Inspekteur des Heeres
Der Inspekteur des Heeres ist der oberste Chef der größten Teilstreitkraft der Bundeswehr und führt rund 63.000 Soldatinnen und Soldaten.
Der Inspekteur des Deutschen Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, hat das Ausbildungszentrum Munster besucht. Er informierte sich über die Umsetzung der neu konzipierten Offizierausbildung des Heeres. Der Kommandeur der Lehrstätte, Brigadegeneral Ullrich Spannuth, begrüßte Mais zu der eintägigen Dienstaufsicht.
Spähtrupp zu Fuß: Generalleutnant Alfons Mais (l.) im Gespräch mit einem Fahnenjunker der Heeresaufklärungstruppe
Bundeswehr/Michael BaldusNach der Auflösung der Offizieranwärterbataillone zum Ende des Jahres 2020 wollte der Inspekteur des Heeres sehen, wie die ersten Fahnenjunkerlehrgänge in Munster organisiert sind. „Es geht darum, die angehenden Offiziere vor ihrem Studium und dem Besuch der Offizierschule in Dresden mit ihrer jeweiligen Truppengattung vertraut zu machen. Es ist wichtig, dass der Nachwuchs dort die ersten Erfahrungen sammelt und geprägt wird“, unterstrich Mais zum Eingang des Besuchs.
Auf dem Truppenübungsplatz Munster informiert sich Generalleutnant Alfons Mais (r.) über den Ablauf der Schießausbildung der Panzergrenadiere
Bundeswehr/Michael BaldusNach der Begrüßung und einem kurzen Meinungsaustausch zwischen den Generalen ging es auf den Truppenübungsplatz Munster, wo sich Mais ein Bild von der Schießausbildung der I. Inspektion verschaffte. Dabei werden die jungen Panzergrenadiere an der Panzerfaust 3, dem Maschinengewehr MG3, der Pistole P8 und dem Sturmgewehr G36 zum Schießausbilder in Landoperationen ausgebildet. Die intensive Ausbildung an den Handfeuerwaffen sowie die Ausbildung zum Ausbilder wurden dann durch Major Melissa Muth, Leiterin des Hörsaals 15, vorgestellt. Eine anschließende Gesprächsrunde mit einigen Soldaten rundete das Bild ab. „Neben unseren deutschen Soldatinnen und Soldaten haben wir auch drei Angehörige aus Thailand, Saudi-Arabien und dem Senegal bei uns, die zwar so ihre Probleme mit den niedrigen Temperaturen haben, ansonsten aber voll integriert sind“, freute sich Muth.
Am späten Vormittag ging es dann zum Fahnenjunkerlehrgang der Heeresaufklärungstruppe, wo der Leiter des Ausbildungsbereichs und General der Heeresaufklärungstruppe, Oberst Ralph Malzahn, kurz die Ausbildungssystematik vorstellte. Im Mittelpunkt der Ausbildung steht die Führung eines Spähtrupps zu Fuß. Hörsaalleiter Oberleutnant Janniss Kruchen, erläuterte die grundsätzlichen Inhalte der Ausbildung, bevor Mais zusammen mit der Ausbilderin, Hauptfeldwebel Anja Meinecke, den gefechtsmäßigen Marsch eines Spähtrupps zu Fuß begleitete. Das gemeinsame Mittagessen verbunden mit persönlichen Gesprächen mit den Soldaten rundeten den Besuch bei den Aufklärern ab.
Generalleutnant Alfons Mais (M.) nimmt sich Zeit, um mit den Fahnenjunkern der Panzertruppe auf einem Kampfpanzer Leopard zu sprechen
Bundeswehr/Michael BaldusAnschließend wurde dem Inspekteur die Erstausbildung der Fahnenjunker der Panzertruppen vorgestellt, bei der ein Marsch sowie das Beziehen von Räumen und deren Sicherung im Vordergrund standen. Ausbilder, Oberfähnrich Christian Busch, betonte, dass am Tag zuvor zunächst das Gelände zu Fuß erkundet worden war, bevor die angehenden Offiziere selbst mit dem Kampfpanzer Leopard auf dem Kommandantenplatz ins Feld fuhren – ein beeindruckendes Erlebnis für die Lehrgangsteilnehmenden. „Genau das wollen wir hier auch erreichen“, unterstrich Spannuth. „Mit Begeisterung führen und das in der eigenen Truppengattung, das wollen wir hier vermitteln.“
Beim Handwaffenschießen: Generalleutnant Alfons Mais (M.) tauscht sich mit Oberstleutnant Peter Vollmers (l.) und Major Melissa Muth aus
Bundeswehr/Michael BaldusNach der Rückkehr zum Ausbildungszentrum besuchte Mais die Teilnehmenden des Kommandeurlehrgangs Panzertruppen während ihrer Abschlussübung am Zentrum für Simulationsgestützte Rahmenübungen. „Ich möchte bei meinem Besuch hier in Munster und in den Gesprächen mit den Soldatinnen und Soldaten spüren, ob wir mit der Umstellung von der zentralisierten zur dezentralisierten Ausbildung in den Truppengattungen auf dem richtigen Weg sind und wo wir gegebenenfalls nachjustieren müssen. Wir haben hier die Chance, unseren Nachwuchs wieder selbst auszubilden, zu prägen und ihnen zu erklären, was es heißt Panzergrenadier, Aufklärer und Panzersoldat zu sein“, so Mais. Er habe hier „total motivierte Lehrangsteilnehmer und Ausbilder“ erlebt.
von Paul Hicks