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Karrierechancen für Feldwebeldienstgrade

Karrierechancen für Feldwebeldienstgrade

  • Personal
  • Heer
Datum:
Ort:
Dresden
Lesedauer:
2 MIN

Hochmotivierte Soldaten im Feldwebeldienstgrad haben sich zwei Wochen lang den außerordentlichen Anforderungen des Militärischen Auswahllehrgangs an der Offizierschule des Heeres in Dresden gestellt. Bestehen sie ihn, bieten sich den Soldaten tolle Aufstiegschancen und sie sind einen Schritt weiter auf dem Weg zum Offizier des Truppendienstes.

Ein Soldat mit Gepäck und Waffen erklimmt den höchsten Punkt einer Eskaladierwand.

Ein Soldat der Ausbildungsgruppe, die die Lehrgangsteilnehmer bei ihren Lehrproben unterstützten, überquert die Wand auf der Hindernisbahn in voller Ausrüstung.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Etwa 20 Soldaten nahmen kürzlich am Militärischen Auswahllehrgang in Dresden an der Offizierschule des Heeres teil. Bei dem zweiwöchigen Kurs werden Unteroffiziere im Feldwebeldienstgrad (Soldaten der Bundeswehr auf Meisterebene) geprüft, um sich für die nächsthöhere Laufbahn der Offiziere des Truppendienstes zu qualifizieren. „Damit stellten sie sich dem großen Druck und den Anforderungen auf dem Weg zum Truppenoffizier“, sagt Hauptmann Hendrik Köhler, Prüfer und Lehrgangskoordinator. Die Teilnehmenden mussten zeigen, dass sie sich als militärische Führer und Ausbilder eignen, indem sie einen weitreichenden Fundus an Allgemeinwissen, theoretischer und praktischer militärischer Fertigkeit und mentaler Stärke bewiesen.

Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Ein Soldat mit rotem Barett steht vor drei Soldaten mit Gewehren und erklärt ihnen etwas.

Während einer Lehrprobe zur Hindernisbahn weist ein Lehrgangsteilnehmer Kameraden ein, wie man die Holzwand überwindet.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Theoretisches Wissen zum aktuellen Zeitgeschehen, Wehrrecht, Militärgeschichte und Allgemeine Truppenkunde wurden in mündlichen und schriftlichen Prüfungen getestet. Die Eignung zum militärischen Führer wurde aber auch in praktischen Bereichen festgestellt, wie beispielsweise durch Lehrproben im Gefechtsdienst, der Orientierung und Bewegung im Gelände oder bei der Überquerung der Hindernisbahn mit Ausrüstung, Gepäck und Waffe.

Nach § 29 der Soldatenlaufbahnverordnung kann ein Feldwebel in die Laufbahn des Truppendienstoffiziers aufsteigen. Dies ist für Feldwebel mit einer Mindestverpflichtungszeit von 15 Jahren möglich, wenn diese

  1. eine geeignete Laufbahnbeurteilung vorweisen können,
  2. das Assessmentcenter für Führungskräfte erfolgreich durchlaufen haben und
  3. das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr II 3 den Antrag positiv bewertet hat.
  4. Zu guter Letzt muss der Militärische Auswahllehrgang an der Offizierschule des Heeres in Dresden bestanden werden.

Am Ende werden die Werte und Noten all dieser Einzelkomponenten ganzheitlich betrachtet und durch den Präsidenten oder die Präsidentin des Bundesamtes für das Personalmanagement der Bundeswehr positiv oder negativ entschieden. Sollte eine Eignung noch nicht vorliegen oder wurde der Antrag nicht befürwortet, kann für das Folgejahr eine erneute Zulassung beantragt werden.

Motive der Teilnehmer

Zwei Soldaten kriechen unter flach gespannten Drähten durch. Ein dritter Soldat steht mit seiner Waffe auf und rennt weiter.

Auch das Gleiten durch die Drahtgasse der Hindernisbahn wird bei der Lehrprobe trainiert. So leicht es auch aussehen mag, es ist schon mancher bei dieser Übung hängengeblieben. Diese Kameraden der Ausbildungsgruppe sind dank bester Einweisung erfolgreich durchgekommen.

Bundeswehr/Sabrina Kleinekort

Welche Motive haben also die Kameraden, sich einer solch umfangreichen und sehr fordernden Gesamtprüfung zu stellen? Natürlich ist da die Aussicht auf einen höheren Dienstgrad: Oberstleutnant ist als allgemeines Laufbahnziel realistisch. Doch auch der Karrierepfad an sich ist für die Teilnehmer von großem Interesse. Es gibt zum einen spannende praktische und theoretische Lehrgänge. Zum anderen möchten sie mehr Verantwortung übernehmen und als militärische Führer für ihre unterstellten Soldaten da sein und eintreten. Junge Soldatinnen und Soldaten zu prägen und an positiven Veränderungen teilzuhaben, spornt sie an.

Hier findet sich ein hoch motivierter Führungsnachwuchs, der auf allen Ebenen bereit ist, nach vorne zu gehen und Offizier zu sein.

von Luana Hofmann

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