Heer

Jede Kletterroute bringt einen Euro

Jede Kletterroute bringt einen Euro

  • Bundeswehr und Gesellschaft
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Datum:
Ort:
Bischofswiesen
Lesedauer:
3 MIN

Mehr als 250 Soldaten, Schüler und Alpinisten klettern rund um die Uhr mit- und gegeneinander, insgesamt eine Fahrstrecke von Bischofswiesen nach München. Sie sammeln dabei mehr als 10.000 Euro für gemeinnützige Zwecke. Am letzten Novemberwochenende geht es hoch her in einer Kletterhalle in Bischofswiesen.

Eine Kletterin hängt fast waagerecht an einem Überhang der Kletterwand.

Im sehr anspruchsvollen Finale war Feldwebel Elisabeth Wildgruber am Ende die Beste und gewann die Einzelwertung der Frauen.

Bundeswehr/Christian Kunerl

Im Bergsteigerhaus Ganz treten acht militärische und vier zivile Mannschaften mit insgesamt 253 Athleten an. Jede gekletterte Route wird mit mindestens einem Euro prämiert. 10.805 Euro an Spendengeldern kommen am Ende zusammen. Die Teams können selbst bestimmen, für welchen guten Zweck sie ihren Erlös einsetzen möchten. Die gekletterten Routen entsprechen summiert etwa 148 Kilometer, womit das Ergebnis des Vorjahres nur knapp verfehlt wird. Die Gebirgsjägerbrigade 23 ist Organisator und die Sektion Berchtesgaden des Deutschen Alpenvereins (DAV) der Ausrichter des 24-Stunden-Spendenkletterns im Ortsteil Strub.

Erbitterter Kampf um den ersten Platz

Mit einem denkbar knappen Vorsprung von nur 31 Routen gewinnt erneut das favorisierte Team der DAV-Sektion Berchtesgaden. Doch liefern sie sich mit den Kameraden vom Gebirgskampfzentrum des österreichischen Bundesheeres einen erbitterten Kampf um den Sieg. Auf dem dritten Platz landet die Mannschaft des Gebirgsjägerbataillons 232 aus Bischofswiesen. Die meisten Einzelrouten während des 24 Stunden-Spendenkletterns schafft Nico Fitkau vom DAV-Team mit 201 Routen.

Mannschaften schenken sich nichts

Zwei Kletterer erklimmen an Seilen gesichert eine 15 Meter hohe Kletterwand.

Das letzte Duell brachte die Entscheidung im Mannschaftswettbewerb. Der österreichische Kletterer (l.) war nur Sekundenbruchteile schneller als sein Kontrahent aus der Strub.

Bundeswehr/Achim Keßler

Die spannendste Entscheidung der Veranstaltung ist der Mannschaftswettbewerb der Gebirgsjägerbrigade 23. Nach den regulären Duellen, in denen die fünf Militärmannschaften jeweils gegeneinander antreten, gibt es zwei Teams mit gleicher Punktanzahl. Zum ersten Mal, in der inzwischen neunjährigen Geschichte der Kletterwettkämpfe in Strub, entscheidet ein Stechen über den Sieg in der Mannschaftswertung. In einem dramatischen Finale gewinnt das Team vom österreichischen Bundesheer, den Wettkampf mit nur einem Punkt Unterschied gegenüber den Struber Jagern für sich. Unter der Führung von Oberstleutnant Christian Steger-Jud ist die Mannschaft des Nachbarlandes mit Kletterspezialisten aus ganz Österreich angetreten.

Feldwebel Elisabeth Wildgruber ist die Beste in der Einzelwertung bei den Damen. In der Gästewertung setzt sich Vizeleutnant Jürgen Höllerich vor zwei weiteren Kameraden vom österreichischen Bundesheer durch.

Schülerwettbewerb Jeder gegen Jeden

Drei Schülergruppen stehen zur Siegerehrung auf dem Podium.

Stolz halten die Schüler vom Karlsgymnasium Bad Reichenhall ihren Siegerpokal in die Höhe.

Bundeswehr/Achim Keßler

Den Anfang der zweitägigen Veranstaltung hatten bereits am Donnerstag Schülerinnen und Schüler gemacht. Mit jeweils sieben Teilnehmern traten die Schülerteams im Modus „Jeder gegen Jeden“ an, um im Speed-Klettern den Sieger zu ermitteln. Nach spannenden und beeindruckenden Duellen setzte sich am Ende das Team vom Karlsgymnasium Bad Reichenhall durch. Auf die weiteren Plätze kamen das Gymnasium Berchtesgaden, vor dem Chiemgau-Gymnasium aus Traunstein. Die kleineren Kids hatten dabei oft die Nase vorn. Die größeren jugendlichen Schüler hatten zwar eine höhere Reichweite, das machten die kleineren allerdings mit ihrer enormen Schnelligkeit meist wieder wett. „Es macht sehr viel Spaß und ich bin zufrieden mit meiner Leistung“, kommentierte am Ende die 12-jährige Marie vom siegreichen Karlsgymnasium bei ihrer bereits dritten Teilnahme an diesem Wettkampf.

Oberleutnant Nick Hoffmann vom Gebirgsjägerbataillon 232 bedankte sich bei allen Kameradinnen und Kameraden. „Ich hatte ein wunderbares Team von Reservisten, die mich bereits die letzten zwei Wochen bei der Organisation unterstützt haben und zum guten Gelingen enorm beigetragen haben“, so der neue Organisationsleiter. „Der Wettkampf hat sich in der Kletterszene als fester Termin im Kletterkalender etabliert“, so Oberstleutnant Martin Sonnenberger, Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 232. Er dankte allen an der Organisation Beteiligten und allen Kletterern.

von Christian Kunerl

Weitere Informationen

  • Das dunkelgrüne Wappen ist rot und silbern umrandet. In der Mitte prangt ein Edelweiß mit goldener Rosette.

    Gebirgsjägerbrigade 23

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  • Der Namenszug des Bataillons umrahmt das runde Wappen, darin Himmel, der Berg Watzmann, Wiese, darauf golden die Zahl 232.

    Gebirgsjägerbataillon 232

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