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Inspekteur besucht Militärmesse in den USA

Inspekteur besucht Militärmesse in den USA

  • Technik
  • Heer
Datum:
Ort:
USA
Lesedauer:
4 MIN

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, hat während seiner USAUnited States of America-Reise vom 14. bis 16. Oktober die größte, jährliche Militärmesse für Landstreitkräfte in Nordamerika besucht. Der Veranstalter, die Association of the United States Army, zeigte neueste technische Entwicklungen. Führende Militärs trafen sich zum Meinungsaustausch.

Auf einer Bühne stehen zahlreiche Soldaten der US-Armee, über ihnen eine Großleinwand.

In der Eröffnungszeremonie der AUSA zeigen Soldaten musikalisch die Tradition der USUnited States Army.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Im Geiste des Mottos „America’s Army: Ready Now, Investing In The Future“ (Dt.: Amerikas Armee: Jetzt bereit, um in die Zukunft zu investieren) eröffnete der ehemalige General Carter Ham, Präsident der Association of the United States Army (AUSA), im Walter Washington Convention Center die Veranstaltung mit Ausstellung und vielseitigen Begegnungen. Soldatinnen, Soldaten und zivile Gäste aus über 80 Ländern erlebten eine filmische und musikalische Eröffnungszeremonie.

USAUnited States of America sind der wichtigste Partner

Mehrere Männer in Anzügen und Uniformen stehen auf einer Messe zwischen Ständen nebeneinander. Ein Zivlist spricht.

Generalleutnant Jörg Vollmer und seine Delegation lassen sich an den Ausstellungsständen über die neuesten Produkte der Industrie informieren.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Die jährliche AUSA bietet mit ihrer umfangreichen Ausstellung ein breites Spektrum an neuesten Entwicklungen in der Wehrtechnik für Landstreitkräfte. Neben klassischen Waffensystemen für den Feuerkampf spielen zunehmend die Abwehr von Beschuss durch ballistische Waffen und Raketen, die Vernetzung der Soldaten untereinander, effektive Aufklärungsfähigkeiten und elektronische Stör- und Kommunikationssysteme eine Rolle. Daneben werden auch modernste Fahrzeuge und autonome Trägerplattformen gezeigt.

Ein General sitzt mit einem Pilotenhelm in einem Flugzeug.

Generalleutnant Jörg Vollmer lässt sich das Cockpit einer Bell V-280 auf der Messe erläutern. Die V-280 ist ein Kipprotor-Wandelflugzeug, das von zwei USUnited States-Firmen für die USUnited States-Armee entwickelt wurde.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

 „Wichtigster Partner für Deutschland sind, waren und bleiben die Vereinigten Staaten von Amerika“, betonte Generalleutnant Vollmer in seinen vielen persönlichen Treffen in diesem Jahr. Eine Partnerschaft, die sich täglich im Einsatz, an der Ostflanke der NATONorth Atlantic Treaty Organization und im Grundbetrieb bewährt. Dies unterstrich er auch in einem ersten Gedankenaustausch mit dem neuen Chef des Generalstabes des USUnited States-Heeres (Chief of Staff of the Army), General James Charles McConville.

Besuch bei der Potsdam Foundation

Zwei Generale sitzen sich in Sesseln schräg gegenüber und reden miteinander, zwischen ihnen ein Übersetzer, der mitschreibt.

Nutzen die Gelegenheit für eine persönliche Begegnung: Generalleutnant Jörg Vollmer mit dem neuen Chef des Generalstabes des USUnited States-Heeres, General James McConville

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Das sogenannte Dwight D. Eisenhower Luncheon, ein festliches Mittagessen, schloss den Besuch der deutschen Delegation beim diesjährigen AUSA-Meeting ab. „Ich habe hier viele persönliche Gespräche am Rande geführt und die aktuellen Botschaften des Heeres weitergeben können. Für mich als Inspekteur des Heeres waren sowohl der Besuch der Ausstellung als auch die persönlichen Gespräche mit meinen USUnited States-Kameraden und den Think Tanks wichtig und sehr gewinnbringend“, resümierte Vollmer.

Ein General steht vor einem festlich gedeckten runden Tisch, an dem Zivilisten sitzen, und redet.

