrer jeweiligen Nation. Während der Ausbildung besuchen die Teilnehmer alle Truppengattungen und Teilstreitkräfte der Bundeswehr, um ihre Besonderheiten kennenzulernen und so auf den höchsten Führungsebenen bessere Entscheidungen treffen zu können.

Erlebnisorientiert und körperlich fordernd

Soldaten seilen sich von einer Felswand ab. Eingesetzte Rauchgranaten erzeugen Nebel.

Die Gebirgsjäger präsentieren den schnellen Angriff über eine Felswand.

Bundeswehr/Tobias Jesse

Das Gebirge stellt nicht nur durch seine geologischen Bedingungen eine besondere Ebene der Kriegsführung dar. Auch schnell wechselnde klimatische Bedingungen zeigen starke Kontraste zu den üblichen infanteristischen Szenarien auf. Die Methoden und Techniken, die sich die Gebirgsjäger zu eigen gemacht haben, sehen nicht nur spektakulär aus, sie erfordern auch ein hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit. Unabhängig vom Alter der Teilnehmer bekam jeder von ihnen die Chance, dies am eigenen Leib zu spüren. „Diese Woche soll den Lehrgangsteilnehmern Bilder vermitteln, die sie letzten Endes bei der Entscheidungsfindung für eine militärische Operation maßgeblich unterstützen“, so der Heeresbergführer vor Ort.

Letzter Dienst am Berg

Mehrere Soldaten stehen mit ihrem Klettergeschirr vor einer steilen Felswand.

Den künftigen Generalen und Admiralen wird erläutert, wie das Seilgeländer – eine Abfolge von Eisenstiften, Klammern und Drahtseilen – an einem steilen Hang zu begehen ist.

Bundeswehr/Oliver Keller

Tragende Stützen der Gebirgsreise des Lehrgangs waren die Reservisten, sie halfen maßgeblich bei der Umsetzung der Touren. Ein besonders erfahrener und verdienter Gebirgsjäger unter ihnen ist Oberstleutnant Joachim Ries. Er hatte mit dieser Woche das Glück, die letzten Tage vor seinem Dienstzeitende am Berg dienen zu können. Für ihn war es die siebte Gebirgsreise mit den Offizieren der LGAN. Im Beisein der angehenden Generalstabsoffiziere erwies ihm Brigadegeneral Maik Keller persönlich die Ehre und verabschiedete den Kameraden gewünscht bescheiden. Abschließend richtete sich der Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 23 mit einem Appell an die Lehrgangsteilnehmer. „Behalten Sie im Blick, wofür Sie das Ganze machen: Für die Truppe – wenn es der Truppe gut geht, dann haben Sie alles richtig gemacht.“

von Tobias Jesse, Oliver Keller

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