Heer

Kampf den Rückenbeschwerden

Kampf den Rückenbeschwerden

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Datum:
Ort:
Lüneburg
Lesedauer:
3 MIN

Der Rücken schmerzt, der Nacken ist verspannt, die Konzentration schwindet, Stress regiert. Wer kennt die alltäglichen Leiden nicht? Ein Projektteam des Aufklärungslehrbataillons 3 „Lüneburg“ sagt jetzt gesundheitlichen Problemen den Kampf an. Ein Programm für Betriebliches Gesundheitsmanagement startet in diesem Jahr.

Ein Soldat in grauem Bundeswehr-Sportanzug steht in einem Fitnessstudio.

Der Leiter des BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Teams Lüneburg, Hauptmann Michel Gallien, freut sich über den erfolgreichen Projektstart.

Bundeswehr/Timo Radke

Was anfangs oft als vermeintlich harmlose Beschwerde daherkommt, kann schnell zu einer ernst zu nehmenden körperlichen oder psychischen Krankheit führen. Dem wird mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement, kurz BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement, begegnet. Unter BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement wird die Gestaltung, Lenkung und Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse verstanden, die zum Ziel haben, die Arbeit, die Organisation und das Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsförderlich zu gestalten. Dies soll den Beschäftigten und dem Arbeitgeber gleichermaßen zugutekommen.

Umfangreiches BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Programm

Ende 2019 wurde am Standort Lüneburg unter der Federführung des Aufklärungslehrbataillons 3 ein Projektteam zusammengestellt und mit der Umsetzung des BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement begonnen. Bei der Konzeption des Projektes wurde das Team intensiv durch die hauptamtliche BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Koordinatorin am Standort Munster, Hauptmann Lea Halfmann, beraten und betreut. Seit Februar wird das Konzept in Lüneburg praktisch umgesetzt. Das Angebot richtet sich an alle militärischen und zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Standort Lüneburg ihren Dienst leisten. „Gesundheit ist das höchste Gut eines jeden Menschen. Diese bei seinen Mitarbeitern zu fördern und zu erhalten, ist eine wesentliche Verpflichtung für jeden Vorgesetzten. Ich freue mich sehr, dass wir nun am Standort Lüneburg ein umfangreiches BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Programm für unsere militärischen und zivilen Mitarbeiter anbieten können“, erklärt der Kommandeur des Aufklärungslehrbataillons 3 und Standortälteste, Oberstleutnant Hendrik Staigis.

Kräftigung der Muskulatur

Ein Soldat in blauem Sportanzug steht vor einer Pinnwand mit Bildern.

Der Weg ist das Ziel: Oberstabsfeldwebel Stephan Laucke unterstützt die zivilen und militärischen Mitarbeiter durch Ernährungs- und Trainingsberatung.

Bundeswehr/Timo Radke

Die BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Maßnahmen sind umfangreich. Am Standort Lüneburg werden Kurse wie „Funktionelles Training“, „Pilates“ oder „Rückenschule“ angeboten: „Dies dient auf der einen Seite der Kräftigung der Tiefenmuskulatur, hilft aber auch gleichzeitig dabei, Rückenbeschwerden vorzubeugen oder zu lindern. Denn Rückenprobleme treten oftmals schon durch Fehlhaltungen am Arbeitsplatz auf“, erklärt Oberstabsfeldwebel Stephan Laucke, der dem vierköpfigen BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Projektteam angehört. Zudem bietet das Team auch individuelle Ernährungsberatung an und unterstützt mit genau zugeschnittenen Trainingsplänen.

Schlingentraining und Aquafitness

Aktuell wird ein Konzept für ein TRX-Schlingentraining erstellt. TRX ist ein Unternehmen, das ein elastisches Gurtsystem mit Schlaufen und Gurten anbietet. Das Besondere: Alle Körperpartien werden mit dem eigenen Körpergewicht trainiert. Dadurch werden die körperliche Flexibilität, die Koordination und die eigene Körperwahrnehmung durch gelenkschonende Übungen verbessert. Ziel des Schlingentrainings ist es, innere und äußere Verspannungen abzubauen und den Körper und Geist der Teilnehmenden zu mobilisieren und zu stabilisieren.

Gleichzeitig ist ein Kurs „Aquafitness“ in Arbeit. Durch Aquafitness wird die Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer gesteigert und die Entspannung gefördert. Das moderne Aquafitness-Training ist im Vergleich zur klassischen Wassergymnastik eher fitnessorientiert und beinhaltet etliche Aerobic- und Pilates-Elemente. Vor allem der Wasserauftrieb und der Wasserwiderstand fördern die Gelenkentlastung, Muskelkraft und Ausdauer. Im Laufe des Jahres sollen weitere Kurse, wie beispielsweise Yoga oder Faszientraining hinzukommen.

Eine Führungsaufgabe für Chefs

Am Rande einer Matte entlang machen Sportler Rückenübungen, der Trainer liegt in der Mitte und führt die Übung vor.

„Rückenschule“ heißt der Kurs, den Stabsfeldwebel Hans Müller für die Mitarbeiter am Standort Lüneburg wöchentlich anbietet.

Bundeswehr/Timo Radke

„Doch BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement ist weitaus mehr als nur Bewegung“, erklärt der Leiter des BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Teams Lüneburg, Hauptmann Michel Gallien. „Der Schwerpunkt eines betrieblichen Gesundheitsmanagements ist zweifelsfrei der Bereich Führung und Organisation. Nicht umsonst besagt ein altes Sprichwort: Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Dies bedeutet nichts anderes, als dass die Führungskräfte dafür Verantwortung tragen, dass es ihren Mitarbeitern gut geht. Denn motivierte Mitarbeiter produzieren einen höheren Output. Das nennt man Wirtschaftlichkeit und ist auch in der Bundeswehr nicht anders.“ Für das Aufklärungslehrbataillon 3 wird BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement ein Schwerpunkt für das Jahr 2020 sein.

Bürokratischen Aufwand mindern

Daher sollen auch Arbeitsabläufe verändert werden. Im Sinne der Prozessoptimierung möchte man überflüssigen, bürokratischen Aufwand abschaffen und Prozesse effizienter strukturieren. Mitgestaltung statt Neuerfindung lautet hier das Sprichwort. Gallien führt weiter aus: „Die Frage ist nicht, ob wir den technologischen Fortschritt wollen, sondern wie wir ihn effizient und zweckmäßig in unseren Alltag implementieren, ohne dabei unser Handwerk zu verlernen.“ So wird sich das BGMBetriebliches Gesundheitsmanagement-Team Lüneburg den Wünschen der Soldatinnen, Soldaten und zivilen Angehörigen annehmen und für eine bedarfsgerechte Umsetzung sorgen. Denn wie es schon der Naturheilkundler und Hydrotherapeut Sebastian Kneipp einst formulierte: „Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für seine Krankheit opfern.“

von Timo Radke

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