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Befehle erarbeiten und erteilen

Internationale Kompaniechefs an der Panzertruppenschule

Internationale Kompaniechefs an der Panzertruppenschule

Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Soldaten aus sechs verschiedenen Ländern haben Mitte Oktober den internationalen Einheitsführerlehrgang für Kompaniechefs der Panzertruppen besucht. Im Mittelpunkt des Unterrichts an der Panzertruppenschule in Munster stand der Entscheidungsfindungsprozess für das taktische Vorgehen in einem Gefecht. Die Teilnehmenden lernten dabei das deutsche Führungsverständnis kennen.

Soldaten verschiedener Nationen stehen an einem Sandkasten, auf dem das Gelände vereinfacht dargestellt ist.

Soldaten aus sechs verschiedenen Ländern besuchen den internationalen Einheitsführerlehrgang für Kompaniechefs in Munster. Wie Befehle erarbeitet und erteilt werden, ist unterschiedlich, dient aber demselben Ziel.

Bundeswehr/Christian Schoetz

Die Soldaten aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich, Ungarn, der Slowakei und Tschechien erlebten ein spannendes und umfangreiches Programm. Oberstleutnant Björn S. Leiter der Gruppe Truppenfachlehrer, begrüßte die Teilnehmenden und stellte den deutschen Entscheidungsfindungsprozess vor. Dabei handelt es sich um eine strukturierte und stringente Vorgehensweise zur Lösung einer konkreten Aufgabe. Nach der Auswertung des Auftrags, der Beurteilung des Geländes, des Gegners und der eigenen zur Verfügung gestellten Kräfte ermöglicht diese Vorgehensweise dem militärischen Führer, zeitgerecht eine erfolgversprechende Entscheidung zu treffen.

Als Richtschütze im Leopard 2

Zu Beginn wurde den Gästen das Großgerät der deutschen Panzertruppen gezeigt, das in den folgenden Tagen für die Ausbildung eingesetzt wurde. Die Ausbildung am Simulator des Schützenpanzers Marder sowie des Kampfpanzers Leopard versetzte die Lehrgangsteilnehmer in die Rolle eines Richtschützen. Aufgeklärte Ziele wurden unter der Anleitung eines erfahrenen Kommandanten bekämpft. Auch der Kampfpanzer Leopard 2 A7V und der Schützenpanzer Puma in der Version VJTFVery High Readiness Joint Task Force (Very High Readiness Joint Task Force) mit dem dazugehörigem System Infanterist der Zukunft wurden live präsentiert. Oberleutnant Christopher S. vom Panzerlehrbataillon 93 und Hauptmann Christoph N. aus der Panzertruppenschule erläuterten dabei technische Details und beantworteten Fragen zur Einsatzbereitschaft, Kampfkraft und Durchhaltefähigkeit der beiden Systeme.

Wenn die Lage sich ändert

Nahaufnahme eines Geländesandkastens mit kleinen farbigen Würfeln mit militärischen Symbolen und Zweigen

Bei der Ausbildung am Sandkasten werden Geländeabschnitte detailgetreu nachgebildet. Aus der Vogelperspektive ist es möglich, verschiedene Taktiken während militärischer Operationen durchzugehen.

Bundeswehr/Mario Bähr

Der nächste Tag stand im Zeichen des internationalen Austausches. Die angehenden ausländischen Kompaniechefs stellten vor, wie in ihren Ländern Entscheidungsfindungsprozesse ablaufen. Dieser Einblick in die jeweilige Partnernation war spannend und verbesserte zugleich die Zusammenarbeit.

Dann ging es darum, den deutschen Entscheidungsfindungsprozess näher kennenzulernen. Von der Auswertung des Auftrages, über die Beurteilung der Lage bis hin zum Entschluss führte Major Christian S. die Teilnehmer durch den entsprechenden Ablauf. Jeder hatte natürlich seinen nationalen Prozess im Kopf. So zeigte sich, dass die Struktur des Entscheidungsfindungsprozesses zwar unterschiedlich ist, das Ergebnis aber bei allen Nationen ähnlich ist. In einer weiteren Steigerung wurde der Entscheidungsfindungsprozess in einer laufenden Operation geübt. Hauptmann Vincent B. und Hauptmann Peter H. konfrontierten die Soldaten mit unterschiedlichen Lageentwicklungen während des Angriffes. In einer Übung an einem Sandkasten besprachen die Chefs, wie sie im Fall des Liegenbleibens eigener Fahrzeuge, feindliche Minensperren oder einer zerstörten Brücke vorgehen.

„Der Einsatz eines durch Kampfpanzer verstärkten Panzergrenadierzuges gibt es so nicht in den französischen Streitkräften. Das ist eine spannende Vorgehensweise und in bestimmten Situationen sehr zweckmäßig“, kommentierte der französische Hauptmann Eduard Z.

Fiktion und Realität

Nach der simulierten Ausbildung am Sandkasten ging es für die Teilnehmer in das reale Gelände. Mit dem tatsächlichen Blick in die echte Umgebung wird aus der Simulation Realität. Bei der Erkundung wird der an der Karte erarbeitete Entschluss mit dem realen Gelände verglichen und die Durchführbarkeit diskutiert. So manche anhand der Karte getroffene Entscheidung bekommt damit eine ganz neue Bewertung. Gerade hier im realen Gelände sorgten die unterschiedlichen Vorgehensweisen der verschiedenen Nationen, beispielsweise bei dem Nehmen eines Gewässerüberganges in Reddingen, für einen sehr regen Austausch unter allen Anwesenden.

Doch auch die politische und geschichtliche Bildung kam während der Woche nicht zu kurz. Die Kompaniechefs besuchten den britischen Soldatenfriedhof Becklingen, die Hansestadt Hamburg oder auch das Deutsche Panzermuseum in Munster – beste Gelegenheiten für einen interkulturellen Austausch.

Major Thomas E. aus Großbritannien resümiert am Ende des Lehrganges: „Der internationale Einheitsführerlehrgang war eine gute Gelegenheit, mit vielen Nationen ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und Anregungen für das eigene Denken mit nach Hause zu nehmen.“

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Mehrere Panzer fahren hintereinander leicht versetzt über schlammiges Gelände.

Der Kampfpanzer Leopard 2 A7V ist der modernste seiner Art. Auf dem Lehrgang in Munster erfahren die Teilnehmer alle Einzelheiten des neu eingeführten Kampfpanzers.

Bundeswehr/Marco Dorow
Eine Gruppe Soldaten steht an einem kleinen Fluss und begutachtet die Umgebung.

Ausbildung und Kartenstudium sind notwendig. Der Blick in das reale Gelände ist aber für den militärischen Führer durch nichts zu ersetzen.

Bundeswehr/Peter Hewel

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von Peter Hewel

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