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Heer
Transportfahrzeug der Zukunft

Infanterieroboter besteht Test im Schnee

Technik

Er ist modular aufgebaut und kann mit oder ohne Waffensysteme unbemannt und autonom fahren, für den Transport von Soldaten und Material eingesetzt werden und Infanterieeinheiten bei der Aufklärung helfen. Offiziere des Amtes für Heeresentwicklung haben in Norwegen erstmals unter subarktischen Bedingungen gemeinsam mit Gebirgsjägern einen Infanterieroboter getestet.

Ein unbemanntes Kettenfahrzeug steht in verschneitem Gelände, im Hintergrund geht die Sonne auf.

Das Tracked Hybrid Modular Infantry System (THeMISTracked Hybrid Modular Infantry System) verfügt über ein Hybridsystem. Der Elektromotor speist Energie aus einem Lithium-Ionen-Akkumulator, dieser wird von einem Dieselgenerator aufgeladen.

Bundeswehr/Alexander Harms

Auf Initiative der Gruppe Infanterie im Amt für Heeresentwicklung erstand die Bundeswehr im Jahr 2019 ein unbemanntes, bodengebundenes Fahrzeug (engl. Unmanned Ground Vehicle [UGVunmanned ground vehicle]) als Demonstrator. Nach technischer Überprüfung durch die Robotik Abteilung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) wurde es Ende 2021 an das Amt für Heeresentwicklung übergeben. Das UGVunmanned ground vehicle steht somit sowohl dem BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr als auch dem Amt ständig für praktische Überprüfungen von bislang ausschließlich theoretisch erprobten Einsatzverfahren in verschiedenen Szenarien zur Verfügung.

Wie leistungsfähig und robust ist das Fahrzeug?

Ein Gefechtsfahrzeug der Gebirgsjäger zieht ein unbemanntes Fahrzeug über den Schnee.

Ein Überschneefahrzeug BV 206 S vom Typ Hägglunds bringt den Infanterieroboter THeMISTracked Hybrid Modular Infantry System an seinen Einsatzort

Bundeswehr/Alexander Harms

Auf Einladung des Kommandeurs des Gebirgsjägerbataillons 231 erhielten Hauptmann Alexander Harms und Hauptmann Göran Bölke vom Amt für Heeresentwicklung die Möglichkeit, diesen Demonstrator des Modells Tracked Hybrid Modular Infantry Systems (THeMISTracked Hybrid Modular Infantry System) der estnischen Firma Milrem Robotics während der Übung Eiskristall 2022 in Norwegen zu testen. Durch die Teilnahme an dem Manöver wurde der erste Schritt in Richtung „Erprobung unter Realbedingungen“ gemacht. Es wurde vor allem untersucht, wie leistungsfähig und robust der Roboter ist. Die Temperaturen reichten von minus 30 Grad in den Abendstunden bis zu minus fünf Grad während des Tages. Weder der Hersteller noch Partnernationen haben bisher das UGVunmanned ground vehicle unter diesen Witterungsbedingungen erprobt.

Der Infanterieroboter fuhr auf befestigten Straßen, über unwegsames Gelände von einer Schneetiefe von bis zu einem Meter, durch Wälder und über Freiflächen. Seine Höchstgeschwindigkeit beträgt bislang 20 Kilometer pro Stunde. Während einer Gefechtsübung transportierte er Material und Versorgungsgüter für die Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 von bis zu 500 Kilogramm. Neben dem Materialtransport wurden auch der Verwundetentransport und das Verbringungsverfahren Skijöring getestet. Dabei ließen sich sechs Gebirgsjäger im Gefechtsanzug mit Skiern von dem vollbeladenen UGVunmanned ground vehicle ziehen. Skijöring nutzen die Soldaten, um schnell und kräfteschonend größere Distanzen zu überwinden. Die Kapazitätsgrenze des Roboters wurde dabei bei Weitem nicht erreicht, sodass künftig die Unterstützung und Verbringung einer ganzen Gebirgsjägergruppe, also von zehn Soldaten, anvisiert werden kann.

Gebirgsjäger befürworten Nutzung

Ein unbemanntes Kettenfahrzeug zieht vier Soldaten in Schneetarn auf Skiern über einen Waldweg.

So geht Skijöring: Gebirgsjäger sind mit Seilen an dem unbemannten Fahrzeug befestigt und lassen sich von ihm ziehen.

Bundeswehr/Alexander Harms

Die Einsätze des THeMISTracked Hybrid Modular Infantry System erfolgten sowohl im Remote-Controlled-Modus (aus Distanz gesteuert) als auch im sogenannten Follow-Me-Modus (selbstständiges Folgen von vorausgehenden Soldaten). Besonders positiv hervorzuheben ist, dass sich der Infanterieroboter einfach und intuitiv bedienen lässt, die robuste Technik kälteresistent und simpel aufgebaut ist. Daher sind leichte Instandsetzungsarbeiten gut zu bewältigen und auch die Steuerung durch schwieriges Gelände ist kein Problem. Die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 waren von der Nutzung des Roboters als Transportmittel vor allem für schwere Infanteriezüge sehr angetan.

Insgesamt war die Erprobung ein großer Erfolg. Das autonom fahrende Fahrzeug kann die Durchhaltefähigkeit, Kampfkraft, und Geschwindigkeit der abgesessenen Infanterie erhöhen und damit die Truppe deutlich entlasten.

von Alexander Harms und Göran Bölke

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