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Munster sammelt für Kriegsgräberfürsorge

Munster sammelt für Kriegsgräberfürsorge

  • Bundeswehr und Gesellschaft
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Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Auch wenn noch nicht alle Spendendosen eingetroffen sind – bei der diesjährigen Straßensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.eingetragener Verein haben die Soldatinnen und Soldaten in Munster ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Mit der Sammlung am 8. November wurden in Munster einschließlich der Nachbargemeinden mindestens 8.000 Euro gesammelt.

Zwei Spendensammler, einer davon in Uniform und zwei Spender stehen in einer Fußgängerzone

Im Herzen der Stadt Munster: Der Bürgermeister der Stadt Munster, Ulf-Marcus Grube (r.), gemeinsam mit dem Standortältesten, Brigadegeneral Björn Schulz und zwei spendenwilligen Bürgern

Bundeswehr/Thomas Rotter

Der Standortälteste, Brigadegeneral Björn Schulz und der Bürgermeister Ulf-Marcus Grube hatten zuvor den ersten offiziellen Spendentag eröffnet. Die Organisatoren der diesjährigen Straßensammlung, Hauptmann Michael Z. als Standortoffizier, die Kulturbeauftragte der Stadt Munster Andrea Holz und der Beauftragte für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.eingetragener Verein, Rainer Grygiel, begrüßten die Sammler. Dabei wurde herausgestellt, dass der Krieg in der Ukraine bei der Sammlung immer mitschwingen wird. 

Positive Resonanz

Grygiel beschrieb den freiwilligen Sammlern zum Auftakt die Arbeit des Volksbundes. Als gemeinnütziger Verein hat es sich der Volksbund seit 1919 zur Aufgabe gemacht, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Für Hauptmann Michael Z. ist es eher eine Selbstverständlichkeit als eine Pflicht, sich für die Arbeit des Volksbunds einzusetzen. „Bereits als junger Soldat, habe ich mich freiwillig als Sammler gemeldet“, erzählt der Standortoffizier im Gespräch. 

Bürgermeister Grube begrüßte ebenfalls die Soldaten im Munsteraner Soldatenheim, der Oase. „In Munster werden Sie als Spendensammler auf sehr viel positive Resonanz stoßen. Die Bevölkerung am Standort Munster ist den Soldaten gegenüber sehr positiv eingestellt“, so Grube.

Von Haus zu Haus

Vom Obergefreiten bis zum General schwärmten die Sammler der Dienststellen des Standortes in die Sammelbezirke aus. „Es ist gut, in diesen Zeiten mit diesem Anliegen in unserem Standort sichtbar zu sein und den Mitbürgern im Gespräch zu begegnen“, betonte der Standortälteste, Brigadegeneral Schulz. 

Die Munsteraner Soldaten kamen sehr schnell mit der Bevölkerung ins Gespräch. In jedem Haushalt nutzten sie die Gelegenheit, um über die Arbeit des Volksbunds zu informieren. So ist es vielen Menschen nicht bewusst, dass der Volksbund nur für die Kriegsgräber im Ausland zuständig ist. In Deutschland sind die Kommunen dafür verantwortlich. In den Gesprächen mit den Menschen wurde auch der Krieg in der Ukraine immer wieder thematisiert. Vielen Munsteranern liegt die Arbeit des Volksbunds besonders am Herzen. 

Gespräch über ein Schicksal

In einem Treppenhaus stehen Soldaten und halten eine Spendendose, daneben steht eine Frau.

Adelheid Nickel aus Munster bedankt sich bei den Soldaten für ihren Einsatz als Spendensammler. Ihre Familiengeschichte beeindruckt die beiden Offiziere der Heeresaufklärungsschule.

Bundeswehr/Thomas Rotter

Eine sehr bewegende Familiengeschichte beschrieb Adelheid Nickel. Ihr Vater galt im Zweiten Weltkrieg in Russland zunächst als vermisst und später als gefallen. „Wir wissen bis heute nicht genau, wo mein Vater gefallen beziehungsweise beigesetzt wurde. Bei der Suche nach meinem Vater hat uns der Volksbund und der Suchdienst des Roten Kreuzes sehr unterstützt, daher bin ich diesen sehr dankbar für ihre Arbeit“, erzählte die ältere Frau den Soldaten. Adelheid Nickel kam als Kind und Kriegsflüchtling aus Ostpreußen noch vor Kriegsende mit ihrer Mutter nach Munster. Für Kapitänleutnant Max J. und seine Kameraden werden diese und andere Geschichten noch lange in Erinnerung bleiben. „Das Gespräch mit Frau Nickel verdeutlicht nochmals die Sinnhaftigkeit der Arbeit des Volkbundes. Uns wurde sehr deutlich, dass das Leid der vergangenen Kriege für viele Menschen noch sehr präsent ist“, so Max J.

In Munster und Umgebung wird die Sammelaktionen in den nächsten Tagen noch weitergehen. 

von Thomas Rotter

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