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Multinationales Gelöbnis bei den Gebirgsjägern

Multinationales Gelöbnis bei den Gebirgsjägern

  • Ausbildung
  • Heer
Datum:
Ort:
Bischofswiesen
Lesedauer:
2 MIN

Gelöbnis vor der Kulisse des Berchtesgadener Talkessels: Rekrutinnen und Rekruten, aber auch Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter traten gemeinsam bei dieser Feierlichkeit in der Jägerkaserne in Bischofswiesen an. Mit dabei Offizieranwärter aus der Mongolei und Frankreich.

Soldaten sind auf dem Exerzierplatz in einer Kasrne angetreten, dabei mongolische und französische Kameraden.

Im Rahmen des multinationalen Austauschprogrammes nahmen an der Allgemeinen Grundausbildung in Bischofswiesen auch Offizieranwärter aus Frankreich und der Mongolei teil.

Bundeswehr/Alexander Hartkopf

Bislang fand die Grundausbildung der angehenden Offiziere ausschließlich in Hammelburg und Munster statt, sie wurde jedoch in diesem Jahr reformiert. Und nun lernen die jungen Offizieranwärter das Soldatenleben von Anfang an in der Truppe kennen und legen ihr Gelöbnis dann dementsprechend auch vor Ort in dem Verband ab, bei die Männer und Frauen später dienen werden. Somit werden von nun an, neben den Freiwillig Wehrdienstleistenden und angehenden Zeitsoldaten, auch Offizieranwärter ihre Grundausbildung in der 6. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 232 durchlaufen. An dem Gelöbnis im September nahmen im Rahmen eines multinationalen Austauschprogramms auch drei französische und ein mongolischer Offizieranwärter teil.

Herausfordernde Zeiten

Unter Corona-Auflagen begrüßte der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Martin Sonnenberger, nur wenige geladene Gäste. Die Angehörigen der 97 Freiwillig Wehrdienstleistenden und 39 Offizieranwärter durften aufgrund der Hygienevorschriften nicht anwesend sein.

In seiner Rede sprach Sonnenberger den Rekruten seine Anerkennung für die erbrachten Leistungen aus. „Die harte und fordernde Grundausbildung ist ein guter Grundstock, um die Fähigkeiten eines Gebirgsjägers, das Bestehen im schwierigen Gelände bei widrigen Witterungsverhältnissen zu erlangen.“ Sonnenberger sprach nicht nur den geplanten Auslandseinsatz seines Bataillons, sondern auch Themen wie die Modernisierung der Ausrüstung und die Veränderung von Strukturen an. Am Ende wünschte er den Rekruten alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen für den weiteren Karriereweg.

Eine ergreifende Rede hielt der zweite Bürgermeister der Gemeinde Bischofswiesen, Thomas Resch. Er ging auf die Geschehnisse in Berlin ein, als Demonstranten mit Reichskriegsflaggen die Stufen zum Reichstagsgebäude besetzten und nahm dies zum Anlass, ganz persönliche Worte zu finden. Resch berichtete dabei von den Erlebnissen seiner beiden Großväter aus den beiden Weltkriegen. „Setzen Sie sich mit der Geschichte auseinander“, appellierte er im Anschluss an die jungen Soldaten. „Seien sie kritisch und verteidigen sie unsere Demokratie gegen Einflüsse von links und rechts.“

„Kameradschaft, Vertrauen und Stärke“

Vier Soldaten stehen links und rechts neben der Truppenfahne.

Vier Soldaten stehen stellvertretend für die Rekruten des Gebirgsjägerbataillons 232 an der Truppenfahne und leisten ihren Eid.

Bundeswehr/Alexander Hartkopf

Welche Schwierigkeiten die Grundausbildung unter der Einhaltung der Corona-Bestimmungen mit sich brachte, machte Jäger Tassilo von Brockhusen deutlich. In seiner Rede als Rekrutensprecher erwähnte er die belastenden Folgen der Corona-Auflagen mit fehlenden sozialen Kontakten zur Familie und mit ständigem Mund-Nasenschutz. Das Fazit des Rekrutensprechers nach der siebenwöchigen, intensiven Grundausbildung: „Kameradschaft, Vertrauen sowie die mentale und physische Stärke helfen, Entbehrungen und Belastungen zu überstehen.“

Im Namen aller Rekruten bedankte sich von Brockhusen bei den Ausbildern und Vorgesetzten für das unermüdliche Engagement und das entgegengebrachte Vertrauen: „Wir haben unsere physischen und psychischen Grenzen kennengelernt und durch die Unterstützung der Kameraden und Ausbilder überwunden. Das zeichnet uns Gebirgsjäger aus. Wo andere aufhören, gehen wir mit einem Lächeln weiter“, schließt der angehende Offizier.

von Christian Kunerl

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