Wunderbar together: Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, redet vor Angehörigen verschiedener Think Tanks auf Einladung der Potsdam Foundation.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Neben der AUSA absolvierte Vollmer zahlreiche Besuchstermine. Einer führte zur Potsdam Foundation, einer unabhängigen Denkfabrik in Washington, D.C.District of Columbia, mit dem Fokus auf die Außenpolitik der Vereinigten Staaten. Hier hielt Vollmer einen Vortrag im Kontext des deutsch-amerikanischen Freundschaftsjahres unter dem Motto „Wunderbar together“ zum zukünftigen Kriegsbild und den daraus resultierenden Folgerungen für das Fähigkeits- und Auftragsprofil von Landstreitkräften. Dabei stellte er dar, welche einschneidenden Auswirkungen die völkerrechtswidrige Annexion der Krim auf das Atlantische Bündnis und damit auch das Deutsche Heer hatte und hat.

Inhalte des Plans Heer vorgestellt

Vier Männer, drei Zivilisten im Anzug und ein General, stehen nebeneinander und lächeln in die Kamera.

Generalleutnant Jörg Vollmer (2. v. r.), hier mit dem Präsidenten der Potsdam Foundation, Peter Hughes (1. v. r.), stellt Experten die Inhalte des Plans Heer vor.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Mit dem Plan Heer habe das Heer klare Vorstellungen, wie ein überzeugender Beitrag zur gemeinsamen Abschreckung geleistet und gleichzeitig eine Modernisierung der Landstreitkräfte im digitalen Zeitalter vollzogen werden muss. Anschließend beantwortete und diskutierte er viele Fragen und Anmerkungen mit den Teilnehmern. Seine Kernbotschaft war hier wie auch an anderen Orten: Deutschland gehe Schritt für Schritt auf dem Weg voran, um den Übergang vom Einsatzdenken aus Ländern wie Afghanistan und Kosovo zur Landes- und Bündnisverteidigung an der östlichen Flanke zu gestalten.

Dabei komme es für Deutschland darauf an, wieder einsatzbereite Großverbände zu schaffen, die im Falle einer krisenhaften Entwicklung schnell in die östlich liegenden Bündnisländer verlegt werden können, um erst gar keinen Zweifel an der Geschlossenheit der Allianz aufkommen zu lassen. Dabei bedürfe es der adäquaten Ausrüstung der Heerestruppenteile. Das Heer trage weiterhin seinen Teil der Verantwortung – sowohl an der Ostflanke als auch in den Krisenmanagementeinsätzen in Mali, Irak, Afghanistan oder dem Kosovo.

Langjährige und bewährte Verbindungen Vollmers bestehen ins Pentagon, dem USUnited States-Verteidigungsministerium. „Das Gute hier ist, dass wir uns bereits sehr umfassend kennen. Ob aus der gemeinsamen Zeit in Afghanistan oder aus Verwendungen in Deutschland und Europa.“

Treffen mit deutschen Vertretern in den USAUnited States of America

Ein General steht vor Soldaten, die sitzen, und hält einen Vortrag. Dabei hebt er die rechte Hand halbhoch.

Generalleutnant Jörg Vollmer erläutert Angehörigen der Heeresverbindungsorganisation und der Deutschen Botschaft Absichten und aktuelle Entwicklungen des Heeres.

Bundeswehr/Maximilian Schulz

Diese Kontakte knüpft und pflegt der Inspekteur des Heeres allerdings nicht allein. Den Angehörigen der Heeresverbindungsorganisation in den USAUnited States of America und Kanada fällt dabei eine entscheidende Rolle zu. Das bekräftigte Vollmer in einem Gedankenaustausch mit Angehörigen der Heeresverbindungsorganisation und der Deutschen Botschaft.: „Sie halten in hervorragender Weise Verbindung zu unseren amerikanischen Partnern. Die USAUnited States of America sind unser wichtigster Partner. Das war, ist und bleibt auch so. Wir gehen kontinuierlich in großen Schritten voran, unsere Ausrüstung, passend zu den Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung, anzupassen und die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.“ Und er fügt hinzu: „In Europa, in Afghanistan und in Afrika sind wir stets zweitgrößter Truppensteller hinter den USAUnited States of America. Das ist ein Pfund, auf das Sie Ihre Gesprächspartner beruhigt hinweisen können.“

von Karsten Raab