Heer

Kettengeräusche und schwere Waffen in den Bergen

Kettengeräusche und schwere Waffen in den Bergen

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Mittenwald
Lesedauer:
3 MIN

Schwere Waffen bei den Gebirgsjägern? Aber ja. Die 5. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 233 bildet ihre Soldatinnen und Soldaten an schweren Waffensystemen aus. Das Training dauert mehrere Wochen und ist sehr fordernd. Das Einsatzgebiet bleibt im Gebirge.

Ein Soldat führt die Patrone ins Mörserrohr ein, im Hintergrund Tannen.

Der Ladeschütze setzt die Patrone auf Befehl des Truppenführers an.

Bundeswehr/Constanze Koppe





 

Kettengeräusche, dröhnende Motoren und viel Technik – diese Eindrücke ordnet man nicht sofort einer Gebirgsjägerkompanie zu. Eben diese sind aber elementarer Teil der 5. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 233 in Mittenwald. Denn hier sind die Waffensysteme und Fähigkeiten des Bataillons versammelt, die im Gefecht den Unterschied ausmachen können. Als Kampfunterstützer dienen sie dem Bataillonskommandeur dazu, im Gefecht einen Schwerpunkt zu bilden. Einerseits geschieht dies durch die Reichweite und Feuerkraft des Panzermörsers, der Maschinenkanone und der Panzerabwehrlenkflugkörper, andererseits durch die besonderen Spezialisierungen und Fähigkeiten der einzelnen Züge, wie beispielsweise des Aufklärungs- oder des Feuerunterstützungszuges.

Der Panzermörserzug: „Ansetzen, Feuer!“

Der Truppführer befiehlt: „Ansetzen, Feuer!“. Kurz darauf zerreißt ein Knall die Stille auf dem Übungsplatz. Die 120 Millimeter Übungspatrone verlässt das Mörserrohr. Der Mörserzug der 5. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 233 trainiert den Einsatz auf dem Übungsplatz Brendten in Mittenwald. Die neuen Soldaten des Zuges werden an ihrem zukünftigen Hauptwaffensystem ausgebildet. In dem jeweils vierköpfigen Mörsertrupp geht es dabei besonders um Präzision und Geschwindigkeit. Nach Eintreffen eines Feuerkommandos mit den Zieldaten muss schnellstmöglich die erste Patrone abgefeuert sein. Hierzu müssen alle Abläufe im Team perfekt aufeinander abgestimmt werden. Der Truppführer ist zufrieden. Die Zeitvorgabe wurde auch von den jungen Soldaten gehalten: „Darauf können wir aufbauen“. Doch keine Zeit für eine Pause, denn das Rohr muss gereinigt werden. Auch die Wartung und Pflege der komplexen, technischen Ausstattung ist wichtiger Bestandteil der Ausbildung.

Am anderen Ende der Leitung

Ein Soldat sitzt am Funk in einem Simulator.

Ein Soldat funkt aus dem Simulator mit dem Mörserzug auf dem Übungsplatz.

Bundeswehr/Constanze Koppe

Während beim Mörserzug auf dem Übungsplatz die kurze Feuerpause zum Reinigen der Waffen genutzt wird, ermitteln die Soldaten des Feuerunterstützungszuges zeitgleich im Simulator in der Edelweiß-Kaserne bereits die nächsten Zielkoordinaten. In diesem Zug arbeiten die Spezialisten in allen Belangen der Feuerunterstützung für die Gebirgsjäger. Hierbei ist es ganz gleich, ob es sich um einen Kampfhubschrauber, einen Raketenwerfer oder eben um einen Mörser handelt, der die Truppe unterstützen soll.

Im heutigen Training werden dazu computergestützt auf einer Leinwand gegnerische Ziele in einem detailgetreuen Szenario dargestellt. Ohne technische Hilfsmittel müssen diese mittels eines Kompasses, einer Karte und eines Doppelfernrohres geortet und im Anschluss mit dem Mörserzug bekämpft werden. Dafür wurde eigens eine weitreichende Funkverbindung zwischen Simulator und Übungsplatz eingerichtet. Der Verbund zwischen dem Mörserzug und dem Beobachter des Feuerunterstützungszuges gewährleistet im Idealfall eine schnelle Bekämpfung und ermöglicht es dem Bataillonskommandeur schnell und effektiv einen Schwerpunkt im Gefecht zu bilden.

Schnell und beweglich ins Gefecht

Ein Kanonenrohr ist über eine große Wiese hinweg auf ein entferntes Ziel gerichtet.

Das Rohr der Maschinenkanone des Waffenträgers Wiesel ist bereits auf das Ziel gerichtet.

Constanze Koppe

Szenenwechsel: „Tango bei Jägerhöhe Mike Eins Zulu Zwo“. Ein Waffenträger Wiesel, ein leicht gepanzertes Fahrzeug, hat sich in Stellung gebracht. Mit seinen weitreichenden Beobachtungsmöglichkeiten hat er Feindkräfte in der Nähe einer Buschgruppe entdeckt. Der Zugführer gibt den Waffeneinsatz frei: Das Feuergefecht beginnt. Der Panzerabwehrzug übt hier im Verbund mit dem Maschinenkanonenzug der schweren Kompanie auf dem Übungsplatz Murnau. Auch hier stehen die jungen Soldatinnen und Soldaten im Fokus. Als Richtschütze sollen sie lernen, sicher die 20 Millimeter Kanone des Wiesels zu bedienen. Damit ist gewährleistet, dass die abgesessene Infanterie schnell unterstützt werden kann. „Gerade dieses wellige Gelände hier, durchbrochen von Baum- und Buschgruppen, bietet uns sehr gute Bedingungen für die Ausbildung“, sagt der Zugführer, der im Anschluss die Soldaten zur Auswertung sammelt.

Aufklärung aus der Luft

Am Himmel unter einer Wolkendecke fliegt eine unbemannte Drohne.

Die Aufklärungsdrohne ALADIN - vor Wolken und in niedriger Höhe - ist nach dem Start noch kurze Zeit zu sehen.

Bundeswehr/Constanze Koppe

Ein paar hundert Meter weiter steht nahezu unerkannt der Aufklärungszug. Erst kurz bevor man das Fahrzeug mit der Hand berühren könnte, ist das Geländetransportfahrzeug BVBeschaffung und Vertragsangelegenheiten 206 Hägglunds zu sehen. Doch die Soldaten verstecken sich nicht. Ganz im Gegenteil, sie kommen ihrem ureigenen Auftrag nach, denn sie klären auf. In Murnau aus der dritten Dimension mit dem Aufklärungssystem ALADIN. Das BVBeschaffung und Vertragsangelegenheiten 206 dient hierbei als Basis, von der gestartet und auch das Luftfahrzeug gesteuert wird. Aufgezogen an einem Gummiseil startet die Drohne ALADIN nahezu lautlos in den blauen Himmel. In Echtzeit werden die Aufnahmen dann an die Soldaten am Boden übertragen und liefern damit einen wichtigen Beitrag zum Lagebild. Um ALADIN einsetzen zu können, bedarf es einer umfassenden und fundierten Ausbildung aller Soldaten im Trupp. Viel sehen, ohne dabei gesehen zu werden – diesem Auftrag wurden die Aufklärer, heute aus der Luft, wieder einmal gerecht.

von Christian Winkler

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